Hersteller_Novation Workshop_Folge
Workshop
3
15.04.2014

BASSDRUM

Ein charakteristisches Merkmal von Drum- und Percussion-Sounds ist eine „perkussive“ Amp-Hüllkurve mit tendenziell minimalem Attack und Sustain sowie knackiger Decay- und Releasezeit, zu sehen auf dem nächsten Bild. Crash- bzw. Ride-ähnliche Sounds sowie lang ausklingende Sub-Bassdrums können hier eine Ausnahme bilden. Gleich drei Soundprogramme der Kategorie Bassdrum haben wir im Angebot! Beginnen wir mit einem simplen und gleichzeitig interessanten Beispiel, einer tonalen Sub-Bassdrum.

BD Sub
In diesem Soundprogramm können sich alle Oszillatoren, Rauschgeneratoren und Konsorten entspannt zurücklehnen, da sie nicht benötigt werden. Wie das? Die Selbstoszillation bei maximaler Resonanz des Classic-Filters (24dB, LP) sorgt ganz alleine für den guten Ton. Bei einem Cutoff-Wert von etwa 45 ist die Sub-Bass in einem korrekten Tuning und musikalisch gut einsetzbar, wobei Amp Envelope und Distortion je nach Geschmack anpassbar sind. Entscheidend für den Attack ist die schnelle Filtermodulation per Mod Env, die aufgrund der maximalen Resonanz die Funktion eine typischen Pitch-Hüllkurve einnimmt.

BD Attack / BD Dist
Diese beiden Bassdrum-Programme sind sich nicht unähnlich und unterscheiden sich in erster Linie in ihren (Acid-)Filter- und Distortion-Einstellungen. Erwähnenswert ist der jeweilige Einsatz des Suboszillators (Sinus) anstatt der Sinuswelle von Osc1, was klanglich (bei angepasster Oktavlage) allerdings überhaupt keinen Unterschied macht. Der Hintergrund war, dass ich mir Osc1 und Osc2 für Spielereien mit dem Ringmodulator freihalten wollte, was letztendlich aber nicht zum Einsatz kam. Der fest an Osc1 gekoppelte Suboszillator folgt der Modulation des (nicht hörbaren) Osc1 per Mod Env, was wiederum für den typischen Attack sorgt. Im Soundprogramm „BD Dist“ wird dies durch eine zusätzliche Filtermodulation der Mod Env sowie den Einsatz des Rauschgenerators unterstützt. Im Gegensatz zum Programm „BD Sub“ habe ich in beiden Soundprogrammen innerhalb der Klaviatur-Funktionen („Function“) das Modulationsrad an die Filterfrequenz gekoppelt und sinnvollerweise die voreingestellte Modulation der Tonhöhe durch LFO 1 deaktiviert.

SNARE / CLAP

Snare
Im Soundprogramm „Snare“ kommt neben dem Rauschgenerator, welcher den Snare-Teppich simuliert, wiederum der Suboszillator (Sinus) zum Einsatz, um für den nötigen „Bauch“ zu sorgen. Wie bei den Bassdrums wird auch hier der Oszillator, also die Tonhöhe, von der Mod Env moduliert, um für das charakteristische Herunterfallen des Tons zu sorgen. In diesem Fall klingt es schon fast nach synthetischen Toms und könnte bei Bedarf entschärft werden. Zusätzlich zur Möglichkeit der Filtermodulation per Modulationsrad, habe ich in den Klaviatur-Funktionen die Velocity-Empfindlichkeit der Amp- und Mod-Hüllkurve erhöht, um ein lebendigeres Spielen des Snaresounds zu ermöglichen.

Snare short
Basierend auf dem Soundprogramm „Snare“ klingt dieser Snare-Sound durch noch kürzere Hüllkurveneinstellungen und ein zusätzliche Filtermodulation per Mod Env noch etwas knackiger.

Clap
Bei diesem Clap-ähnlichen Sound kommt ausschliesslich der von einem Bandpass (Classic, 12dB) gefilterte Rauschgenerator zum Einsatz. Durch eine negative Filtermodulation per Mod Env wird eine gewisse Clap-Charakteristik erzielt.

TOMS

Toms A
Dieses an die Titelmusik von Miami Vice erinnernde Soundprogramm steht in enger Verwandtschaft zu den bereits vorgestellten Snare-Programmen. Der Hauptunterschied ist eine plakativere Tonhöhenmodulation durch die Mod Envelope sowie deren stärkeren Einfluss auf das Filter, dessen Filterfrequenz im Vergleich zu den Snare-Programmen merklich verringert wurde.

Toms B
Gegenüber dem vorherigen Soundprogramm wurde hier die Zeit noch einmal um gut zehn Jahre zurückgedreht, dennoch sind derartige synthetische Disco Toms einfach nicht tot zu kriegen. Oszillator-seitig kommen Osc1 und Suboszillator zum Einsatz. Wieder werden die Tonhöhe sowie das auffällig resonierende 24dB-Hochpassfilter von der Modulations-Hüllkurve beeinflusst.

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