Hersteller_Pioneer Gear_DJ-Controller Controllerism
Test
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22.11.2012

Praxis

Die Installation der Software und Treiber ist schnell vollzogen. Recordbox lauft auf Apple Macintosh Computern mit Dual-Core-CPUs ab 1,6 GHz, 1 GB RAM und OSX 10.58. Für Windows sollen es zwei Gigahertz Doppelkern-Prozessoren von Intel sein. Unterstütze Betriebssysteme sind Win7 (32 & 64 Bit), Vista (32 & 64 Bit) und XP SP3 (32 Bit). Unter Windows wird zusätzlich zur Softwareinstallation der Pioneer CDJ-Treiber für das Audiointerface benötigt. Was die Signalverarbeitung angeht, setzt Pioneer auf einen Wolfson-DAC. Die Soundkarte arbeitet mit 24 Bit/48 kHz. Der Frequenzbereich ist mit 4-20000 Hz angegeben. Der Sound ist erwartungsgemäß als uneingeschränkt clubtauglich zu bewerten. 

Die Bedienung des Gerätes oder sagen wir besser „die Anwendung der Basisfunktionen“ ist aufgrund der eindeutigen Beschriftungen und des seit Jahren gängigen Grund-Layouts für den geübten Anwender sicher kein Problem und sollte auch Newbies nicht überfordern. Beim Abspielen von CDs und der grundsätzlichen Inbetriebnahme hat sich gegenüber dem CDJ-2000 nichts bahnbrechend geändert, daher lasse ich dies außen vor. Nur möchte ich erwähnen, dass die Wellenformanalyse für MP3- und AAC-Dateien beim Silberling nicht besonders weit vorausschauend stattfindet. Zwar ist die Wave, wenn der Titel durchgespielt wurde, beim erneuten Aufrufen zugegen, aber nicht mehr, wenn der Player ausgeschaltet wurde oder die CD zwischenzeitlich gewechselt wird. Schön wäre es natürlich gewesen, wenn man eine Audio-CD direkt am Player auf einen Stick oder eine SD in das gewünschte Zielformat konvertieren könnte. Da der CDJ ja eine Netzwerkverbindung hat, könnten die Tag-Daten dann doch auch gleich über eine Online-Datenbank wie „freedb“ geschrieben werden. Die Lizenzgebühren zur Vervielfältigung wären natürlich zu entrichten. Aber: Pustekuchen! Vielleicht dann beim 3000NXS?

Mein nächstes Ziel ist es, den Pilgerpfad zum notebooklosen Stelldichein zu betreten. Er ist mit einiger Vorbereitungszeit gepflastert, selbstredend. Aber sonderlich steinig würde ich ihn auf den ersten Blick nicht einschätzen wollen. Für den Praxislauf habe ich keine Kosten gescheut und beim Händler einen „frischen“ 16-GB-Speicherstick für unter 20 Euro erworben, auf dem vier Playlisten Platz finden sollen – meine Güte, was habe ich um die Jahrtausendwende herum noch mal für eine 20-GB-IDE-Festplatte bezahlt? 400 D-Mark (= rund 200 Euro)?

Erster Streckenabschnitt: von Harddisk nach Rekordbox
Die Installation von Rekordbox bedarf nur weniger Klicks. Sie ist, obgleich kostenlos zum Download angeboten, mit einer persönlichen Seriennummer verknüpft, die der User nach Registrierung auf der Pioneer-Website erhält. Beim ersten Start prüft das Programm, ob Updates erhältlich sind, die ich gegebenenfalls aufspielen kann. Für den Import nach Recordbox darf ich einzelne Dateien, Ordner oder auch M3U und PLS-Playlisten auswählen. Auf einem Corei5-Windows Notebook werden die Titel in etwa zehn Sekunden pro Stück analysiert. Danach stehen sämtliche Tag-Infos, Peak und Grid gemäß nachfolgender Grafik zur Verfügung. Bedauerlicherweise geschieht die Berechnung der Musikstücke nacheinander und nicht mit einem Thread pro Prozessorkern. Die Bedienelemente der Software sind der Hardware zum Teil recht ähnlich. In der Transportsektion sind die Werkzeuge für die Vorbereitung am Rechner beheimatet. Die Wellenformen lassen sich zur besseren Platzierung von Cue-Punkten oder Schleifen komfortabel zoomen, das Taktraster editieren, verschieben, strecken und stauchen. Zur Speicherung von Cue/ Loop-Positionen stehen drei Hotcue- und acht Memory-Bänke zur Verfügung. Benennen lassen sich diese nicht. Zum Plattenkistenpacken oder besser Abspielreihenfolgen anlegen kann ich auch die Wellenformen und Infos zugunsten eines Fullscreen-Browsers ausblenden. 

