Test
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08.04.2019

SPO Drum Parts Bass Drum Damp Clamp Foam & Towel Test

Fest installierte Bassdrum-Dämpfer

Ohne Kleben und Verrutschen

Der fränkische Ein-Mann-Betrieb SPO Drum Parts widmet sich mit seinen zwei neuen Produkten dem Anwendungsgebiet Bassdrum-Dämpfung – eine Aufgabenstellung, vor der viele Drummer irgendwann stehen. Klar, es gibt bereits jede Menge vorgedämpfter Bassdrum-Felle zu kaufen, und auch andere Dämpfmethoden wie in die Trommel gelegte Daunenkissen oder mit Klettband oder Gaffer Tape am Fell befestigte „Moltonwürste“ sind seit Jahren bewährte Helferlein. Braucht es da wirklich noch eine weitere Dämpfungsmethode, wird sich der eine oder andere sicherlich fragen. Der Ansatz von SPO Drum Parts unterscheidet sich insofern zu vorhandenen Produkten, dass zwei bereits gängige Dämpfmethoden in seiner Version ganz ohne Klebeband oder Klett auskommen, sondern mit Klammern direkt mit dem Kessel verbunden werden. Das schauen wir uns jetzt einmal näher an.

Details & Praxis

Was ist im Paket und wie läuft der Einbau?

Je nachdem, für welche Ausstattung man sich entscheidet, gibt es entweder eine Ausführung als schwarzes Handtuch (ca. halbe Saunatuchgröße mit SPO Aufdruck) oder zwei Schaumstoff-Quader als Dämpfungsmaterial. In beiden Fällen sind vier verschraubbare Klemmen aus pulverbeschichtetem Aluminium im Winkelformat dabei, die auf Schrauben im M4-Format der Spannböckchen platziert werden. Bei der Handtuchvariante sind die Klammern im oberen Teil etwas steiler vom Winkel her. Zum Einbau muss zunächst das Fell abgenommen werden, danach werden die gewünschten Schrauben gelöst und die Winkel daran befestigt. Bei den beiden Schaumstoff-Inlays lassen sich auch unterschiedlich angeordnete Punkte wählen (oben und unten, an den Seiten), das Handtuch wird konstruktionsbedingt am Stück mit allen vier Klammern befestigt. Je näher der Dämpfer am Fell anliegt, desto stärker fällt die Dämpfung aus, so jedenfalls verspricht es der Beipackzettel. Fest steht, dass etwas Experimentierfreude und Geduld angesagt sind, denn für jede Anpassung des Sounds muss das Fell erneut abgeschraubt werden. So weit die Theorie.

Beim Praxislauf gilt es einige Hürden zu nehmen

In meinem Proberaum angekommen, habe ich die Wahl zwischen drei 22“ großen und einer 18“ Bass Drum, drei davon scheiden aber für das SPO System von vornherein aus, wie sich recht bald herausstellt. Die erste 22“x14“ Tempest Trommel hat einen Keller Vintage Maple Kessel mit 4,4 cm breiten Verstärkungsringen, die SPO Klammern reichen somit nicht weit genug ans Fell heran, um die gewünschte Dämpfung zu erreichen. Bei der zweiten Bass Drum (dem 18“ Modell) sind es die mittig montierten Lugs im Vintage Design, für die die SPO Klammern schlicht nicht ausgelegt sind. 

Dann ist ein 22“ Pearl Wood Fiberglass Modell aus den 70ern an der Reihe, hier sind die Spannböckchen von Werk aus mit etwas größerem Abstand zum Kesselrand verschraubt. Der Tipp des SPO-Erfinders, die Klammern einfach nur an einer Schraube zu befestigen, geht nicht auf. Die Klammern erzeugen so montiert ein hochfrequentes Geräusch, das man auf den Aufnahmen im Ausklang der Bass Drum hören kann:

Wie klingt das Ganze?

Also nicht verzagen, eine Trommel steht ja noch da. Mit meiner 22“ x 15“ Tempest Maple Bass Drum ohne Verstärkungsringe, die ihr auch im folgenden Video hören könnt, hat es geklappt, und ich konnte euch ein paar gängige Varianten mit den SPO Dämpfern aufnehmen. Ich denke, so kommt das System ganz gut zur Geltung. Allerdings liegen zwischen den Soundfiles je nach Variation immer gut zehn Minuten Umbauzeit, da ja Felle und die entsprechenden Spannböckchen jedes Mal komplett runter und anschließend wieder rangeschraubt werden müssen. Auch mit einem Akkuschrauber und Drillbit ist das eine ganz schöne Fummelei. Beide Varianten, Foam und Towel, haben, wie schon erwähnt, eigene Klammern. Zum Vergleich habe ich die Bass Drum auch ohne zusätzliche Dämpfung und einmal mit einem KickPro Kissen darin aufgenommen, das ich vor einiger Zeit getestet habe.

Die SPO Clamp + Towel sorgt erwartungsgemäß für die größte „Ruhe“ in der Trommel, dagegen dämpfen die beiden Foam-Varianten etwas subtiler, sind aber auch flexibler einsetzbar. Ich hätte die Foam-Version auch gern in einer kleinen 18“ Jazz Bass Drum mit geschlossenen Fellen getestet, aus besagten Gründen war das aber nicht drin. Man könnte natürlich auch beide Varianten in eine Trommel einbauen, aber mal ehrlich, wer möchte knapp 100€ nur für seine Bassdrum-Dämpfung ausgeben?

Was sind die Vorteile von SPO Dämpfern?

Ganz klar die Roadtauglichkeit. Wenn die Trommel nach der Reise aus dem Tourbus ausgeladen wird, ist immer noch alles an Ort und Stelle. Viele Bassdrum-Dämpfer lösen sich irgendwann von ihrer Verklebung oder rutschen in der Trommel herum. Besonders bei Bass Drums mit eingebautem Mikrofonsystem oder geschlossenem Resonanzfell ist das alles andere als praktisch.

Gibt es auch Nachteile?

Ja. Ein ganz klarer Nachteil ist, dass es bislang keine zufriedenstellende Lösung für Bass Drums mit breiteren Verstärkungsringen gibt. Die Klammern sollten generell auch nach hinten länger sein, um Trommeln mit etwas weiter nach innen montierten Spannböckchen, wie die vorher angesprochene Vintage Pearl Bass Drum und ähnliche Kaliber, bedienen zu können. Modelle mit mittig montierten Center Lugs à la Ludwig Club Date, C&C Drums und Konsorten scheiden ohnehin aus. 

Video

Pro & Contra

  • variable Dämpfungs-Optionen
  • kein Verrutschen beim Transport
  • gut geeignet für moderne Bass Drums

  • relativ aufwendige Montage und Modifikation
  • vergleichsweise hoher Preis
  • eine Vielzahl von BD-Modellen scheidet aus

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