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15.02.2021

Rock Bass Patterns, die (fast) immer passen

Standard-Bassgrooves für Rockmusik

Häufige Grooves für E-Bass: Achtel, Amsterdam, Riding Horse ...

In diesem Workshop möchten wir euch einige Rockgrooves vorstellen, die sich über die Jahrzehnte zu echten Archetypen des Bassspiels in der Rockmusik entwickelt haben. Diese Standard-Grooves fanden und finden in vielen Stücken immer wieder Verwendung ‑ entweder in ihrer ursprünglichen Form oder in einer der zahlreichen Varianten. Alle Bassisten sollten diese Grooves in ihrem "bassistischen Repertoire" haben, denn sie werden vor allem aus einem bestimmten Grund derart häufig verwendet: sie funktionieren! Zudem können diese Standard-Bassgrooves eine hervorragende Basis sein, auf der sich neue Ideen und Konzepte entwickeln - etwa beim Schreiben eigener Songs oder auf einer spontanen Session. Und auch im Falle einer kreativen Blockade sind diese Archetypen hilfreich, um einen Startpunkt zu bilden.

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Rock Bass Patterns: Grundton-Achtel

Dieser Kandidat ist ganz sicher keine Überraschung: Straighte Achtel auf dem Grundton zu spielen ist wohl DER Rockbass-Klassiker schlechthin und bedarf daher keiner weiteren Erklärung. Die Beschränkung auf den Grundton lenkt melodisch nicht vom Gesang oder anderen wichtigen Elementen in der Musik ab und bildet zumeist ein tolles Fundament mit dem Schlagzeug.

Bei den beiden Klangbeispielen habe ich die Achtel einmal lang (legato) und einmal kurz gespielt (staccato), damit ihr gleich zwei Variationen zum Üben habt. Ersteres "füllt" mehr und schafft eine solide Groove-Basis, die zweite Variante wirkt deutlich aggressiver. Natürlich sind hier aber auch "Zwitter"-Figuren denkbar.

▶ Wenn du tiefer in das Thema "Achtelgrooves für Bass" einsteigen willst, wird dich auch dieser Bass-Workshop interessieren!


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Rock Bass Patterns: Rock-Shuffle

Eng verwandt mit den Rock-Achteln ist der Rock-Shuffle. Auch er featured aus den genannten Gründen die Grundtöne der Akkorde, basiert jedoch auf einer ternären Unterteilung der Achtel. Dabei wird ein Viertel in drei statt zwei Triolenachtel aufgeteilt, von dem wir wiederum fortlaufend lediglich die erste und die dritte Achtelnote spielen. Diese Spielweise erzeugt den speziellen Sound des Shuffle-Rhythmus.

Je nach Tempo und angestrebtem Feeling kann man such hier auch von der exakten mathematischen Aufteilung lösen und die zweite Achtel etwas nach vorne oder hinten verlagern. Dies führt aber für heute etwas zu weit - wir halten uns erst einmal an die Basis.

Ich habe auch hier wieder zwei unterschiedliche Artikulationen (legato und staccato) aufgenommen:

Übrigens, der Begriff "Shuffle" beschreibt die sich immer wiederholende oben beschriebene Figur, eine ternäre Unterteilung ist an sich noch kein Shuffle - hier gibt es nicht selten Verwechslungen im Gebrauch des Wortes!

▶ Auch zum zum Thema "Shuffle" haben wir einen ausführlichen Workshop für euch - einfach hier klicken!

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Rock Bass Patterns: Offbeat-Achtel

Gerade in der Rockmusik der 70er- und 80er-Jahre finden wir häufig eine Begleitung aus Offbeat-Achteln, welche ein treibendes, pumpendes Feeling erzeugen. Bis auf die Zählzeit 1 spielen wir nur auf die "und" jeder Viertelnote (Offbeat = neben dem Beat).

Um die Wirkung noch besser zu demonstrieren, habe ich bei den Klangbeispielen die Länge der Akkorde verdoppelt. Eine häufige tonale Variation ist die Verwendung der Oktave auf der Zählzeit 1, da der Unterschied zwischen tief und hoch den Unterschied zwischen "Onbeat" und "Offbeat" zusätzlich unterstreicht.