Erste Hürde: Missing Tracks
Etwas nervig: Nachdem ich einen Ordner mit 63 Tracks verschoben hatte und auf „fehlende Tracks verwalten“ klicke, erscheint ein Pop-Up, in dem die Dateien manuell neu zugewiesen werden müssen. Rekordbox erkennt nämlich nicht, nachdem ich manuell ein Stück aus dem neuen Speicherpfad des „Traxsource-Ordners“ zuweise, dass der Rest der fehlenden Dateien auch dort liegt. Es gibt keinen Folder- oder Harddisk-Scan. Schlimmer noch: Möchte ich den Dialog abbrechen, muss ich in diesem Fall 63 mal (!) am Mac auf „Cancel“ drücken oder Rekordbox gewaltsam über das Apfelmenü in die Knie zwingen. Was wohl passiert, wenn ich eine ganze externe Festplatte neu verlinken muss, weil die Daten neu arrangiert wurden? Undenkbar unpraktisch! Vor allem, weil sich die manuelle Zuweisung nur durch ein Löschen alter Daten, Reimport und eine erneute Analyse umgehen lässt, da sonst alle Einträge doppelt vorhanden sind. Das geht gar nicht und gehört für mich auf die Update-Liste. Handelt es sich indes um einen versehentlich verschobenen Ordner, kann ich diesen immerhin gefahrlos zurückschubsen und alles ist wieder in Butter.

Zweiter Streckenabschnitt: von Rekordbox nach USB und zurück
Playlisten können via Drag’n’Drop aus der Kollektion befüllt werden. Zu diesem Zweck kann ich die Fenster auch nebeneinander platzierten, iTunes eingeschlossen. Das sieht dann wie folgt aus. Im Infopanel lassen sich Tags editieren, Informationen können auch via iTunes abgerufen werden. 

Wer bereits einen Haufen Playlisten vorliegen hat: PLS und M3U-Dateien werden von Rekordbox problemlos eingelesen. Der Export geschieht indes ausschließlich in XML. Wobei festzustellen war, dass mir der Re-Import nach iTunes oder anderer DJ-Software nicht geglückt ist.

Zweiter Stolperstein
Nach einem provozierten Auswurf beim Kopieren der dritten Playliste stürzt die Software beim erneuten Einstecken des USB-Datenträgers ab, um nach einem Neustart eine defekte Library zu melden. Dann bieten sich zwei Möglichkeiten an: Entweder den Stick zu „resetten“, woraufhin alles neu aufgespielt wird oder einfach die in meinem Fall dritte Playliste rüber ziehen und erneut kopieren, woraufhin die Software prüfte, welche Dateien schon vorhanden waren und die fehlenden ersetzte.

Erster Zwischenstopp am CDJ-2000
Also rein mit der frisch erstellten USB-Plattenkiste im Kinderschokoladenformat und los geht’s. Bei meinem von Rekordbox analysierten Stick kann ich ganz bequem nach Artist, Album, Track, Playlist, History und weiteren frei zufügbaren Filtern in der Verzeichnisstruktur navigieren – in einer klassischen Listenansicht oder mit Cover-Art. Search ermöglicht eine alphabetische Registersuche über den Ribbon-Controller. Das ist sehr komfortabel, wenn riesige Datenmengen durchforstet werden sollen. Alternativ drücke ich den Encoder nieder und kann die einzelnen Buchstaben des Alphabets in logischer Reihenfolge zur Schnellnavigation anwählen. 

