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Test
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01.04.2020

Nord Wave 2 Test

Virtuell Analoger Synthesizer

Vier Synthesizer unter einem Dach

Im Winter 2008/2009 erschien der Nord Wave Synthesizer auf dem Markt und bot mit seinen Features, zu denen neben Sample-basierter und virtuell-analoger Klangerzeugung auch Wavetable- und FM-Synthese gehören. Dazu kamen ein intuitives Bedienfeld, die nord-typische Effektsektion gepaart mit einem Gewicht von nur 6 kg. Eigentlich war der Nord Wave ein nahezu perfekter Synthesizer für die Bühne. Einige Benutzer bemängelten aber einen fehlenden Arpeggiator, die begrenzten Möglichkeiten bei der Morph-Abteilung und die Tatsache, dass es bislang nur 2 Parts gab.

An alle, denen es an bestimmten Features gemangelt hat, geht die freudige Nachricht: Ihr könnt aufatmen. Der Nord Wave 2 bietet eine komplett überarbeitete Architektur. An erster Stelle sind wohl die insgesamt vier unabhängigen Parts zu nennen, die man über das zentrale Panel mit vier Fadern komfortabel mischen kann. Im Zeitalter der Vintage-Renaissance bietet der digitale Nord Wave 2 übrigens mehrere Simulationen analoger Filter inklusive Filter-Drive, darunter auch eine Emulation des Moog-Ladder-Filter. Auch bietet der Nord Wave 2 eine komplexe FM-Klangerzeugung mit bis zu 4 Operatoren, sowie den lange ersehnten Arpeggiator. Ebenfalls hat Nord gerade seinen Nord Sample Editor 3 vorgestellt, mit dem das Erstellen eigener Multisamples jetzt besonders einfach und schnell vonstatten geht. Na wenn das keine guten Neuigkeiten sind - legen wir also los und schauen dem roten Performance-Synthesizer einmal unter die Haube.

Details

Der neue Nord Wave 2 präsentiert sich - wie könnte es anders sein - in einem roten Gehäuse, und hebt sich dank einiger kosmetischer Veränderungen deutlich vom Vorgänger ab. Irgendwo zwischen Nord Stage und Nord Lead hat man sich auf das neue Design geeinigt, wie mir scheint. Das schlanke Gehäuse erinnert tatsächlich ein wenig an die Stagekeyboards aus gleichem Hause, was mitunter an dem flachen Gehäuse und dem gut sortierten Bedienfeld liegt. Durch die grauen Seitenteile bekommt der Wave 2 allerdings einen etwas moderneren Look, ja man könnte ihm sogar etwas Futuristisches zusprechen!

Eine wichtige Neuerung im Gegensatz zum Vorgänger ist die Bedienoberfläche: Sie erstreckt sich hier über die nahezu gesamte Oberfläche und ist recht symmetrisch angeordnet. Es gibt deutlich mehr Platz für alle Regler, und das erfreut uns Spieler! Dieser Umstand ist übrigens noch einer anderen Tatsache geschuldet: Statt den bisherigen vier Oktaven (49 Tasten) hat man dem Nord Wave 2 nun eine größere Tastatur spendiert. Die 61 leichtgewichteten Tasten inkl. Aftertouch machen hier nämlich Sinn, denn dank der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten ist der Nord Wave 2 mehr als ein regulärer Synthesizer.

Dabei bleibt unser Testkandidat trotzdem noch leicht und transportabel, denn mit seinen 8,75 kg ist der Nord Wave 2 nur unbedeutend schwerer als sein Vorgänger und fällt noch unter die Leichtgewichte.  Was mich übrigens beim Auspacken erfreut: Nicht nur wird der Nord Wave 2 in einem kompakten Karton verpackt, sondern auch das nötige Verpackungsmaterial wird gering gehalten. Auch das Zubehör ist überschaubar: Neben dem Benutzerhandbuch gibt es hier nur einen Kaltgerätestecker, mehr benötigt man auch nicht!

