Test
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11.11.2019

Praxis

Nach dreieinhalb Stunden ist die SOUNDBOKS 3 geladen und bereit für den ersten Einsatz. Ich habe zwei Wochen mit dem Teil gelebt und sie in allen möglichen Situationen eingesetzt: Zum DJ-Promohören daheim (Bluetooth), als DJ-Monitorbox auf einer Party (Kabel), sogar als E-Bass-Übungsverstärker und Bundesliga-Lautsprecher durfte sie dienen. Dabei hat sie sich als verlässlicher Gefährte in allen Lebenslagen erwiesen, der immer problemlos funktioniert. Es ist einfach cool, einen Speaker mit derartigen Leistungsreserven irgendwo in Haus oder Garten abzustellen und die Musik dort zu hören, wo sie gerade am meisten Spaß macht. Wenn mir audiophiles HiFi-Stereo komplett egal wäre, würde ich mir genau eine SOUNDBOKS kaufen und hätte damit alle Aspekte des Musikhörens mit einem Gerät abgedeckt.

Sound

Wie klingt’s denn nun? Dick, ohne Frage. Für den Heimbedarf sind die Klangqualität und auch die Bassausbeute völlig ausreichend. Beim Abhören von Promos via Bluetooth hätte ich mir tatsächlich einen EQ zum Absenken der Tiefen gewünscht. Insgesamt klingt die SOUNDBOKS 3 aber angenehm ausgewogen. Bei steigender Lautstärke – und ich meine wirkliche LAUTstärke – verändert sich der Klang zuungunsten der Basswiedergabe. Anscheinend vernachlässigt die SOUNDBOKS 3 die subsonischen Frequenzen, um die höhere Lautstärke stemmen zu können, sowohl was die Wiedergabe durch die Zehnzoll-Speaker als auch die Leistung des Akkus angeht. Das ist dann wohl mit dem intelligenten Lautsprechermanagement gemeint. Voll aufgerissen erreicht sie nicht mehr den abgegebenen Bassfrequenzgang von 40 Hz, dann klingt die SOUNDBOKS bolzig und nicht mehr so fett wie im mittleren Laustärkebereich.

Das fiel mir auch beim Einsatz der Box als DJ-Monitor auf. Ich beschickte bei einer Feier beide Eingänge mit dem Booth-Ausgang des DJ-Mixers. Auch dafür ist die SOUNDBOKS 3 absolut geeignet. Allerdings stieg sie nach einem besonders heftigen Bassdrop auch aus: Es gab einen Knacks und sie hatte sich notabgeschaltet. Kurz darauf schaltete ich sie wieder ein und sie spielte unbeeindruckt weiter.

Übungsverstärker und andere Einsatzgebiete

Das Einsatzgebiet der SOUNDBOKS ist nicht auf die Bluetooth-Party beschränkt. Dank der Kombianschlüsse habe ich sie als Übungsverstärker für meinen E-Bass (mit aktiven Pickups) nutzen können. Auch meine aktive Yamaha APX-5A Akustikgitarre konnte ich mit dem Mic-Input-Mode gut verstärken. Zusammen mit einem Mikrofon sind Musiker somit für den Busking-Einsatz in Fußgängerzonen gut gewappnet.

Im Instrumentaleinsatz fiel mir auf, dass das leise, hochfrequente Grundrauschen beim Spiel mit Bass oder Gitarre sofort deutlich anschwoll und noch ca. drei Sekunden bis zum Ausklingen des Tons anhielt. Beim Spielen zu Hause habe ich das zwar nicht als besonders störend empfunden, da die Nutzung der SOUNDBOKS als Instrumentalverstärker eher ein Lifehack als ein Verkaufsargument ist, aber ich möchte es nicht unerwähnt lassen. Ebenfalls gilt es festzuhalten, dass ich meine Squier Stratocaster natürlich wegen fehlender aktiver Pickups nicht zum Klingen bringen konnte, hier bräuchte es noch einen entsprechenden Vorverstärker.

Wie schon im ersten Teil des Tests erwähnt, sind die physikalischen Eingänge auch im Bluetooth-Betrieb aktiv. Man kann also vom Smartphone Musik einspielen und z. B. mit aktivem E-Bass oder Gitarre dazu proben. Oder live zum Playback mit dem Mikrofon singen. Wer diesen Partylautsprecher kauft, erwirbt also einen passablen Übungsverstärker gleich mit: Für viele Musiker sicher eine sehr wertvolle Zweitnutzung.

Es wäre ein Traum, wenn SOUNDBOKS in zukünftigen Firmware-und-App Updates weitere Vorverstärkungsmodelle z. B. für E-Gitarren-und-Bässe inklusive Equalizern und womöglich sogar Effekte und Amp-Emulationen einbauen könnte. Dann wäre die SOUNDBOKS sicherlich der unumstrittene Liebling aller Straßenmusiker.

Standfestigkeit

Die erste SOUNDBOKS stand förmlich auf ihren Metallkugelecken und hinterließ nicht nur durch ihre Vibration Markierungen auf empfindlichen Oberflächen, man stieß auch bei Transport mit den harten Kugeln gerne mal unabsichtlich gegen Wände, Türrahmen oder andere zerbrechliche Objekte. Das ist jetzt eine Sache der Vergangenheit: Die schwarzen Gummibälle an den Ecken sehen nicht nur super aus, sie schützen sowohl die Oberfläche, auf der die Box steht, verringern erheblich die Übertragung von Bassvibrationen und dienen beim Tragen als Stoßdämpfer. Da es sich um ungefärbtes Silikon handelt, muss man auch vor Farbabrieb keine Sorge haben.