Besondere Erwähnung finden soll auch die Tag-Liste. Sie bietet sich als temporäre Playlist an. Also zum Beispiel, um während eines Gigs ein paar Titel hier zu parken, die der Protagonist unbedingt am Abend noch spielen will. Bis zu 100 Tracks pro Gerät (!) können in den Tag-Listen gesammelt und über Pro DJ Link ausgetauscht werden. Tag-Listen können wiederum als Playlist exportiert werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, eine Playlist mit einem Bild nach Wahl auszustatten oder einzelne Datenträger mit einem Farblabel zu kennzeichnen, die dann am CDJ durch einen Leuchtrahmen dargestellt werden (Tracks stattdessen mit farbigen Rating-Sternen). Stehen ergo Grün für sanfte Rock-Balladen und Rot für batteriesauren Acid, weiß man auch nach ein paar Drinks, dass die Titel mit den grünen Rahmen zur Rush-Hour im Technoclub deplatzierter nicht sein können.

Innerhalb von vier Klicks (ich nenn die Push-Encoder-Funktion einfach mal so) ist mein Track abspielbereit – Infos und Wellenform sind sofort zugegen. Da gibt’s nichts zu meckern. Play. Ziemlich praktisch ist in diesem Zusammenhang auch das Needle-Search-Feature unter dem Display. Zum einen, weil man damit ziemlich flott durch die Berge und Täler der Wellenvorschau navigieren kann, wobei Erwähnung finden muss, dass dieses Unterfangen von Haus nicht sehr präzise ist, da der komplette Track auf die Länge des Slider gemappt ist. Aber der Rest lässt sich dann prima framegenau per Jogwheel anfahren. Möchte der DJ dann einen Loop oder Cue platzieren, kann er zudem von der Quantize-Funktion Gebrauch machen – cool. Dass der große Teller im Vinyl-Modus hinlänglich gut zum Scratchen geeignet ist, möchte ich auch noch berichten. Ferner kann er zudem auch sehr schnell durch die Wellenform (Kombi mit Search) oder die Titellisten browsen (Kombi mit Track Search). Das Pioneer-typische Schnarren ist auf jeden Fall Geschmackssache.

Dritte Etappe: App-dafür – von Rekordbox nach Rekordbox
Solltet ihr auch mit der App arbeiten wollen, dann überlasst zumindest die Analyse der Titel besser dem Rechner. Der ist deutlich schneller als ein Mobilphone (es sei denn, ihr arbeitet auf einem PC/MAC aus dem vorhergegangenen Jahrhundert) und saugt euch nicht den Akku leer. Kurzerhand habe ich die App aufs Handy geladen und wähle den Button „Select“ aus, um Musik vom PC auf das Cellphone zu beamen. Nach einer Bestätigung auf beiden Geräten dauert die Übertragung von 15 Titeln auf das Mobilteil knapp drei Minuten.

Hier ein paar simple Hinweise bezüglich der Datenübertragung zwischen den Beteiligten: Das Befüllen eines Handys oder Tablets vom PC aus ist nicht möglich, wenn jener als Zuspieler operiert. Ein direkter Austausch von Rekordbox-Playlisten oder Tracks unter verschiedenen mobilen Geräten ist aktuell nicht vorgesehen. Ferner ist es nicht möglich, das Rekordbox-Programm auf dem Rechner mit mehr als einem Device simultan zum Datenaustausch zu verbinden. Beim Übertragen von Playlisten in Richtung PC oder MAC müssen die Titel in der Rekordbox-Library auf dem Rechner vorliegen. Der PC spielt keine Musikstücke vom Handy ab. Der Austausch vom PC in Richtung Mobilgerät funktioniert indes ohne Probleme, sodass ihr einmal erstellte Listen mit analysiertem Audiomaterial auf den „Androiden“ oder das „iMobil“ kopieren könnt.