Bedienfeld im Überblick

Schauen wir uns die Oberfläche des Nord Wave 2 etwas genauer an, die sich in fünf verschiedene Panels unterteilen lässt: Performance, Program, Synth, Layer Control und Effects. Die Performance-Abteilung umfasst sowohl den Pitchbender, das Mod-Wheel sowie vier Taster, die für die Live-Performance zuständig sind. Letztere ermöglichen das Zuweisen von Parametern an das Modwheel, das sprunghafte Verändern von Parametern (Impulse Morph) sowie das Oktavieren und Halten der gespielten Tasten (Octave und KB Hold). Weiter geht es mit dem Program-Modul, über welches die Programme abgespeichert und aufgerufen werden. Der Nord Wave 2 besitzt für jedes Programm vier Layer, die inklusive aller Einstellungen in einem „Program“ abgespeichert werden. Fünf Programme sind jeweils über die Taster unter dem OLED-Display sofort abrufbar und werden über den Dreh-Encoder darüber „durchgesteppt“.

Daneben sitzen hier auch der Volume-Regler sowie globale Einstellungen, die über entsprechende Shift-Funktionen im Zusammenhang mit dem Shift-Taster aktiviert werden (System, MIDI, Utility etc.). Mittig auf der Oberfläche sitzt das Layer Control Panel, welches direkten Zugriff über die vier Layer des Nord Wave 2, welche auf die Buchstaben A-D hören. Vier LED-Fader bieten direkten Zugriff auf die Lautstärke der Layer und werden über die Taster darunter an- und abgeschaltet. Natürlich lassen sich diese Layer auch über die Tastatur splitten, oder in Gruppen einteilen. Sowohl links als auch rechts vom Layer Control Panel befindet sich die Synth-Engine des Nord Wave 2, zu denen Oszillatoren, LFO, Hüllkurven und auch der Arpeggiator gehören. Dank der vielen Regler und Taster sind alle wichtigen Parameter sofort zugriffsbereit, was eine intuitive und komfortable Bedienung ermöglicht. Ganz rechts liegen dann die Effekte, welche in Modulationseffekte, EQ, sowie Delay und Hall unterteilt sind. Um die verschiedenen Panels gut zu unterscheiden, hat man sie jeweils grau markiert, was der optischen Navigation sehr zuträglich ist!       

Anschlüsse auf der Rückseite

Alle Anschlüsse des Nord Wave 2 befinden sich auf der Rückseite. Hier bleibt der Nord Wave 2 kompakt und teilt die Anschlussmöglichkeiten in zwei Bereiche auf.  Rechts außen befinden sich ein Kopfhörer-Ausgang sowie die Audio-Ausgänge L/R im 6,3 mm Klinkenformat, eine Buchse für ein Control-Pedal sowie einen Monitor-In zum Einschleifen externer Audio-Signale. Mit etwas Abstand sitzen dann - etwa mittig - zwei MIDI-Buchsen In/Out sowie ein Anschluss für ein Sustain-Pedal. Den Abschluss macht die USB-Buchse, über welche nicht nur MIDI-Daten gesendet und empfangen werden, sondern auch die Samples, die später über den Sample Editor in das Keyboard geladen werden. Links außen sitzen dann noch der On/Off Schalter sowie die Buchse für das Kaltgerätekabel.

