Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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09.02.2020

Praxis

Im Praxischeck hängt das Pedal vor einem clean eingestellten Gitarrenamp. Die Gitarre meiner Wahl ist eine ES-335. Wie schon in der Detailbeschreibung erläutert, haben die Presets eine optionale Arpeggiator-Funktion. Ich werde daher jedes Preset in zwei Varianten aufnehmen. Wie sich beim ersten Soundcheck zeigt, weisen die Presets eine gewisse Schärfe im Frequenzbild auf. Meines Erachtens ist es daher den Sounds zuträglich, den Amp möglichst clean einzustellen und die Höhen eher etwas zurückzunehmen. Eine Option zur Steuerung des Effekt-Outputs bringt das Pedal leider nicht mit. So muss der Anwender damit leben, dass die Synth Sounds hörbar lauter ausgegeben werden als das Bypass Signal.

Wir starten mit dem ersten Preset, das einen trompetenähnlichen Synthesizer-Sound generieren soll. Wie schon in der Detailbeschreibung erwähnt, ist allerdings beim Abrufen des Presets zunächst die Arpeggiator-Funktion aktiv, die den Sound hörbar dominiert. Um euch einen genauen Eindruck des Effektsignals zu geben, habe ich das Mix-Poti voll aufgedreht. Abgesehen davon blendet das cleane Gitarrensignal nicht so gut mit den Synth-Sounds, was aber auch ein bisschen in der Natur der Sache liegt.

Mit dem Attack-Poti lässt sich das Signal wahlweise einfaden oder auch perkussiver und direkter gestalten. Das Spielgefühl ist für ein Pedal dieser Gattung in Ordnung, etwas schwammig wirkt die Tonbildung aber dennoch. Positiv hervorzuheben ist, dass das Preset ganz gut auf typische Gitarrenspielweisen wie Bendings oder Slides anspricht und auch bei weicherem Anschlag das Signal weiterhin triggert. Wie hören dazu nun das erste Preset mit deaktivierter Arpeggiator-Funktion. In der ersten Hälfte des Beispiels steht das Attack-Poti auf 12 Uhr. Danach drehe ich es voll auf. Wie man hören kann, wird der Sound bei schnelleren Linien etwas undifferenziert.

Beim Aktivieren des zweiten Presets bin ich zunächst etwas irritiert von der völlig überzeichneten Abbildung der Bassfrequenzen. Glücklicherweise hat das Pedal einen Low Cut an Bord, mit dem ich an dieser Stelle beherzt eingreife. Der Sound, der laut Hersteller an eine Orgel erinnern soll, wirkt in meinen Ohren leider nicht sehr überzeugend. Auch bei deaktivierter Arpeggiator-Funktion kommt bei mir wenig Freude auf. Der letzte Akkord im Hörbeispiel dazu ist übrigens ein einfacher E-Dur-Dreiklang. Der Synth addiert aber dennoch eine große Septime hinzu.

Das dritte, vierte und fünfte Preset bringt jeweils einen LFO-Sweep mit, der sich nicht deaktivieren lässt und sehr laut ist. Im vierten Preset übernimmt der Sweep im normalen Modus außerdem schon eher die Funktion des Arpeggiators, wodurch sich die Hinzunahme des eigentlichen Arpeggiators eher problematisch auf das Gesamtsignal auswirkt. Auch ist der Bassbereich in diesen Presets ab Werk stellenweise ebenfalls überbetont. Alles in allem lassen mich die drei Presets etwas ratlos zurück.

Da das Pedal typischerweise auf einem Pedalboard Anwendung findet, wird es wohl in den meisten Fällen auch in einen Gitarrenamp geschickt werden. Ich habe dennoch auch alternativ das Pedalsignal direkt an einen D.I. Preamp geschickt und aufgezeichnet. Das Signal bekommt dabei typischerweise mehr Präsenz in den Höhen und auch ein anderes Mittenbild. (Beispiele zu Preset 5)

Das sechste Preset soll dem Anwender einen typischen 8-Bit-Sound zur Verfügung stellen. Insgesamt wirkt es aber etwas verstimmt. Für einen besseren Eindruck habe ich dafür zunächst ein paar einfache Akkorde direkt in den Amp gespielt. Auch die deutliche Zunahme des Outputs beim Aktivieren des Pedals ist hier gut rauszuhören.

Auch Preset 7 erinnert mich an die 8-Bit-Klangästhetik alter Computerspiele. Wer solche Sounds sucht, könnte bei diesem Pedal eventuell fündig werden.

Insgesamt fehlt den oft bröckelig erscheinenden Sounds einfach die Tiefe. Im Falle der Arpeggiator-Funktion fiel es mir zudem stellenweise schwer, das Signal dynamisch im Griff zu halten.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • 7 Presets in zwei Varianten
  • Einstellungen können gespeichert werden
  • kompaktes und platzsparendes Format

  • allgemeine Klangqualität
  • LFO-Sweep in einigen Presets zu laut
  • Synth-Signal wird deutlich lauter ausgegeben

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