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Test
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01.10.2014

Praxis

Als registrierter Komplete-9-Nutzer habe ich eine E-Mail mit Seriennummer für die Komplete Kontrol Software erhalten, entsprechend hier heruntergeladen, installiert und natürlich auch wieder registriert. Das muss man übrigens sowohl auf dem Mac als auch auf dem PC tun, nur bei der PC-Version muss man allerdings noch zusätzlich den MIDI-Treiber für das Keyboard herunterladen und installieren. Das ist aber alles kein Hexenwerk, insgesamt ging die Prozedur recht flott und unkompliziert vonstatten, sodass die Kontrol-Software dann nur noch mal meine vorhanden NI-Libraries und Instrumente scannen muss, und schon kann es auch losgehen – denn die Parameter mit ihren entsprechenden Namen werden automatisch vergeben, wenn sie denn von NI bereits dafür konfiguriert wurden sind.

Nur für die DAW-spezifische Steuerung muss man noch etwas Konfigurationsaufwand betreiben. Im Falle von Ableton Live 9 heißt das konkret: Remote Scripts kopieren. Die genaue Vorgehensweise findet ihr hier. Und dann kann es aber auch schon losgehen. Da bekanntlich ein Video mehr sagt als 1000 Worte: Film ab!

Was die Arbeit mit dem Plug-In-Host angeht, kann man wirklich eine Menge am Gerät erledigen. Nur die DAW-spezifischen Befehle von Live sind jetzt noch nicht so ausgereift, bzw. so tief verzahnt, wie ich mir das eigentlich wünschen würde. Konkret: Zwar kann man zwischen den einzelnen Instanzen hervorragend wechseln, und auch einige Grundfunktionen der DAW (Start, Stop, Loop, etc.) bedienen – Kontrol vom Gerät aus starten bzw. eine neue Spur mit einer neuen Kontrol Instanz hinzufügen, funktioniert dabei allerdings (noch) nicht. Das finde ich jetzt auch gar nicht so schlimm, denn wer hier unbedingt Zeit und Mausarbeit sparen will, kann sich ja auch ein entsprechendes Start-Template mit reichlich Instanzen vorher basteln, wobei dann der Geschwindigkeitsvorteil beim Komponieren enorm sein sollte, wenn man beispielsweise auf den ersten drei Tracks immer Battery hat, und dann noch ein paar „Kontakts“ für Bass, den Massive für die Leads einbaut und dergleichen.

Äußerst schade finde ich allerdings, dass die acht Encoder leider keinen Ableton-Geräten automatisch zugeordnet werden können und man somit (momentan) wieder einen anderen Controller braucht, wenn man auch Ableton-Geräte und -Effekte komfortabel bedienen will. Mit dem NI Kontrol Keyboard kann man, falls keine Kontrol-Instanz geöffnet ist, bisher nur Standard-MIDI-Befehle (CC14  bis CC21) nutzten, und diese händisch an gewisse Geräte binden. Das finde ich nicht sonderlich fortschrittlich, und so benötigt man im Zweifelsfall wieder einen zweiten Controller wie beispielsweise die Mackie Control Universal Pro oder aber Abletons Push.

Apropos Mackie Control bzw. MCU-Protokoll: In den anderen, exklusiv promoteten DAWs, wie Apple Logic und Steinbergs Cubase/Nuendo, basiert die Steuerung mit „erweiterter (DAW)-Integration“ auf genau diesem Protokoll, was uns zu dem Problem führt, dass man sich bei diesen DAWs genau überlegen muss, welchen Controller man nun verwendet, wenn man bereits eine oder mehrere Mackie Controls bzw. ein anderes Gerät, was auch auf eben diesem Protokoll kommuniziert, besitzt. Hier heißt es also entweder Kontrol S mit „erweiterter Integration“ oder aber Mackie Control. Beides geht nicht. Weitere Informationen zu dieser Thematik findet ihr übrigens auch hier. Die Anleitungen zu Logic und Cubase/ Nuendo hingegen beschäftigen sich nur mit dem hinzufügen einer Mackie Control bzw. dem „Löschen einer Mackie Control“. Mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeiten geht also auch nicht, was sich aber eigentlich bereits aus der obigen Detaildiskussion ergibt. Hier kann NI insgesamt noch gern ein wenig nacharbeiten, denn das Potential ist da, vor allem bei Ableton Live.

Schade finde ich es auch, dass die Keyboards keine Drum-Pads im MPC bzw. Maschine-Style zu bieten haben. Sicherlich will man sich hier mit Maschine auch nicht kannibalisieren, trotzdem schadet diese starke kommerzielle Ausrichtung letztendlich nur dem User, der sich eben nicht die Hütte mit verschiedenen Controllern zustellen will oder kann, nur weil er auch mal paar Hi-Hats einhacken will. Vor diesem Hintergrund bleibt auch zu hinterfragen, inwieweit Native hier die Rückwärts-Kompatibilität zu Komplete 9 (Ultimate) noch vorantreiben wird, wenn erst mal Komplete 10 (Ultimate) auf dem Markt ist.

Pro & Contra

  • umfangreiche Browse-Sektion
  • Logisches, funktionales und schickes Layout
  • acht Encoder mit dedizierten Displays zur Instrumenten-Bedienung
  • Fatar-Klaviatur mit Multicolor für Scales, Key-Switchtes, Zones, Arp und mehr
  • bidirektionale Kommunikation mit Komplete Kontrol Software ab Komplete 9, besser 10

  • keine Drum-Pads
  • (kein MIDI-Out der Spielhilfen)
  • (rudimentäre DAW-Steuerung)

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