Im „Prepare“- Screen finde ich ein virtuelles Deck vor. Und eine Vielzahl an Tools, um den Musikstücken „auf die Pelle zu rücken“, Wellenformen zu analysieren, Beatgrids zu generieren und zu editieren und Playlisten on-the-fly zu erstellen. Dabei kann ich mit horizontalem oder vertikalem Screen-Layout arbeiten. Wie es sich gehört, finden hier auch Transportkontrollen und Bedienelemente für Loops und Cues ihre Abbildung, wobei sich die Ausschnittbetrachtung der Wellenform per Fingerspreizung zoomen lässt, um die Marker akkurat zu platzieren. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Gridding am Cellphone schon, doch lässt sich hier bei hoher Zoomstufe genau so exakt arbeiten, wie mit der Maus oder den Tasten am PC, zumindest war das mein persönlicher Eindruck. Wegen des ausführlichen Funktionsumfangs von Rekordbox verweise an dieser Stelle auf den Artikel XDJ-Aero, der das Thema sehr intensiv behandelt, und beschränke mich hier auf ein paar untertitelte Screenshots. Warum ich dennoch komplexe Playlisten lieber am PC als in der App erstelle, wird vielleicht klar, wenn ich mir einmal die Importfunktion der Rekordbox vor Augen rufe, die nicht in der Lage ist, Verzeichnisstrukturen zu durchforsten. Musik-am-Handy-Shopper aufgemerkt: Alle Audio-Dateien auf dem Androiden und der SD-Card liegen „root“ vor, sodass es mir nicht möglich ist, einen von beispielsweise drei frisch angelegten Ordnern auszuwählen und diesen komplett oder in eine Playlist zu importieren. Sind die Titel jedoch einmal in der Bibliothek gelandet, können sie fein säuberlich nach Kategorien aufgelistet bequem „zusammengetoucht“ werden. 

Was mir an der Rekordbox-App nicht gefällt, ist, dass sie aktuell keinen Playlisten-Export vorsieht, weder auf direktem Weg noch als Dokumentenaustausch über iTunes. Leider hat die Software auch noch keinen Automix-Modus an Bord, um Playlisten komplett abzuspielen. Ferner ist es nicht möglich, Rekordbox-Titel in iOS-iTunes abzuspielen, jedoch kann ich auf die iTunes-Library zuzugreifen. Soweit die Vorbereitung. Nun das Streaming.

Zweiter Zwischenstopp am CDJ-2000: Wireless-Streaming
Als Nächstes kommt die kabellose Anbindung der Musikbibliothek eines Android-Smartphones/ iOS-Gerätes auf den Prüfstein. 1. Rekordbox-Taste am CDJ drücken 2. Load am Androiden/iPad drücken 3. Smartphone am CDJ auswählen In meinem Ad-Hoc-Netzwerk (300MBit) ist der Titel innerhalb von wenigen Sekunden startklar. Bis die Buffer-Anzeige vollständig ausgefüllt ist, vergeht etwa eine Minute, egal ob das Handy oder das Notebook der Lieferant ist. Der Stream läuft ohne Aussetzer und der CDJ arbeitet ohne nennenswerte Verzögerungen, ähnlich wie ich es auch von anderen kabelgebundenen Playern kenne. Selbst bei zeitkritischen Aktionen, wie wildem Cue-Gehämmer, Loop-Rolls und Slipping, leistete sich das Kombinat aus Mobilgerät und CDJ keine nennenswerten Aussetzer. Jedoch ist mir eines aufgefallen: Beende ich Rekordbox auf dem Phone, spielt der Player seltsamerweise ohne Murren weiter. Schalte ich jedoch das Handy aus, ist Schluss mit lustig – im Test auch abrupt, also ohne den 4-Beat-Emergency-Notfall-Loop, der bei Unterbrechung zum Wechselspeicher eingeleitet wird. Drahtlos spielt der Nexus zwar nur die Dateiformate MP3 und AAC ab. Das möchte ich ihm aber nicht verübeln, denn unkomprimierte Wave-Files durch die Kanzel zu pusten, ist doch schon eine andere Nummer als ein 320kBit-File, weil die Wav-Daten fünfmal so groß sind. Diese doch lieber vom Stick oder von der CD.

Pro DJ Link und Tonart
Die Pro DJ Link-Funktion stellt Informationen zu allen im Netzwerk befindlichen kompatiblen Laufwerken zur Verfügung. Dazu gehören Track-Infos, deren aktuelle Abspielgeschwindigkeit in BPM, die aktuellen Taktschläge und die Tonart. Tonart? Ja, Tonart! Der CDJ zeigt nämlich an, welche Titel mit dem aktuellen Track harmonieren und welche nicht. Sollte das Key-Icon blau leuchten, ist die Tonart stimmig. Sind die Zeiten nun vorbei, wo der mit einem fotografischen Gedächtnis ausgestattete DJ seine Keycodes mit der im Kopf abgespeicherten Camelot-Tabelle abgleichen muss? Wenn man der Einschätzung der Rekordbox Software-Analyse blind vertrauen möchte, vielleicht. Den richtigen Track zur richtigen Zeit zu spielen, kann dem DJ trotzdem keiner abnehmen, und das ist auch gut so.