Layer Control

Wie bereits erwähnt ist der Nord Wave 2 vierfach multitimbral, und jeder der vier Parts wird hier als sogennter Layer benannt. Dabei kann der Spieler für jeden Layer eine der vier Engines (Sample, Analog, Wavetable, FM) wählen. Die vier Layer können entsprechend übereinanderliegen, oder auch in Splits angeordnet werden. Ähnlich wie beim Nord Electro 6 bietet der Nord Wave 2 dazu acht Splitpunkte, die per LED über der Tastatur gekennzeichnet sind. Dank der LED-Anzeige neben den Fadern erkennt man beim Aufrufen der Programs sofort, wo sich die jeweiligen Fader-Werte befinden - das erinnert mich ein wenig an die LED-Drawbars, die wir aus verschiedenen Nord-Orgeln kennen. Unterhalb der Fader befinden sich vier zugehörige Taster, über welche die vier Layer angewählt, und per Shift-Kombination auch an- bzw. ausgeschaltet werden können. Außerdem können hier mehrere Layer zu einer Gruppe vereint werden. Diese Funktion ermöglicht das gemeinsame Steuern mehrerer Layer, was z. B. bei der gemeinsamen Steuerung des Filter-Cutoffs sowie anderen Parametern sehr hilfreich sein kann. 

Klangerzeugungs-Bereiche

Der Nord Wave 2 verfügt über die vier folgenden Synthese-Formen: Sample, Analog (virtuell-analog), Wavetable und FM. Diese Synthese-Arten werden über einen Taster im Oscillators-Feld „durchgesteppt“, so wie man es z. B. auch aus anderen Nord-Keyboards wie dem Nord Electro 6 kennt. Jeder der vier Sound-Layer aus dem Nord Wave 2 kann sich aus den verschiedenen Synthesemöglichkeiten bedienen, und genau darin liegt das geballte Klangpotential des Nord Wave 2. Die Mischung der verschiedener Syntheseformen ist jedenfalls ein klares Alleinstellungsmerkmal des Synthesizers und man kann sicherlich jetzt schon erahnen, dass sich hier nicht nur äußerst komplexe, sondern vor allem fette und vielseitige Klänge entstehen.

Wem das noch nicht genug ist: Neben dem Verstellen der Oszillatoren per Semitones- und Fine Tune-Regler bietet der Nord Wave 2 per Unison-Taster ein Vervielfachen und Verstimmen der Wellenformen in drei Stufen. So entstehen auf Wunsche schwebende, leicht verstimmte Sounds, die außerdem im Panorama etwas breiter werden. Ein praktisches Feature, was ich in dieser Form per einfachen Tastendruck bislang nur im Korg Kronos gefunden habe. Damit wir das Oszillator-Panel etwas besser kennenlernen, schauen wir uns die verschiedenen Klang-Engines genauer an und sortieren schon mal etwas vor. Sonst sieht man den dichten Sound-Wald vor lauter Bäumen nicht mehr!

Virtuell-analog

Natürlich ist der Nord Wave 2 ein digitaler Synthesizer, aber hier finden wir in der Kategorie Analog alle typischen Wellenformen, die man mit einem analogen Synthesizer mit subtraktiver Synthese wiederfindet. Genau genommen ist das also die virtuell-analoge Klangerzeugung, nur dass das Wort im Zeitalter des Vintage-Booms vielleicht etwas unsexy geworden ist. 

Wie dem auch sei - der Category-Encoder dient hier zur Auswahl zwischen den Bereichen Basic, Shape, Multi, Super und Misc. Wie die Namen erahnen lassen, verstecken sich dahinter verschieden komplexe Wellenformen-Kategorien, deren einzelne Vertreter dann über den darunterliegenden Waveform-Encoder ausgewählt werden. Unter Basic finden wir z. B. die typischen Wellenformen Sinus, Dreieck, Sägezahn, Rechteck und zwei Pulswellen, mit einer Pulsweite von 33 und 10 Prozent. Interessanter ist die Shape-Kategorie, hinter der die meisten Wellenformen noch einmal zu finden sind, aber mit der Besonderheit, dass sie sich mittels Waveshape in verschiedene andere Wellenformen „verformen“ lassen. Neben einer Dreieckwelle, die man zum Sägezahn „durchfahren“ kann, gibt es hier auch eine Halbsinuswelle und eine Parabolwelle. Die Waveshape wird über das Osc-Control-Poti verändert. Noch komplexere Waveshape-Möglichkeiten bietet die Shape-Sine-Kategorie. Reizvoll ist übrigens auch, dass man den Waveshaping-Prozess sogar grafisch über das Display verfolgen kann. Obertöne deluxe, wenn ich das so sagen darf!