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Rock Bass Patterns: "Amsterdam" und seine Variationen

Was wie ein nettes Urlaubsziel klingt, ist in ganz nebenbei einer der beliebtesten Bass- und Drumgrooves schlechthin, vor allem im Singer/Songwriter-Bereich, im Pop oder auch im Folkrock. Der Spitzname "Amsterdam" dieses Grooves entstand, da man die drei Silben dieses Wortes so aussprechen kann, wie die Rhythmik des Grooves klingt: "Ams" bleibt dabei länger stehen und "ter" und "dam" folgen direkt aufeinander.

Auch diesen Groove gibt es mit vielen Kombinationen von unterschiedlichen Tonlängen, zwei sehr beliebte habe ich nachfolgend für euch notiert und aufgenommen:

Und auch der folgende Groove ist in der Praxis sehr weit verbreitet: Ich verorte ihn mal als einen engen „Verwandten“ des „Amsterdam“, denn zwei von drei Zählzeiten sind hier identisch. Allerdings spielen wir hier nur die „1“ und die „2+“, nicht mehr die „3“. Wir antizipieren sozusagen die „3“ auf der „2+“, was für einen interessanten Beschleunigungseffekt in der Musik sorgt:

Rock Bass Patterns: Riding Horse / Reiter

Dieser Groove wird aufgrund seines Klanges auch "Riding Horse" ("Galoppierendes Pferd") genannt. Im Deutschen hört man auch immer mal wieder den Begriff "Reiter".

Bestehend aus der ständigen Wiederholung einer Gruppe von einem Achtel plus zwei Sechzehntel klingt es ganz so wie bei den harten Männern im Wilden Westen. Beliebt ist der "Riding Horse"-Groove vor allem im Hardrock der 70er- und 80er-Jahre (z. B. bei Iron Maiden, Dio, Manowar ...) - er hält sich aufgrund seines treibenden Charakters aber bis in die heutige Zeit!

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Rock Bass Patterns: Rhythmische Überlagerungen

Von diesem Phänomen spricht man, wenn sich unterschiedliche rhythmische Einheiten überlagern, also gleichzeitig in der Musik stattfinden. Ein Beispiel: Ein simpler Achtelgroove unterteilt bekanntlich jede Viertel in zwei Achtel, wir spielen in diesem speziellen Fall jedoch eine Figur, die sich rhythmisch (ggf. auch melodisch) erst nach DREI Achteln wiederholt.

Die unterschiedlichen Schwerpunkte beider Rhythmen sorgen für Spannung und Dynamik. Nach einiger Zeit (meist ein oder zwei Takte) wird diese Spannung dann wieder aufgelöst. Hier ein einfaches Beispiel, bei dem in meiner Bassline eine Oktave und zwei Grundtöne eine Einheit von drei Achteln bilden:

Weit mehr Variationen gibt es auf der Basis von Sechzehnteln, denn diese bieten mit der Unterteilung einer Viertel in vier Einheiten natürlich entsprechend mehr Möglichkeiten. Hier sind drei Beispiele, die dir aus vielen Songs wahrscheinlich bekannt vorkommen werden. Ich spiele jeweils eine Gruppe von drei Sechzehnteln, während der Puls in vier Sechzehntel unterteilt ist.

Bei diesen Beispielen habe ich die Spannung bereits nach einem Takt wieder aufgelöst, doch dieses Konzept über einen längeren Zeitraum zu dehnen und/oder mit längeren Gruppierungen vorzunehmen (5, 6 oder 7 Sechzehntel), ist ein sehr beliebtes Stilmittel z. B. im Progressive Rock. Es basiert jedoch auf exakt dem gleichen Prinzip der rhythmischen Überlagerung.

 

 

Viel Spaß mit diesen Standard-Groovepatterns und bis zum nächsten Mal,

euer Thomas Meinlschmidt

Veröffentlicht am 15.02.2021

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