Eurorack-Module Gear_Synthesizer
Test
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10.09.2019

Radikal Technologies Delta CEP A Desktop Test

Paraphoner semimodularer Desktop-Synthesizer

Vielseitiger Desktop-Synth mit beeindruckenden Möglichkeiten

Radikal Technologies Mastermind Jörg Schaaf sucht stets das Außergewöhnliche. Mit außergewöhnlichen Konzepten wie dem Spectralis oder dem Accelerator hat er mächtige Lösungen für die Themen „Groovebox“ und „virtueller Synthesizer“ angeboten, mit dem Swarm Oscillator und dem RT1701 EFFEXX Multieffekt hat er große Module für das Eurorack im Programm. Mit dem Delta CEP A stellt er nun einen sehr vielseitigen, semimodularen und kompakten Desktop-Monosynth mit vierstimmiger Paraphonie und Parameter-Morphing vor, der auch als Eurorack-Variante zur Verfügung steht. 

Details

Auspacken

Delta CEP A wird in einem kompakten Pappkarton geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Synth lediglich noch eine Bedienungsanleitung und ein ULL SP2-Netzteil der deutschen Firma Leicke, dass ursprünglich für Acer Laptops entwickelt wurde. Das Netzteil kommt in einem innen gefütterten und sehr hochwertigen Täschchen aus Wildleder und scheint dadurch trotz der langen Strippen auch gut für’s Reisen geeignet. Allerdings können auch andere Netzteil verwendet werden, wenn sie zwischen 12 und 19 Volt Ausgangsspannung liefern.

Die 64-seitige Bedienungsanleitung verdient übrigens besondere Erwähnung. Nicht nur sind hier alle Funktionen des Delta CEP A anhand von sehr aufschlussreichen farbigen Fotos exakt erklärt, sie ist vielmehr auch ein sehr detaillierter Walkthrough, den man gerne von Anfang bis Ende mitbegleitet. Der zierlich wirkende Delta CEP A ist beileibe kein Leichtgewicht. Satte 2,7 Kilogramm machen den Synthesizer schwerer, als er aussieht. Das ist vor allem dem hochwertigen Metallgehäuse geschuldet, dass sich pultförmig und erwartungsfroh dem Anwender entgegenstreckt und dem toll verarbeiteten Synth-Modul eine sehr wertige Aura verleiht.

Bedienelemente

Der Delta CEP A bietet 23 Potis, die ungerastet auf der oberen Hälfte des Bedienpanels zum Schrauben einladen. Dank der schönen Moog-artigen Potikappen wirkt das alles sehr hochwertig. Dazu kommen noch 14 schwarze ovale Druckschalter, die von den 28 LEDs flankiert werden.

Anschlüsse

Rückseitig befinden sich je ein Stereo-Eingang und Ausgang für 6,3 cm-Klinken, die drei Buchsen von der MIDI-Schnittstelle sowie der Anschluss für das Netzteil. Aber die wahre Ein-und-Ausgangs-Action findet auf dem pultförmig angeschrägten Bedienpanel statt: 17 Ein- und 14 Ausgänge für Steuerspannungen und Audiosignale dominieren die untere Hälfte der Bedienoberfläche, dazu noch ein weiterer MIDI-Eingang vorne, falls Delta CEP A im Eurorack verbaut wird (wodurch man dann an die hinteren Anschlüsse nicht mehr so gut rankommt).

Flexible Verwendung

Für einen universellen Einsatz hat Mastermind Jörg Schaaf den Delta CEP A so konstruiert, dass er gleich zwei wichtige Kriterien erfüllt: Der Delta CEP A kann sowohl Stand-Alone im Studio und auf der Bühne eingesetzt werden, als auch gewinnbringend mit vorhandenen oder zukünftigen modularen Systemen verbunden werden.

Bedienoberfläche

Die einzelnen Sektionen des Synthesizers sind auf der Oberfläche ähnlich einem Eurorack klar gegliedert, ganz so, als wären sie auch einzeln modular erhältlich. Natürlich sind diese neun „Module“ nicht austauschbar und intern fest verdrahtet, aber die vorgegebene Struktur des Signalflusses kann man mit den vielen Ein-und-Ausgängen im Miniklinken-Format (mono) weitgehend aufbrechen und neue Klangwege suchen.

So findet man von links nach rechts betrachtet:

  • 1. Den Interpolator (für die Verwaltung von Presets und das Morphing zwischen verschiedenen Snapshot-Einstellungen)
  • 2. Das MIDI/CV-Interface
  • 3. Den LFO mit fünf Wellenformen
  • 4. Den bis zu acht-stimmigen Swarm-Oszillator
  • 5. Den Mixer
  • 6.  Das digitale und analoge Multimodefilter
  • 7.  Die ADSR-Hüllkurve
  • 8. Den VCA
  • 9. Das Multieffektgerät mit zwei Delay, Chorus, Phaser und Flanger.

Alle Module sind mit Steuerspannungs-Eingängen ausgestattet, die Ausgänge mit blau unterlegten Namen gekennzeichnet. Auch einige Poti-Namen bieten blau unterlegte Zweitbezeichnungen, die per Shift-Taste bedienbar sind.

Jörg Schaaf hat einige „best-of“-Funktionen seines bisherigen Schaffens in den Delta CEP A integriert, z. B. den Swarm-Oszillator und die Modulation der Zeitlinearität der Wellenform (TLM), die zum ersten Mal beim Spectralis Synthesizer zum Einsatz kam.

 

 

Energie Sparen

Fühlt sich der Synth eine halbe Stunde lang ignoriert, beginnt er auffällig rot zu blinken. Man kann dann entweder eine Taste betätigen, oder einen Regler bewegen, oder eine MIDI-Message senden, um das Abschalten zu stoppen. Passiert das nicht, schaltet sich der Synth automatisch ab, denn in der EU ist mittlerweile ein automatisches Abschalten bei Geräten mit einer maximalen Stromaufnahme im Ruhemodus von 0.5 mA vorgeschrieben.

Radikal Technolgies gehören zu den Herstellern, die das umgesetzt haben. Leider tut er das mit einem beleidigten Knacksen, dass über die Lautsprecher unangenehm klingt. Daher habe ich den Ruhemodus gleich mal im Utility-Menü ausgeschaltet. Einfach, weil’s geht. Auch die sehr hellen LEDs lassen sich im Utility-Menü dimmen. Ich kenne Producer, deren Augen gerade auf weiße und blaue LEDs im Studio sehr empfindlich reagieren und die LEDs des Delta CEP A als zu grell empfinden würden. Schön, dass das ebenfalls möglich ist.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einzigartiger Swarm Oszillator
  • In modulare Umgebung integrierbar
  • Polyphon spielbar durch vierstimmige Paraphonie
  • Parameter-Morphing
  • Pitchregler über den gesamten Notenbereich
  • Gute Effekte

  • Kein Kopfhörerausgang

Gehört zu dieser Serie

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