Die Multi- und Super-Kategorie bietet dagegen verschiedene, übereinanderliegende Wellenformen an, die dann gegeneinander verstimmt werden. Für alle Freunde von House- und Techno-Klängen wurde auf jeden Fall auch gedacht. Der Super-Saw-Moment erwartet uns auf jeden Fall gleich im Praxisteil! Daneben bietet die Sync-Abteilung jede Menge Möglichkeiten, aus einfachen Wellenformen obertonreiche Sync-Sounds zu zaubern. Abschließend stellt die Misc-Kategorie noch ein paar nützliche Tools wie etwa White, Pink und Red Noise zur Verfügung sowie einen Glockensound, dessen Obertonspektrum man bearbeiten kann. 

Wavetable

Für Klänge, die man nicht mittels virtuell-analoger Synthese erzeugen kann gibt es die Wavetables. Auch hier stehen mehrere Kategorien zusammen und laut Nord hat man sich zur Erstellung der Wavetables zum einen aus echten Instrumenten bedient, und zum anderen Wellenformen gemischt, um sehr unterschiedliche tonale Charakteristika zu erzielen. In jeder der Kategorien, die auf Namen wie z. B. Bells, Acoustic oder Keys hören, findet man eine wirklich inspirierende Auswahl an Wellenformen. Manche darunter sind dumpf und besitzen wenige Obertöne, andere wiederum sind in ihren Obertönen besonders hell und besitzen weniger laute Grundtöne. Wie das klingt, das werden wir gleich im Praxisteil anhören! 

FM

Zwar gab es schon beim Nord Wave eine FM-Klangerzeugung, allerdings war diese weitaus spartanischer ausgestattet, als es nun der Fall ist. Wählt man die FM-Synthese über das Oszillator-Modul des Nord Wave 2 an, dann offenbart sich schnell warum: 10 verschiedene Algorithmen, bei denen 2 - 4 Operatoren auf verschiedene Arten miteinander verschaltet werden. Über den Ost Ctrl Regler wird der Grad der Modulation stufenlos verändert, was zu obertonreichen FM-Sounds à la Yamaha DX7 führt.   

Samples

Neben den drei Syntheseformen ist eine Besonderheit des Nord Wave 2 seine Fähigkeit, Samples zu laden. Dabei können sowohl alle Samples aus der Nord-eigenen Sample Library 3.0 sowie auch eigene Samples über den Synthesizer gespielt werden. Ein wichtiges Werkzeug ist der jüngst erschienene Nord Sample Editor 3, über den die Handhabung der Samples sehr einfach und schnell geht. 

Filter für die Klangformung

Besonders interessant wird es auch, wenn es um das Filter des Nord Wave 2 geht. Streng genommen sind es hier gleich mehrere Filter, und auch hier werden sie über einen Taster einfach der Reihe nach durchgeschaltet. Drei Low-Pass-Filter finden hier u. a. ihren Platz: Hinter dem LP12 versteckt sich ein Tiefpass mit einer Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave, bei dem LP24 entsprechend ein Filter mit einer Flankensteilheit von 24dB pro Oktave. Interessant ist der LP M, hinter dem sich eine Emulation des Moog-Ladder-Filters versteckt - dabei handelt es sich übrigens auch um ein 24dB-Filter, allerdings mit einem ganz eigenen Sound. Daneben finden wir hier auch eine Bandsperre (LP+TP), sowie ein Bandpass- und Hochpassfilter.

