Test
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26.11.2019

Native Instruments Traktor Kontrol S3 Test

DJ-Controller

Ins Bulls-Eye getroffen?

Native Instruments beschert der DJ-Gemeinde pünktlich zum Auftakt der Weihnachtssaison den neuen Traktor Kontrol S3 DJ-Controller, der sicherlich auf einigen Wunschlisten auftauchen dürfte. Der Neuankömmling im DJ-Universum klassifiziert sich als Vierdeck-Controller für Traktor Pro und als haptische Steuerzentrale für die iOS-App Traktor DJ 2. Der S3 bringt diverse Ingredienzien für das kreative Performen mit NIs digitaler DJ-Software mit. Auch für einen externen Zuspieler oder den MC ist gesorgt. 599 Euro kostet die Konsole und damit reiht sie sich nahtlos in die Mitte zwischen den NI-Jogwheel-Kommandozentralen ein, also dem Dual-Deck-Controller Traktor S2 für 299 Euro UVP und dem Flottenkapitän Kontrol S4 MK3 für 899 Euro. Perfekt ins Bulls-Eye getroffen?

Details

In einem unauffälligen Verpackungsdesign reist der S3 zum Bonedo-Test, also aufgemacht, die Kiste und heraus kommen der S3 mit Serial Card, Aufklebern und Faltblatt sowie USB-Kabel und das externe Steckernetzteil. Im Direktvergleich mit dem S2 liegt der S3 qualitativ ziemlich nah am kleinen Bruder, was die Bedienelemente, Pots, Pads und Fader angeht. Allerdings bringt er zwei Kanäle mehr mit, dazu erweiterte Anschlussschnittstellen. Der Proband misst 54,4 x 31,6 x 6,13 cm und kommt auf ein reisefreudiges Gewicht von 3,23 kg.

Die erste visuelle Begutachtung zeigt eine ordentliche Fertigungsqualität. Die alubesetzten Jogwheels legen einen geschmeidigen Laufwiderstand an den Tag. Wo es Sinn macht, wurden die mit Kunststoffstiften/kappen ausgeführten Drehregler eine Mittenrasterung zuteil. Die Push-Encoder sind ebenfalls griffig und sitze auf Metallachsen. Dass hier keine Gummierung an den Reglern zu finden ist, finde ich nicht schlimm, denn ich habe auch schon nach Jahren bedauerlicherweise verharzte Gummipots erleben müssen. Die farbliche Akzentuierung der Pitch- und FX-Faceplate-Bereiche gefällt. Ein schicker Controller, wie ich finde. Aber Trockenlauf ist eines – die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz.

Front- und Backpanel

Ein Blick auf das hintere Anschlussfeld zeigt XLR- und Cinch-Masterausgänge, mit denen sich der S3 problemlos mit einem professionellen PA-System (zum Testmarathon) verbinden oder an die Cinch/Klinke bestückten Desktop-Boxen (zum Feature) respektive eine zusätzliche DJ-Abhöre anschließen lässt, für die auch ein dedizierter Booth-Output im Klinkenformat gereicht wird.

Ebenfalls rückseitig anzutreffen: zwei zusätzliche Cinch-Buchsen für Line-Signale/Zuspieler und die Standard-USB-Buchse für euren Traktor-Rechner. Die Stromversorgung erfolgt via Netzteil. Dies hat den Vorteil, dass ein potenziell an die iOS-Buchse angeschlossenes iPad mitgeladen wird. Richtig gelesen: Im Kontrol S3 findet nicht nur Traktor Pro 3 Desktop und die Traktor DJ 2 Software für Win/Mac ihre Kontrollstation, sondern auch das iOS-Pendant. An der Vorderseite geben sich der XLR-Klinke-Mikrofonanschluss und je ein 3,5-mm und 6,3-mm-Kopfhörerausgang die Ehre.

Mixer und Decks

Im Zentrum befindet sich dann ein 4-Kanal-Mischer der neuen Marschrichtung von Native-Instruments mit Dreiband-EQ und diversen Mixer-FX, der von zwei übersichtlich gestalteten Deck-Sektionen flankiert wird, die einiges für den ambitionierten DJ zu bieten haben – besonders die Jogwheels sind ein Handschmeichler. Gleichwohl brechen NI im Hardware-Design mit alten Tugenden. Zu alldem mehr im folgenden Praxisteil.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • intuitiver, guter Workflow
  • professionelle Audioschnittstellen und Levelmeter
  • wählbarer Aux/Mike-Eingang
  • gute Klangeigenschaften
  • erprobtes Hardware-Design
  • gelungenes visuelles Feedback
  • iOS-Buchse für Traktor DJ 2
  • Traktor Pro 3 Vollversion im Lieferumfang
  • 4 Kanäle inkl. Mixer-FX
  • durchdachtes Cue- & Loop-Handling

  • Mike & AUX nur im Laptop-Betrieb nutzbar
  • iPad-DJing nicht via Powerbank möglich
  • keine Deck-FX in den Player-Sektionen
  • Preis

Gehört zu dieser Serie

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