Käpt’n Blauzahn

Der Bluetooth-Verbindungswechsel von Laptop zu Smartphone vollzieht sich still und und ohne störendes Quittierungsgeräusch. Mit dem neuen TeamUP-Feature lassen sich bis zu fünf SOUNDBOKSen miteinander verkoppeln. Normalerweise befindet sich die SOUNDBOKS bei Einzelnutzung im sogenannten Solo-Mode. Nun können zu einem „Host“ im Solo-Mode bis zu vier weitere SOUNDBOKS 3 im „Join-Mode“ hinzugefügt werden. Das Musiksignal muss jedoch stets der „Host-Boks“ per Bluetooth oder Kabel zugeführt werden, die Eingänge der übrigen Boksen sind im Join-Mode stummgeschaltet. Die Aux-Ausgänge der „Join-Boksen“ bleiben jedoch aktiv, so dass dort bei Bedarf weitere aktive Speaker angeschlossen werden können.

Fünf Speaker sind nicht genug? Gemach, es geht noch mehr: Wird eine SOUNDBOKS per Aux-Out an die Host-Boks angeschlossen, kann diese ebenfalls als kabellose Team-Host-Boks fungieren. Damit wären es dann schon 10 Boksen, die simultan spielen. Und natürlich ist dieses Prinzip mit weiteren Aux-Out-Verbindungen noch weiter ausbaubar.

Eine Outdoor-Party irgendwo im Nirgendwo mit 20 SOUNDBOKS 3 stelle ich mir schon ziemlich fett vor. Leider konnten wir das mit nur einem Testexemplar nur in unserer Phantasie durchspielen. Wir freuen uns aber über Erfahrungsberichte von Lesern. Also, schreibt uns in die Kommentare, falls ihr Gelegenheit hattet, mehrere SOUNDBOKS 3 miteinander zu verkoppeln. 

Signalstärke

Wie bereits erwähnt, empfiehlt der Hersteller beim Einsatz von mehreren SOUNDBOKSen im Bluetooth-Verbund den Betrieb auf einem Stativ, um eine stabile drahtlose Verbindung zu gewährleisten. Ebenso das Aufstellen der Boxen in der Nähe von Mauern oder anderen festen Strukturen, von denen das Bluetooth-Signal zurückreflektiert werden kann. Und auch für manche Realtime-Anwendungen dürfte das Protokoll nicht unbedingt geeignet sein: Um das Bluetooth-Signal robust zu halten, erlaubt sich die SOUNDBOKS 3 laut offiziellem SOUNDBOKS YouTube-Video eine Latenz von 40 Millisekunden. Gerade DJs sollten dies beim Beatmixing unbedingt beachten.

 

 

Die tragende Rolle

Definitiv die tragende Rolle bei der mobilen Offgrid-Party hat man mit dem Backpack. Hier wird die SOUNDBOKS rein- und jemandem auf den Rücken geschnallt. Fortan kann sie per Bluetooth beschallt und durch die Gegend getragen werden. Für den Transport über kurze Strecken von A nach B ist das definitiv praktisch. Trotzdem brauchen wir vor einer Invasion von mobilen und per TeamUP vernetzten SOUNDBOKS-Trägern auf E-Rollern in unseren Fußgängerzonen nur bedingt Sorge zu haben, denn so richtig Spaß macht das Tragen auf Dauer nicht. Dafür sind 15 Kilo auf dem Rücken einfach zu schwer. Auch für die Mikrofonverstärkung auf Demonstrationen ist das Backpack nicht zu verwenden, da sich der Mikrofoneingang auf der Rückseite der Boks befindet und damit vom Rücken des Backpack-Trägers verdeckt wird.

Pimp your SOUNDBOKS

Da sich das Frontgitter einfach abschrauben lässt, kann es easy cusomized werden. Der Hersteller hat dem Thema sogar eine eigene Sektion auf der Website gewidmet und weißt darauf hin, dass man das Gitter am besten vorher mit einer Grundierung und nach dem Farbauftrag mit Fixierer behandelt. Danach wieder anschrauben und fertig ist die individualisierte SOUNDBOKS.

Weitere Wünsche

So smart die SOUNDBOKS 3 auch ist, einige Wünsche hätte ich da noch. Es wäre wunderbar, wenn SOUNDBOKS eine Klangreglung und womöglich noch Amp-Modelle für Bässe und Gitarren nachliefern könnte. Auch eine akkurate Anzeige der Batterielaufzeit in der App würde etwas von der Spannung nehmen, wie lange die BATTERYBOKS noch durchhält Das sollte doch via Firmware-Update möglich sein. Und für eine mögliche SOUNDBOKS 4 wäre es super, wenn der starke Akku durch zusätzliche USB-Anschlüsse auch zum Laden von Endgeräten wie z. B. Smartphones genutzt werden könnte. Damit die Party immer weitergeht.

Letzte Tipps

Mittlerweile gibt es bei Thomann auch eine Schutzhülle für die SOUNDBOKS 2. Da die SOUNDBOKS 3 die gleichen Abmessungen hat, dürfte es auch für diese sehr gut passen.

Und wer das Teil zur Open Air Party nicht auf dem Rücken schleppen will, der rollt, z. B. mit dem Go-Kart Solo.

Video

In diesem Video erläutert Anton, der Director of Development bei SOUNDBOKS, die Vorzüge der dritten Generation.

Pro & Contra

  • sehr laut
  • sehr lange Akkulaufzeit
  • universell einsetzbar
  • gute Verarbeitung
  • austauschbarer Akku
  • professionelle Audioanschlüsse
  • Verkopplung von bis zu fünf Einheiten via Bluetooth Low Energy (BLE)
  • App fürs Smartphone
  • hoher Spaßfaktor

  • weniger Basswiedergabe bei voller Lautstärke
  • hoher Preis

Gehört zu dieser Serie

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