Jetzt könnte man sich natürlich fragen: Kann ein digitales Filter mit einem analogen Filter mithalten? An diese Frage haben die Nord-Entwickler sicherlich auch schon gedacht. Denn um den Sound eines analogen Filters authentisch nachzubilden sollte man die Verzerrungsprodukte nicht vergessen. Und gerade hier liegt der Reiz eines analogen Filters. Glücklicherweise bietet der Nord Wave 2 im Filter-Modul eine Möglichkeit, diese Verzerrungen über den Drive-Taster in drei Stufen hinzuzuschalten. Je nach Filtertyp äußern sich diese Verzerrungen dann recht schnell, etwa bei Filterfahrten mit hoher Resonanz - das werden wir aber später noch genauer hören. Im Filter-Modul befindet sich übrigens auch die Filterhüllkurve, die über den Env Amount-Regler aktiviert wird. Diese lässt sich auch über die Velocity steuern. Abschließend darf ein Taster für das Keyboard-Tracking nicht fehlen: auch hier bietet der Nord Wave 2 gleich drei Stufen zur Auswahl.  

Oscillator Modulation Envelope

Direkt über dem Oszillator-Panel versteckt sich ein kleines Panel, welches sowohl eine unkomplizierte Tonhöhen-Modulation der Oszillatoren sowie etwa das Wave-Shaping oder andere Osc-Controls zu ermöglichen. Dafür steht eine Mini-Hüllkurve mit zwei Reglern, für Attack+Decay bzw. Attack+Release zur Verfügung. Der Vorteil: Die beiden ADSR-Hüllkurven im Amp- und Filtermodul bleiben davon unberührt und können für andere Zwecke genutzt werden. Echte Synth-Brass-Fans werden das zu schätzen wissen: Klassische Synth-Bläser bedienen sich oft einer leichten Tonhöhen-Modulation mit kurzem Attack. Ebenso ist das automatisierte „Durchfahren“ des Osc-Controls ein wirklich sinnvolles Feature: Waveshapes und Osczillator-Verstimmungen können so über die Mini-Hüllkurve für jede gespielte Note automatisch „durchgefahren“ werden.

LFO

Natürlich darf ein LFO in keinem Synthesizer fehlen. Im Nord Wave 2 sitzt dieser entsprechend links neben dem Oszillator-Panel. Auch hier gestaltet sich das Ganze relativ einfach: Die Geschwindigkeit und die Intensität des LFOs werden über die beiden Drehregler vorgenommen, die Wellenform selber über einen Taster angewählt. Neben Dreieck, Sägezahn (auf- und absteigend) und Rechteck verfügt der LFO auch über Sample & Hold. Über den untersten Taster können dem LFO sofort Oszillator Pitch, Filter-Cutoff oder die Osc Control zugewiesen werden. 

Morph-Panel

Innerhalb der Synth-Abteilung befindet sich das kleine, aber feine Morph-Tool. Hier können bestimmte Parameter, die über eine grüne LED gekennzeichnet sind, den MIDI-Controllern Velocity, Modwheel, Controlpedal und Aftertouch zugeordnet werden. Und damit nicht genug: Damit nicht alle Parameter grundsätzlich über den vollen Wertebereich zugeordnet werden, lässt sich sogar der Wertebereich dieser Parameter eingrenzen. Nehmen wir den Filter-Cutoff, den wir mit dem Mod-Wheel leicht erhöhen wollen. Der Filter unseres Programs ist nur leicht geöffnet, mit einem Wert von ca. 1,5 kHz, und soll nun auf einen Wert von 2,5 kHz erhöht werden. Dazu hält man im Morph-Panel den Wheel-Taster gedrückt, und bewegt den Filter-Cutoff.

Dem Display ist nun abzulesen, auf welchem Wert gespeicherten Wert des Presets sich der Cutoff befindet, und auf welchen Zielwert man den Cutoff per Modwheel bewegen möchte. Diese Einstellungen lassen sich blitzschnell erledigen und sind per Shift-Funktion sofort wieder löschbar. Vorbildlich, wie schnell man den Nord Wave 2 anpassen kann! Im Übrigen verfügt unser Testkandidat noch über eine weitere Morph-Funktion: Links über dem Pitchbender bietet der Impulse Morph Taster eine Möglichkeit, bestimmte Werte um einen festgelegten Pegel anspringen zu lassen, für besonders expressive Momente. Hier kann z. B. der Filter-Cutoff per Tastendruck drastisch angehoben werden. 

