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Test
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02.06.2015

Serato Remote Test

DJ MIDI-Controller App

Touch me, if you can!

Serato Remote für iOS als DJ-Controller Ersatz? Der Bonedo-Test bringt Stärken und Schwächen ans Licht. Maßgebliche Entscheidungskriterien für oder gegen einen MIDI-Controller sind neben der verwendeten Software auch die Club-Tauglichkeit, der Mobilitätsfaktor, natürlich der eigene Anspruch und nicht zu vergessen die Fülle des Geldbeutels. Soll es eine ausgewachsene 1000-Euro-Kommandozentrale mit analogem Mischpult und integriertem Audiointerface wie der Pioneer DDJ-SX2 sein? Vielleicht lieber ein vergleichsweise preiswerter, reiner MIDI-Controller wie der Reloop Neon, der gut 130 Euronen kostet? Oder reicht schon eine DJ-App, die nicht einmal 20 Euro aufruft, zur Übermittlung der Befehle an das Musikprogramm aus, so wie die hier vorgestellte Serato Remote? Ein Test muss her.

Details

Serato Remote ist eine „Fernbedienung“ für Serato DJ und mit eingeschränkten Funktionen auch für Scratch Live ab 2.5, mit der sich Cue-Punkte und Loops anfahren sowie Effekte, der Slicer (nur SDJ) und der Sampler bedienen lassen oder durch die Musikbibliothek navigieren lässt. Funktionen, die - mal abgesehen von den FX-Plugins - nur in Verbindung mit zusätzlicher Software funktionieren (Serato Video), lassen sich aktuell noch nicht über die App bedienen. Bei der visuellen Gestaltung setzt die Planungsabteilung auf große Schaltflächen und ein übersichtliches Layout, das nicht zu viele Bedienelemente gleichzeitig auf den Schirm bringt. Stattdessen sind diese auf diverse Unterseiten verteilt, damit die Performance nicht zum Finger-Tetris mutiert. Wer jemals einen Blick auf MIDI-Deck geworfen hat, versteht vielleicht warum. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum die App in vollem Funktionsumfang bisher ausschließlich für das iPad zu haben ist und die iPhone-Variante „Remote mini“ sehr abgespeckt wurde, besitzt das Tablet doch eine viel größere „Angriffsfläche“ für die virtuellen Bedienelemente. Diese können von ihren Maßen her durchaus mit einer klassischen Pad-Matrix am DJ-Controller konkurrieren, doch dazu später mehr. Das Programm landet über den App-Store auf meinem Testgerät, einem iPad vierter Generation und es setzt einen MIDI-Controller (diverse Anbieter), ein kompatibles Interface (Rane) oder einen zertifizierten DJ-Mixer voraus (Rane, Pioneer).

Connection ist alles

Erfreulicherweise darf ich, im Gegensatz zu manch anderen Remote Apps, bei Serato selbst entscheiden, ob ich die Verbindung mit dem Rechner über ein drahtloses Netzwerk oder eine Standard-USB-Verbindung initiieren möchte. Ich entscheide mich für das Kabel. Als „Interface“ setze ich mein Rane SL3 ein. Nachdem der Handshake erfolgt ist, öffnet sich der Startbildschirm im PAD-Modus, bei dem oben zwei virtuelle Decks mit Play und Sync-Button (sehr praktisch) samt nicht touch-sensitivem Wellenformgesamtüberblick residieren, die ein Navigationswerkzeug flankieren. Ferner sind hier die Tasten „Tab“ und „QFX“ zu finden.

In der unteren Hälfte sind die Kreativ-Sektionen beheimatet, die über die Tabulatoren „Pad“, „Sampler“, „Slicer“ und „FX“ aufgerufen werden. Daneben ist ein Pfeil zur Maximierung der betreffenden Zone bei Ausblendung der Deckzeile platziert. Die Zahnräder öffnen das Konfigurationsmenü. Ob die Kopfzeile lieber zwei virtuelle Decks visualisieren soll oder stattdessen Track-Infos ausgibt, lege ich auf der Seite „Preferences“ fest. Auf den Reiter „Edit Fav FX“ komme ich später zu sprechen.

Der Tab „Connection“ erlaubt mir, meine Verbindung mit dem Rechner wieder zu lösen, um beispielsweise kabellos zu performen. Das kann über ein recht unkompliziertes Ad-hoc-Netz erfolgen, das kein WLAN am Ort der Veranstaltung benötigt oder über eine WiFi-Internet-Connection, bei denen ihr die Remote unter den Software Plug-ins aktiviert. Dann steht einem nichts im Wege, sich das Tablet unter den Arm zu klemmen und wie Angus Young durch die Kanzel oder über die Stage zu „derwischen“ oder selbst kurz das Tanzbein zu schwingen.

Wer keine Ambitionen hat, während seines Club-Sets mit dem Rechenbrett spazieren zu gehen, was wohl auf die meisten Anwender zutreffen dürfte, sollte meiner Meinung nach die USB-Verbindung bevorzugen, da sie verzögerungsärmer arbeitet als die Wireless-Connection. Obendrein wird das iPad dann auch gleich geladen. Dieses logiert bei mir während dieses Tests auf einem Crane Stand V3, der hinter dem Mixer aufgebaut ist und aufgrund seines flexiblen Neigungswinkels perfekt zum iPad und dem Mischpult passt. Mit der Auswahl eines Titels und der Nadel auf dem Timecode nimmt die Geschichte ihren Lauf und führt uns in den Praxisteil.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Große praxistaugliche Bedienfelder
  • Logisches Layout
  • Latenzarmes Spielgefühl
  • Effektmenü mit Typenanzeige am iPad
  • Einsteigerfreundliche Konfiguration und Inbetriebnahme
  • Unterschiedliche Kontrollseiten
  • Hoher Spaßfaktor
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kompatibel mit Scratch Live und Serato DJ

  • Nicht für Serato Video geeignet
  • Keine Browser-Anzeige der Titel der Musikbibliothek
  • Keine Texteingaben für die Titelsuche möglich

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