Test
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13.02.2020

Tama S.L.P. Bold Spotted Gum Snare Test

Snaredrum aus Eukalyptus

Verwegen

Tama S.L.P. Bold Spotted Gum 14x6,5 heißt unser heutiges Testobjekt, wobei schon die exzentrische Bezeichnung Aufsehen erregt. Bold ist englisch und bedeutet soviel wie kühn oder verwegen, Spotted Gum verweist auf das spezielle Kesselmaterial. Dabei handelt es sich um eine australische Holzart, die auch schon von der Nobelmarke Brady zu Trommeln verarbeitet wurde. Aber auch bei aufmerksamen Tama-Fans dürfte es klingeln, denn Spotted Gum wurde von Tama schon im Jahre 2011 als streng limitiertes Instrument in der Starphonic Snare-Serie präsentiert. 

Preislich liegen die Sound Lab Project (S.L.P.) Snares allerdings deutlich unter jenen der Starphonics, mit satten 15 Modellen gibt es zudem eine sehr große Auswahl an Soundoptionen.  Unter – ebenso wenig alltäglichen – Kesseln aus Fichte, Hickory oder Kapur ist Spotted Gum in guter Gesellschaft. Druckvoll und offen, aber gleichzeitig trocken soll das sehr harte Gewächs klingen und damit einen deutlich anderen Klangcharakter besitzen als die weiter verbreiteten Kesselhölzer wie Ahorn, Birke oder Mahagoni. Ob das stimmt und wie sich unsere Testtrommel sonst so macht, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Mit sechs Millimetern ist der Kessel relativ dünn

Einen ziemlich edlen Eindruck macht die Bold Spotted Gum Snare schon beim Auspacken. Das liegt nicht nur an der bekannten, sauber verarbeiteten Tama Hardware, sondern vor allem am klassischen, matt lackierten Äußeren, welches mit seiner schönen Maserung eine interessante Abwechslung zu den gängigen Holzfinishes bietet. Aus insgesamt neun Lagen besteht der kreuzverleimte Kessel, er kommt damit auf eine Wandstärke von nur sechs Millimetern. Verstärkungsringe sind nicht Teil der Konstruktion, auffällig ist jedoch die auf der vierten Lage von außen platzierte und damit fast mittig gesetzte Gratung. Tama-typisch flach und mit beibehaltener Gratung scheint das Snarebed fast unsichtbar. Rein haptisch wirkt der Kessel schon sehr hart, ich fühle mich tatsächlich an meine Brady Snaredrums erinnert. Wie von den S.L.P. Modellen gewohnt, besitzt der Kessel eine sehr gute Verarbeitungsqualität. 

Zehn Tubelugs und eine beidseitig regulierbare Abhebung

Wie bei der S.L.P. Reihe üblich, bedient sich auch unsere Bold Spotted Gum Snare aus dem reichhaltigen Tama Hardware-Fundus. Zehn Tubelugs aus Messing sollen, im Verbund mit regulären, 2,3 Millimeter starken Stahlspannreifen, für ein exaktes Tuning sorgen. Damit dieses auch lange gehalten wird, verbaut Tama seine zweiteiligen „Hold Tight“ Unterlegscheiben. Von sehr guter Qualität ist auch die Abhebung, welche sich beidseitig über griffige Rändelschrauben justieren lässt. Für den schnellen Wechsel des Resonanzfells lässt sich das Butt End abnehmen, wodurch der Teppich montiert bleiben kann. Dieser ist übrigens ebenfalls von guter Qualität und wurde für die aktuellen S.L.P. Snares leicht überarbeitet. Evans USA G1 Felle auf der Schlag- und Snare Side 300 auf der Resonanzseite runden den guten Eindruck ab. 

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • holzig-trockener, aber lebendiger Sound
  • hohe Dynamikreserven
  • sehr gute Verarbeitung
  • gute Ausstattung
  • qualitativ hochwertige Verschleißteile (Felle und Snareteppich)

  • kein Contra

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