Gitarre Hersteller_MusicMan
Test
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04.03.2020

Music Man St. Vincent HH Stealth Black Test

E-Gitarre

3 - 1 = 100%

Bei der Music Man St. Vincent HH Stealth Black handelt es sich um eine neue Ausgabe der Signature-Gitarre der als St. Vincent bekannten Künstlerin, diesmal mit zwei Ernie Ball Music Man Humbuckern. Die Gitarren der Künstlerin mit dem bürgerlichen Namen Annie Clark verfügten bisher über drei Di Marzio Mini-Humbucker.
Bereits vor längerer Zeit hatte ich die letztgenannte Gitarre etwas genauer unter die Lupe genommen und es wird interessant zu sehen und zu hören sein, wie sich die neue Ausgabe vom Original unterscheidet.

Details

Annie Clark tat sich vor einigen Jahren mit dem amerikanischen Instrumentenhersteller Music Man zusammen und entwickelte gemeinsam mit ihm die St. Vincent, die sich schon allein im Korpusdesign deutlich von herkömmlichen E-Gitarren absetzt. Dass aus dieser Verbindung etwas Außergewöhnliches entstehen würde, dürfte all diejenigen nicht verwundern, die mit St. Vincents kreativem Schaffen vertraut sind.

Schauen wir uns die Gitarre einmal etwas genauer an:

Korpus:

Der kantige Korpus unserer Testgitarre besteht aus afrikanischem Mahagoni und steckt in matt-schwarzem Polyesterlack. Wem diese Farbgebung nicht zusagt, kann die Gitarre auch in Charcoal Sparkle, Sea Breeze oder Blue Dawn erstehen. Der Korpus verjüngt sich an den Seiten, was der Armauflage entgegenkommt und damit für eine verbesserte Ergonomie sorgt.
Ein schwarzes Schlagbrett bedeckt das vordere Drittel der Decke und beherbergt den Halstonabnehmer aus eigener Fertigung. Und das stellt auch schon den größten Unterschied zu der bereits von mir getesteten Starry Night Version mit drei DiMarzio-Mini-Humbuckern dar, die auch eine veränderte Schaltung gegenüber der eher traditionell verschalteten HH-Variante besitzt.

Hier das Schaltbild unserer heutigen Testgitarre:

Und hier zum Vergleich die drei Mini-Humbucker-Version:

Die Doppelspuler unserer heutigen Testgitarre besitzen, passend zur Optik, schwarze Kappen und verschmelzen ab einer gewissen Entfernung mit der komplett in Schwarz gehaltenen Gitarre. Angewählt werden die insgesamt fünf Pickup-Kombinationen mit einem Fünffach-Klingenwahlschalter, der in einer Reihe mit Tone- und Volume-Regler platziert ist und während des Spielens komfortabel zu erreichen ist. Volume- und Tone-Poti lassen sich butterweich regeln und besitzen griffige schwarze Kunststoffknöpfe. 

Music Man hat bei unserer Testgitarre ein Custom St. Vincent Music Man Modern Tremolo verbaut, das im Messerkantenprinzip von zwei Schrauben gehalten wird und auf dem Korpus aufliegt. Damit sind nur Tonhöhenverschiebungen nach unten möglich. Der mitgelieferte Arm lässt sich leicht in die entsprechende Öffnung stecken und verrichtet spielfrei seinen Dienst. Die sechs Stahlreiterchen können wie gewohnt horizontal und vertikal eingestellt werden.
Die beiden Gurtpins sind mit Kunststoffringen unterlegt, die ein Beschädigen des Lacks verhindern sollen. Ein Blick auf die Korpusrückseite zeigt das Tremolofach, wobei die Abdeckung mit Öffnungen versehen ist, um die Saiten ohne Entfernung des Deckels durch den Tremoloblock fädeln zu können. Dazu kommt eine Elektronikfach-Ausfräsung, die im Gegensatz zur Tremolofach-Abdeckung versenkt angebracht ist. Auch rückseitig finden sich Ausfräsungen, durch die sich das Instrument ergonomischer an den Spieler anschmiegt.

Hals:

Der ebenfalls deckend schwarz lackierte Ahornhals mit C-Profil ist bombenfest mit fünf Schrauben mit dem Korpus verbunden. Die Halsrückseite ist hauchdünn lackiert, was ihr ein angenehmes Greifgefühl verleiht. Ebenfalls für ein verbessertes Spielgefühl sorgt die Breite des Halses, denn die vergrößert sich genau im richtigen Maß zum Korpus hin - genauer gesagt betragen die Abmessungen am Sattel 41,3 mm und am letzten Bund 56,9 mm.
Als Griffbrettmaterial kommt bei unserer Testgitarre Ebenholz zum Einsatz, wer jedoch Palisander bevorzugt, sollte zur St. Vincent mit der Farbgebung Blue Dawn greifen, alle anderen mit zwei Humbuckern bestückten St. Vincent-Gitarren besitzen ein Ebenholzgriffbrett. In das Griffbrett mit einem Radius von 10" (25,4 cm) wurde an den bekannten Stellen Annie Clarks Logo eingearbeitet, das aus zwei ineinanderliegenden Ringen besteht und auch auf der Kopfplatte zu finden ist.

Die von mir bereits getestete Starry Night Variante mit drei Mini-Humbuckern besitzt übrigens keine Inlays im Griffbrett, lediglich kleine Punkte in der Halskante, wie unserer aktuellen Kandidatin auch. Die 22 Edelstahl "High Profile-Medium Width"-Bünde sind perfekt in das Griffbrett eingelassen, an den Kanten abgerundet und auf Hochglanz poliert.
Auf dem Weg zur parallel zum Griffbrett versetzten Kopfplatte läuft der aufgezogene Ernie Ball RPS 10 Slinky Satz in der Stärke 10-46 über einen 41,2 mm breiten schwarzen Sattel spielfrei zu den sechs Schaller M6-IND Klemmmechaniken. Diese sind, wie von Music Man bekannt, in einer 4+2 Anordnung angebracht, was für eine schnurgerade, parallele Saitenführung sorgt.
Wer hinter dem Sattel den Zugang zum Halsspannstab sucht, wird nicht fündig, denn Music Man platziert diesen in der Regel korpusseitig. Ich empfinde das als ausgesprochen praktisch, lediglich ein dünner Schraubenzieher oder ähnliches wird benötigt, um den offenliegenden Metallring zu bewegen.
Die Gitarre besitzt eine Mensur von 628 mm, bringt 3325 Gramm auf die Waage und ist, wie von Music Man gewohnt, auf Custom-Shop-Niveau in San Luis Obispo im sonnigen Kalifornien gebaut.

Zum Lieferumfang gehört auch ein robuster Kunststoffkoffer, der mit diversen Reinigungstüchern und zusätzlichen Tremolofedern bestückt ist.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • sehr gute Werkseinstellung
  • flexibler Klang
  • eigenständiges Design

  • keins

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