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Test
3
01.05.2015

Praxis

Tastatur

Vor lauter Features vergisst man bei derartigen Controller Keyboards gerne mal den primären Einsatzzweck – und dieser ist m.E. das Keyboardspiel. In diesem wesentlichen Punkt versagen einige mir bekannte Keyboards oder weisen zumindest verschiedene Mängel auf, was sich beileibe nicht auf günstige Produkte beschränkt. Die Tastatur des Swissonic ControlKey lässt in diesem wichtigen Punkt aber nichts anbrennen. Sie ist eine hervorragend spielbare „Synthesizer-Tastatur“, an der es absolut nichts zu bemängeln gibt. Allerdings kann ich nicht wirklich nachvollziehen, was einige Hersteller, so auch in diesem Fall Swissonic, unter einer halbgewichteten Tastatur verstehen. Nach meinem Verständnis wäre dies ein Mittelding aus Keyboard- und Klaviertastatur. Das ist hier definitiv nicht der Fall und könnte ggf. zu Missverständnissen führen.

Triggerpads

Schön, dass es sie gibt, aber mit Drumpads von AKAI-Controllern wie beispielsweise dem MPK 261 können sie in puncto Ansprechverhalten und auch Größe nicht ganz mithalten, was hier mal gesagt werden muss. Brauchbar sind sie dennoch! Obwohl die Pads in der Grundeinstellung etwas sensibel auf kleinste Berührungen ansprechen und dadurch teilweise ungewollte – manchmal allerdings auch ganz interessante – Flams erzeugen, lässt sich dieses Verhalten durch Anpassung der Velocity-Kurve im Zaum halten. Per Mode Button lassen sich die Triggerpads in den Control Mode umschalten und senden konfigurierbare Controller Messages, was man z.B. zum Senden von Tastaturbefehlen o.ä. verwenden kann.

Haptik / Bedienung

In diesem Punkt gibt es Licht und auch etwas Schatten. Die generelle Bedienung des ControlKey 49 ist übersichtlich und logisch. Dank LEDs, beleuchteter Buttons und Displays ist man immer ausreichend über die zu bedienende Funktion oder den Status des Gerätes bzw. der DAW informiert. Dass die nicht motorisierten Fader grundsätzlich den per LED angezeigten Wert „abholen“, ist eine praktikable Lösung. Der Faderweg beträgt exakt drei Zentimeter – nicht viel, aber mit etwas Fingerspitzengefühl lassen sich Lautstärkeeinstellungen in einem Raster von ca. 0,5 dB vornehmen, was in vielen Situationen ausreicht. Die Endlosdrehregler, die üblicherweise den Panoramaregler der DAW steuern, sind zwar etwas schwergängig, aber sehr präzise! Mit ihrer spürbaren Rasterung lassen sich problemlos Einstellungen ohne Wertesprünge durchführen, was bei Konkurrenzprodukten nicht unbedingt selbstverständlich ist. Die Buttons des ControlKey haben einen ziemlich beherzten Druckpunkt und sind noch etwas widerborstiger als die Buttons meines DSI Prophet 12, was ich eigentlich gar nicht schlecht finde, allerdings reagieren die Buttons zur Werteeingabe gelegentlich etwas übersensibel. Wenn man beispielsweise eine Scene weiter schalten möchte, wird manchmal der übernächste Speicherplatz angewählt … nix glop, nix glop!

DAW-Steuerung

Zum Test der Controller-Funktionen habe ich das Swissonic ControlKey mit meinem Macbook Pro (OSX 10.9.4) verwendet und mit verschiedenen DAWs ausprobiert.

Apple Logic Pro X:
Das Host-Programm hat das Controller Keyboard von alleine erkannt und als „Logic Controller“ deklariert. Nach Anwahl der Scene „Logic“ im ControlKey 49 hat alles sofort perfekt funktioniert. Mit den Bank- und Track-Buttons lässt sich auch bei hoher Spurenzahl jeder Track ziemlich unkompliziert und komfortabel anwählen. Anhand der dünnen, orangefarbenen Markierung (Mixer, Arrange Fenster) lässt sich leicht erkennen, welcher Spurenbereich momentan über die Faderbank ansteuerbar ist. Das Swissonic ControlKey ist für Logic-Benutzer sehr zu empfehlen!

Presonus Studio One 2:
Ähnlich positiv verlief die Integration in die aufstrebende DAW von Presonus, wo der Keyboard Controller als Mackie Control angemeldet wird. Nach dem Aufrufen der Scene „Presonus“ hat es auch hier geflutscht.

Avid Pro Tools 10:
Ganz und gar nicht geflutscht hat es bei Pro Tools 10. Das Avid-Programm ist bekanntlich nicht so der Integrations-Weltmeister, da hat auch die vorhandene Scene „Pro Tools“ im ControlKey nicht weitergeholfen. Keiner der in Pro Tools anwählbaren Controller-Typen wollte mit dem Gerät kommunizieren. In meiner Pro Tools-Version (10.2) ist das Swissonic Keyboard offensichtlich nur als Masterkeyboard oder zur Plug-in-Steuerung verwendbar.

Sonstiges

Sofern die Stromversorgung des ControlKey ausschließlich über USB erfolgt, sollte es am besten direkt am Computer angeschlossen werden. Aus Gewohnheit habe ich es zunächst mit dem MIDI-USB-Anschluss meines Apogee Duet2 verbunden, woraufhin das Display etwas unterzuckert reagiert hat und unleserlich war. Der 5-polige MIDI Out hingegen verrichtet auch seinen Dienst, wenn das ControlKey 49 nur über USB befeuert wird. Apropos USB: Das mitgelieferte kurze Kabel ist definitiv nur zu gebrauchen, wenn sich der Computer bzw. ein Laptop in unmittelbarer Nähe zum Keyboard befindet, also notfalls das Studio umbauen … oder – Profi-Tipp – ein längeres Kabel benutzen! 

Pro & Contra

  • gute, solide „Synth"-Tastatur
  • deutschsprachige Bedienungsanleitung
  • praktikable Einbindung als DAW Controller in Apple Logic
  • stabiles Gehäuse
  • Fader- und Encoder Position per LED

  • DAW-Integration nicht überall von Erfolg gekrönt (z.B. Pro Tools)
  • relativ schwer
  • sehr lockere Faderkappen

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