Richtig gut gelungen ist beim Nexus der neue Mastertempo-Algorithmus, mit dem der Klang „noch näher am Original bleibt“, wenn der DJ das Tempo ändert. Das hört man gern und das ist ein Grund für uns, dieser Funktion einmal mit einer Vocal und einem Musikstück auf den Zahn zu fühlen. Mein Eindruck: alle Achtung. Echt. 

Was gibt’s noch zu erwähnen? Eigene Einstellungen können auf den Stick gespeichert und in den Club mitgenommen werden. Dazu ein Screenshot. Der Verlauf der Performance wird intern aufgezeichnet und ist über den History-Eintrag zugänglich und speicherbar, sodass er im DJ-Studio dann wieder auf ein Notebook importiert werden kann. Die fünf zuletzt gespielten Tracks werden automatisch in einer Liste gespeichert. Bewertungen können während der Performance erstellt und dann mit Rekordbox synchronisiert werden. Dann gibt es da noch den Beatcountdown, bei dem der CDJ einen Countdown von bis zu 64 Takten zu selbst erstellten Markern initiieren kann.

Bevor wir uns gleich dem Fazit zuwenden, noch ein paar Worte zur Inbetriebnahme mit Traktor. Im Club-Kontext macht es Sinn, eine allgemeingültige Plug’n’Play-Lösung anzubieten. Und hier schlägt sich der Pioneer mit Bravour. Einmal auf den Link-Button drücken, dann die Verbindung zum PC bestätigen und das Traktor-Deck am CDJ auswählen. Easy, peasy und der Spaß kann beginnen. Komplett mit Playlisten, Titelinfos, Browsing und Cover-Art.

Einmal mehr wird deutlich, dass der Nexus den CDJ-2000 auf die nächste Evolutionsstufe der Pioneer CDJ-Reihe befördert. Aber das hat seinen Preis, denn einige der neuen Funktionen laufen nur im Verbund mit mehreren Einheiten. Fakt ist auch, dass Traktor- und Serato-Anwendern eine Vielzahl der neuen Funktionen seit Jahren bekannt sind, insofern sollte man mit dem Terminus „innovativ“ vorsichtig sein. Auch sollte man sich vor Augen halten, dass ein Vierdeck-Pioneer-Setup mit Mixer und Effekt-Board fast 10000 Euro kostet, wohingegen ein Laptop mit Pioneer DDJ-SX-Controller (oder Native Instruments S4 und Traktor-Pro) schon um die 2000 Bucks zu haben ist. Auch stellt sich die Frage, wer diese Ausstattungsmerkmale denn nun tatsächlich braucht. Klassische CD-Jockeys, die nach Gehör einpitchen, mit ihren Achthundertern oder Tausendern auflegen und dem Silberling die Treue schwören, sicher nicht unbedingt. Auch wer bereits einen CDJ-2000 besitzt, wird wahrscheinlich abwägen, ob ihm die neuen Funktionen tatsächlich einen Mehrwert bieten. Wer hingegen nicht auf die Kohle gucken muss und im Rekordbox-Kosmos seinen Seelenfrieden findet, ist mit dem Nexus außerordentlich gut beraten. Letztlich ist es fast obsolet zu sagen, dass die CDJs für den Clubbesitzer ein interessantes System darstellen, das in unterschiedlichen Szenarien einen nahtlosen Plug’n’Play-Workflow im Club gewährleisten kann – im Notfall halt auch mal mit Interfaces und Timecodes. 

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Weitreichende Funktionalität (Media-Player, CD-Player, Controller)
  • Digitaler Workflow dank USB-Speicherung der Analysedaten
  • Hervorragendes Display
  • Zoombare Wellenformen
  • Sehr gutes Handling und Benutzerführung
  • Synchronisation und Link-Betrieb mehrerer Einheiten
  • Sehr guter Klang
  • Multifunktionaler Slider für Spulen, alphabetische Suche und Loop-Rolls
  • Hervorragendes Zusammenspiel mit Traktor

  • Hoher Preis
  • Keine Wellenform-Vorschau (MP3, AAC) von USB- und SD-Medien
  • Exportfunktionen und fehlende Konsistenzprüfung in der Software

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