Effekte

Effekt-seitig ist der Nord Wave 2 gut ausgestattet. Hier gibt es zunächst das erste Effect-Panel, in dem verschiedene Modulationseffekte zu finden sind: Ringmodulation, Panorama, Tremolo, Chorus, Ensemble und Vibe sind hier im Angebot. Schade ist es aber, dass auf gängige Effekte wie z. B. Phaser und Flanger verzichtet wurde. Die Effekt-Rate und Intensität lassen sich hier ganz einfach per Drehregler justieren. Gleich daneben befindet sich ein EQ, welcher sowohl über einen 2-Band-Modus mit voreingestellten Frequenzen (Treble und Bass) oder einen parametrischen 1-Band-EQ verfügt. Hier sitzt auch ein Drive-Regler, der die Klänge mit einer ordentlichen Portion Zerre anreichert!

Weiter geht es gleich daneben: Das Delay des Nord Wave 2 lässt sich über einen Taster tappen und kommt mit drei Potis für Rate/Time, Dry/Wet und Feedback aus. Außerdem verfügt es über einen Analog-Modus: dann werden die im Delay befindlichen Signale bei Veränderungen der Delay-Time in ihrer Tonhöhe verändert, so wie man es von einem analogen Tape-Delay kennt. Daneben verfügt das Delay auch über einen PingPong-Modus und bietet eine Möglichkeit, einen Chorus, Vibe- oder Ensemble-Effekt im Delay-Signal hinzuzufügen - dann wird das Delay noch lebendiger. Den Abschluss macht hier das Reverb, welches sich rechts außen befindet. Die bekannten Hall-Algorithmen Stage, Room, Booth, Hall und Cathedral können jeweils über einen zusätzlichen Schalter als helle oder dunkle Variante verwendet werden. Hinter dem Chorale-Effekt, der per Shift zugänglich ist, wird die Hall-Fahne im Ausklang stark moduliert. 

Nord Sample Editor 3 | Sound Manager

Mit dem Sample Editor 3 hat Nord, eine neue und kostenlose Software zum Laden und Erstellen von Samples am Start, deren neues Design eine einfachere Bedienung und neue Tools für die Bearbeitung zur Verfügung stellt. Der neue Sample Editor 3 ist auf den ersten Blick optisch weitaus ansprechender und weniger komplex: Hier hat Nord wirklich gute Arbeit geleistet, denn wenn ich an die erste Generation der Nord-Software denke, dann fällt mir auf, wie kontinuierlich hier eine Entwicklung stattgefunden hat. Beim Sample Editor 3 kann das Audio-Material jetzt ganz einfach per 'drag and drop' in der Software abgelegt werden. Dabei ist der Editor sogar in der Lage, eine Datei mit mehreren Samples zu analysieren, und die darin befindlichen Samples automatisch herauszuschneiden und die Tonhöhe den entsprechenden Tasten zuzuordnen. Damit spart man eine Menge Zeit, die sonst in das manuelle Schneiden einzelner Samples geflossen wäre. Tolles Feature! 

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sehr gute Klangeigenschaften
  • Verschiedene Synth-Engines (VA, FM, Wavetable und Samples)
  • Viele Filter-Typen inkl. Filter-Drive
  • Gut klingende Effekte
  • Große Bandbreite und Soundfülle durch Mischung unterschiedlicher Layer
  • Gut spielbare Tastatur
  • Einfache Bedienung
  • Sounds der Nord Sample Library 3.0 können geladen werden
  • Nord Sample Editor ermöglicht schnelles Erstellen eigener Samples

  • Phaser und Flanger fehlen im Effektangebot
  • Keine Bearbeitung von Wavetables über den Osc-CTRL-Regler

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