Test
8
16.08.2019

Rodelink Newsshooter Test

Digitale Audio-Funkstrecke

Der Ü-Wagen für die Hosentasche

Das RØDELink Newsshoter Kit bietet eine Plug-and-play-Sender-Empfänger-Funkstrecke für dynamische-, Kondensator- und Lavalier-Mikrofone. Newsshooter, da der Empfänger direkt an eine Digital-Kamera angebracht und so für Videoreportagen, Blogs, Interviews und ähnliches genutzt werden kann. So universell die Auswahl der Mikrofone ist, so universell sind die weiteren Features wie Stromversorgung über reguläre Batterien, Sony-NP-F-Akkus oder gar über eine USB-Power-Bank. Die digitale Übertragung wird mit 128 Bit verschlüsselt, über 100 Meter weit mit einer maximalen Latenz von unter 4 Millisekunden gesendet. Kinderleichte Bedienung über OLED-Displays und einen Betrieb von bis zu acht Geräten parallel gibt es noch on top, wobei das lizenzfreie 2.4-GHz-Band genutzt wird. Auf zum Prüfstand!

Details

Die australische Firma Røde produziert seit den 80ern Mikrofone zu günstigen Konditionen. Der Newsshooter ist eine Plug-and-play-Funkstrecke aus der RØDELink-Serie, die speziell für den Einsatz bei Video-Journalisten bzw. Bloggern und Kollegen entworfen worden ist. Das System kann sowohl an einem handgehaltenen, dynamischen Mikrofon als auch drahtlos an einer Tonangel mit Richtrohr-Kondensatormikrofon angeschlossen werden. On top gibt es einen 3,5-mm-Klinkeneingang (TRS) für Lavalier-Mikrofone.

Die Geräte kommen in zwei getrennten Päckchen und haben die Maße 120 x 45 x 45 mm bei 222 Gramm der Sender und 111 x 65 x 52 mm bei 190 Gramm der Empfänger. Die Antennen sind im Inneren des Gehäuses versteckt. Dem Sender ist eine Spritzschutzhülle beigelegt, welche zusätzlich über einen Gürtelclip verfügt. Daneben gibt es noch drei bunte Markierungsringe und ein Stocher für renitente Batterien. In der Packung des Empfängers finden wir noch ein Spiralkabel mit 3,5-mm-Klinken und einen zweiten Blitzschuhadapter, der identisch zu dem bereits an dem Empfänger montierten ist.

Für den Betrieb der Strecke reichen bereits herkömmliche Alkalie-AA-Batterien, insgesamt vier Stück an der Zahl, was die Komponenten um das Gewicht der Batterien erschwert. Daneben können leistungsfähige Lithium-Ion-Akkus oder für den Sender auch Sony-NP-F-Akkus verwendet werden.

Die Reichweite beträgt laut Hersteller 100 Meter, wobei auf dem lizenzfreien 2.4-GHz-Band bis zu acht Funken aus der RØDELink-Serie parallel benutzt werden können. Die Audio-Übertragung reicht von 32 Hz – 22 kHz bei einer Auflösung von 24 Bit und 44.1 kHz Samplingfrequenz. 

Sender

Der Sender verfügt über einen XLR-Mikrofon-Anschluss, dessen Verriegelung als Verschraubung mit Feingewinde rappelfest umgesetzt ist. Direkt daneben befindet sich der schraubbare 3,5-mm-Klinkenanschluss für Lavalier-Mics. Ebenfalls auf Anschlussseite ist die grüne Betriebslampe, welche sowohl Übersteuerungen als auch niedrige Batterieladung rot anzeigt. An der linken Seite befinden sich der 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer und darüber die USB-C-Schnittstelle für die kabelgebundene Stromversorgung.

Hinter einer Klappe auf der Frontseite verbergen sich die Bedienelemente-Betriebsschalter und die zwei Tasten für das Pairing bzw. die Menüauswahl. Darüber ist das übersichtliche OLED-Display, welches neben dem gewählten Kanal folgende Menüauswahl anzeigt: Mikrofon Einspeisung (XLR / TRS), Phantomspeisung, Ausgangslautstärke (0 bis +40 dB), Lautstärkepegel Kopfhörer (0 – 11!). Schieben wir die Klappe wieder über die Tasten, erlischt das Display aus Energiespargründen. Am unteren Ende befindet sich die Verriegelung für das AA-Batteriefach. Das Fach kann komplett entnommen werden und anstatt dessen einer der Sony-NP-F-Akkus eingelegt werden. 

Empfänger

Auch der Empfänger ist universell. Dieser kann mit dem Gürtelclip als Bodypack getragen oder mit dem Blitzschuhadapter direkt auf die Kamera angeflanscht werden. In dem Adapter ist ein Gewinde, um den Empfänger auf einem Mikrofonstativ zu positionieren. Notfalls sind alle Bedienelemente so geschützt und gesichert, dass wir ihn auch locker neben einem Mischpult ablegen könnten.

Auf der schmalen Vorderseite befinden sich das Display, der Betriebsschalter mit integrierter LED, der Stummschalter und die Kanalwahltaste. Um den Kanal zu wechseln, muss die aktuelle Auswahl zurückgesetzt werden. Entsprechender Taster ist im Batteriefach auf der Unterseite neben dem DIP-Schalter für das Pad des Ausgangs (0, -10, -20 dB) untergebracht.

Der Deckel des Batteriefaches ist zugleich der Boden des Empfängers. Sowohl die Fachentriegelung als auch der fest montierte Gürtelclip sowie die Gewinde für den Blitzschuhadapter sind hier angebracht. Auf der linken Seite ist der Audioausgang des Gerätes, als schraubbare 3,5-mm-Klinke realisiert. Passend. Daneben befindet sich die USB-C-Buchse für externe Spannungsversorgung.

Das Display zeigt den aktuellen Kanal, Batterieladung von Empfänger und Sender sowie den einkommenden Pegel an. Die rot-grüne Betriebs-LED gibt Auskunft über Stummschaltung und warnt zusätzliche über eventuell niedrige Batterieladung.

Pro & Contra

  • sehr geringe Latenz
  • Funkverbindung bis 100 Meter
  • abhörsichere 128-Bit-„AES“-Chiffrierung
  • bis zu acht parallel nutzbare Kanäle
  • Strom über AA-Batterien, USB oder Sony-NP-F-Akkus
  • zuschaltbare Phantomspeisung
  • XLR- und 3,5-mm-Klinkeneingänge für reguläre und Lavalier-Mikrofone
  • direkte Abhörung per regelbarem Kopfhörerausgang am Sender

  • Sendergröße und -gewicht

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X