Gitarre
Test
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11.01.2018

Suhr Alexa Test

Chorus/Vibrato-Effektpedal

Edelmodulator

Das Suhr Alexa ist ein analoges Chorus/Vibrato-Effektpedal, das laut seinem Schöpfer John Suhr für eine völlig neue Hörerfahrung steht. Suhr hat unter Gitarristen einen ausgesprochen guten Ruf, denn seine Erfahrung schlägt sich in seinen Produkten nieder, die mit den legendären Pensa-Suhr-Gitarren in den Achtzigern ihren Anfang nahmen. Schon damals zählten Namen wie Mark Knopfler, Eric Clapton, Peter Frampton oder Lou Reed zu seinen Kunden. Heute umfasst sein Angebot außer Gitarren und Bässen auch Elektronik vom Tonabnehmer über Pedaleffekte bis zu Verstärkern - allesamt extrem hochwertig verarbeitete und hervorragend klingende Produkte.

Auch das Suhr Alexa zählt zu dieser edlen Boutique-Familie, in der jedes Mitglied mit einer eigenen Philosophie antritt. Hier sind es die sechs Wellenformen, die zur Auswahl stehen und für jede Menge Vintage- und aktuelle Chorussounds sorgen sollen. Und im Inneren des lindgrünen Gehäuses arbeitet tatsächlich eine Eimerkettenschaltung, also die Technologie, die in den Siebziger Jahren Modulations- und Delay-Effekte in Pedalform erst möglich machte und die unförmigen Bandechos von der Bühne verbannte. Vintage-Sounds sollten also garantiert sein, aber spannend ist, was wir vom Suhr Alexa darüber hinaus erwarten können.

Details

Das Pedal wird in einem Karton geliefert, in dem sich neben der Bedienungsanleitung auch vier kleine Gummifüßchen befinden, die sich im Bedarfsfalls auf die Unterseite des 475 Gramm schweren und 124 mm x 98 mm x 35 mm großen Gehäuses aufkleben lassen. Das Pedal besteht aus Metall und macht einen wirklich ausgesprochen hochwertigen Eindruck.

An der Stirnseite warten die Ein- und Ausgangsbuchsen, wobei das Pedal einen Mono-Eingang und einen Stereo-Ausgang bereitstellt. Soll es in Mono betrieben werden, rät die Bedienungsanleitung, die linke Ausgangsbuchse zu verwenden. Eine Mini-Klinkenbuchse mit der Aufschrift FX Link ermöglicht es, das Pedal über ein externes Switching-System wie beispielsweise das BOSS ES-8 oder ES-5, die vom Hersteller als Beispiel in der Bedienungsanleitung genannt werden, zu kontrollieren.

Ein kleiner Dreiweg-Schiebeschalter direkt daneben erlaubt die Wahl, ob das Pedal beim Anschluss an den Netzadapter mit eingeschaltetem (ON) oder ausgeschaltetem (OFF) Effekt startet, oder ob sein Zustand über den FX Link von einem externen System bestimmt wird (FL). Musiker, die ihre Pedale zum Beispiel im Rack mit einem Switcher schalten, bekommen so die Möglichkeit, das Pedal problemlos per FX-Link zu integrieren.

Die rechte Gehäuseseite wartet den Anschluss eines Standard-9-Volt-Gleichstrom-Netzteils, das nicht Teil des Lieferumfangs ist und hält eine Klinkenbuchse mit der Aufschrift EXP/ Pedal bereit. An dieser lässt sich ein Expression-Pedal anschließen, das die Geschwindigkeit (Speed) des jeweiligen Effektes fernsteuert. Suhr empfiehlt dazu ein Low Impedance Pedal wie beispielsweise das Boss FV-500L.

Aber auch ein Momentary-Fußschalter kann hier angeschlossen werden, um die Geschwindigkeit zu tappen. Je nachdem, für welche Option man sich entscheidet, muss die stabile Bodenplatte abgeschraubt und ein kleiner Schalter mit der Aufschrift TAP/EXP auf der Platine umgelegt werden.

Mehr Anschlüsse sind nicht zu finden, daher geht es mit den Bedienelementen auf der Oberseite weiter.

