Test
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07.01.2020

Praxis

Das Pult ist verkabelt, das Mikro wird an die vorderseitige XLR-Buchse angeschlossen, hier wäre mir eine XLR-Klinke-Kombi lieber, eröffnet dies doch mehr Flexibilität, was im Grunde auch für die Rückseite gilt. Bluetooth wird mittels iPhone eingebunden und ein 16 GB USB-Stick liegt ebenfalls zum Test bereit.

Beim ersten Mix fällt mir auf, dass die Drehregler unterschiedlich reagieren, zum Teil (noch) etwas schwergängig sind. Das birgt dann mitunter den Vorteil, dass man sie nicht so leicht versehentlich verstellen kann. Für die Potistifte wurde Kunststoff statt Metall gewählt und die Drehregler sind etwas wackelig. Die Flachbahnregler agieren haptisch okay und der Crossfader öffnet schnell in Cut-Stellung.

Die Line- und Phono-Signale sind gut aufeinander abgestimmt. EQ-seitig sind weder Dezibel-Angaben für den Cut-Boost noch Trennfrequenzen ausgewiesen. Die einzelnen Bänder lassen sich eher musikalisch statt brachial absenken und anheben. Eine Kill-Funktion konnte ich nicht ausmachen. Ein Filter-Poti oder interne FX sind beim OMNITRONIC PM-422P nicht verbaut.

Das Master-Pegelmeter ist mit einer Länge von zehn LEDs ausreichend bemessen. Mit den vier Channel-Metern bin ich hingegen nicht wirklich zufrieden, hier kann man auch im Einsteigerbereich mehr erwarten, auch wenn Frequenz-frickelnde Beatmixer mitunter nicht die Zielgruppe darstellen, sondern eher Bars und mobile Dienstleister. 

Jeder Hauptkanal des PM422-P kann auf die Cue-Schiene geschickt werden und die Kopfhörer-Sektion hat dazu einen stufenlosen Cue-Mix-Regler zum Blenden zwischen Vorhör- und Ausgabesignal spendiert bekommen. Der Kopfhörer-Sound ist hinreichend laut, das Audiosignal am Master transparent. Auch ist kein unangenehmes Rauschen zu vernehmen, lediglich etwas Crosstalk aus dem MP3-Player, das im „Tagesgeschäft“ nicht wahrzunehmen ist.

Moderatoren sei gesagt: Der Mikrofonkanal arbeitet rauscharm und profitiert zudem vom Zweibänder nebst Talkover. Die Talkover-Funktion lässt zwar keine individuelle Anpassung zu, die Absenkung ist aber stimmig und auch der Return ist gut.

MP3 Player und Bluetooth

Fürs Warm-up, Musikwünsche oder sonstige Eventualitäten hat Omnitronic einen Mediaplayer verbaut. Ja, das Display ist wirklich klein geraten, doch es lässt sich aus der Nähe vernünftig ablesen und zeigt euch Titelnummer, Titelanzahl, Laufzeiten und Bitrate an. Es lassen sich Dateien im MP3-, WMA- und WAV-Format abspielen.

Es sind Tasten zum Starten und Stoppen der Wiedergabe sowie zur Titelwahl und für den schnellen Vor-/Rücklauf vorhanden, doch es gibt keine Ordnernavigation, sondern wohl nur ein „Root-Verzeichnis“. Offiziell kommt der USB-Player mit 32 GB Fat Sticks zurecht. Das dürfte i.d.R. ausreichen und erwartungsgemäß wollte demnach auch meine 120er SSD nicht laufen.

Wer es lieber kabellos mag: Die Bluetooth-Verbindung (Bluetooth Version 4.2+ DER Profile: A2DP, AVRCP) mit den iPhone 6s ging problemlos vonstatten und das von einigen Geräten vielleicht bekannte bekannte Bluetooth-Raspeln blieb aus. Allerdings funktioniert die Verbindung im Test nur innerhalb weniger Meter vernünftig.

Konkurrenzsituation

Preislich liegen Numarks M6 und DAPs Core Club auf Augenhöhe, lassen allerdings einen USB-Player vermissen, wobei der Numark stattdessen ein USB-Interface innehat. Der knapp 30 Euro teurere the t.mix 402 USB-Play hingegen setzt auf Installations- statt Desktop-Format und kommt aber mit USB-Player und gleich zwei USB-Ports für Computer. Diese Pulte und die Behringer DJX dürften wohl die Hauptkonkurrenten für den Omnitronic PM-422P darstellen.

Pro & Contra

  • 8 Eingangskanäle plus Bluetooth/USB-Player
  • solide Klangeigenschaften
  • Mikrofon-Sektion mit EQ und Talkover-Funktion
  • integrierter Mediaplayer
  • Master/Booth/Rec-Outputs

  • kurzes Channel-Metering
  • etwas kleines Display
  • weder Effekte noch USB-Audiointerface/Recording

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