Die ist mit acht Potis bestückt, wobei jeweils vier pro Kanal bereitstehen, die zusätzlich mit A und B beschriftet wurden.

Richtig gelesen! Beim Alexa Pedal handelt es sich um einen zweikanaligen Chorus, der über einen völlig analogen Signalweg verfügt, während die Kontrolle digital funktioniert. Im Inneren kommt die bereits erwähnte Eimerkettentechnologie zum Einsatz, die bei vielen alten, äußerst beliebten Chorus- und Delay-Pedalen verwendet wird.

Jeder Kanal besitzt sechs identische, schaltbare Wellenformen, auf die ich gleich noch näher eingehen werde. Die vier Kunststoffknöpfe der Regler sind griffig und zudem mit weißen Skalenstrichen versehen, die ein Ablesen auch aus der Entfernung ermöglichen. Sie lassen bei jedem Kanal ein Einstellen der eben erwähnten sechs Wellenformen und der Geschwindigkeit der Modulation (Speed) zu. Als Wellenformen stehen die Klassiker Dreieck und Sinus bereit, wie sie auch in den allermeisten Choruspedalen zu finden sind. John Suhr hat aber auch eine Rotary- und eine Photozellen-Wellenform hinzugefügt, die einen rotierenden und einen Vibe-artigen Klang zustandebringen. Dazu kommen Ramp up und Ramp Down (Sägezahn), die rhythmische Chorussounds ermöglichen - eine Vielzahl an Optionen, auf die ich im Praxisteil natürlich näher eingehen werde.

Da sich das Pedal im Kanal A auch im Vibrato-Mode verwenden lässt, stehen exakt dieselben Optionen hier ebenfalls bereit. Dem Umschalten zwischen Chorus und Vibrato dient ein kleiner Kippschalter. Natürlich werde ich auch das Vibrato später näher beleuchten. Vorher schauen wir uns aber das Pedal noch weiter an.

Unterhalb der vier großen Potis befindet sich eine weitere Reihe mit kleineren Reglern, die ein Justieren von Delay und Depth ermöglichen. Mit dem Delay-Poti wird die Verzögerung eingestellt, um die das Chorus-Signal moduliert, und zwar mit einem Wert zwischen 10 ms und 40 ms. Depth regelt die Intensität der Modulation, nach links gedreht wird sie verringert, nach rechts verstärkt.

Aktiviert wird das Pedal mit dem linken Fußschalter, zwischen Kanal A oder B wählt der rechte. Eine grüne und eine rote LED zeigen an, in welchem der beiden Kanäle man sich gerade befindet und praktischerweise blinken die je nach Einstellung des Speed-Potis im entsprechenden Tempo.

Ein Blick ins Innere des hochwertig in den USA gefertigten Pedals zeigt einen Schiebeschalter, der zwischen Buffer- oder True Bypass wählt. Wird der True-Bypass verwendet, lässt sich Alexa ausschließlich in Mono betreiben! Ab Werk wird das Pedal im Buffer-Bypass ausgeliefert.

Einen Anschluss für eine Batterie sucht man vergeblich, das Pedal funktioniert ausschließlich mit Netzteil. Bei einem Preis von weit über 300 Euro sollte meiner Meinung nach ein solches Teil des Lieferumfangs sein. Natürlich lässt es sich verschmerzen, da wir unsere Pedale in der Regel mit einer zentralen Spannungsversorgung betreiben. Sollte Alexa jedoch das einzige Pedal sein, das benutzt wird, ist ein solches Netzteil nun einmal Pflicht.

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben und vermittelt eine hohe Wertigkeit. Da habe ich schon wesentlich minderwertiger gefertigte Pedale in derselben Preiskategorie unter dem Fuß gehabt. Ich bin schon gespannt, wie sich das grüne Kistchen vor dem Amp macht.

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Audiobeispiele

Video

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • hervorragende Chorus- und Vibrato-Sound
  • sechs unterschiedliche Wellenformen
  • zwei individuell einstell- und schaltbare Kanäle
  • Switching-System-Anschluss
  • Buffer- oder True-Bypass wählbar
  • Tap-Tempo/Expression-Pedal-Anschluss

  • keins
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