Test
8
19.05.2020

the box pro DSX 112 Test

Aktiver Fullrange-Lautsprecher

Preis-Leistungs-Wunder

Das Musikhaus Thomann ist bekannt für seine preiswerten Hausmarken. Mit der neuen the box pro DSX-Serie scheint das Preisgefüge für Aktivboxen neu definiert zu werden. Zum Test steht mir eine DSX 112 Box zur Verfügung. Die 12/1-bestücke Aktivbox verfügt über ein Multiplexgehäuse, das ein Aktivmodul mit DSP samt Display beinhaltet. Diese Box wird für gerade einmal 259,- Euro verkauft. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Die Antwort auf diese Frage werden wir im Praxistest klären.

Details

Die DSX-Familie Die DSX 112 ist nicht die einzige Box der Serie. Vielmehr ist sie das mittlere Kind einer größeren DSX-Familie. Die 10/1-Zoll bestücke DSX 110 ist der kleine Bruder, während die DSX 115 mit einer 15/1-Zoll-Bestückung die große Schwester darstellt. Einen passenden DSX-Systembass gibt es zwar nicht, aber der the box pro DSP 18 Sub Aktivsubwoofer lässt sich bestens mit allen drei DSX-Topteilen kombinieren. Die Optik des Tieftöners ist der DSX-Serie recht ähnlich und auch der Preis von 369,- Euro für den Subwoofer stimmt. Somit kann der Anwender ein auf seine Bedürfnisse angepasstes System zusammenstellen, das sich als äußerste Dispo-freundlich erweist.

Der Lieferumfang ist übersichtlich: Box, Gebrauchsanweisung und Kaltgerätekabel – das ist alles. Dank der beiden Griffe ist die Box schnell aus den Karton geborgen. Die 19 kg lassen sich dank der ergonomischen Griffe gut verwalten. Vom Karton befreit bin ich erstaunt, wie gut die Lackierung der Box ist. Optisch handelt es sich vermutlich um einem Polyureha-Lack, den man normalerweise vergebens in dieser Preisklasse sucht. Die Lackierung ist gut ausgeführt und verleiht der Box einen modernen Look, der durch ein vollflächiges Lautsprechergitter samt dahinter liegendem Akustikflies abgerundet wird. 

Das Gehäuse ist multifunktionell, folglich kann die Box nicht nur als Topteil, sondern auch als Bühnenmonitor zum Einsatz kommen. Für den Monitoreinsatz ist die Box auf einer Gehäuseseite mit Gummikufen versehen. Diese verhindern ein Verrutschen auf der Bühne und schützen zusätzlich die Lackierung. Natürlich kann man die DSX 112 auch direkt auf einem Subwoofer oder einer Bühne platzieren. Sichern Stand garantieren dabei vier große Gummifüße auf der Gehäuseunterseite. Für den Einsatz auf einem Lautsprecherstativ oder einer Distanzstange ist der Speaker mit einem Dual-Hochständerflansch versehen und lässt sich somit gerade oder leicht geneigt auf die Publikumsfläche ausrichten. Gute Sache!

Der Antrieb

Als nächstes steht ein Blick unter die Motorhaube an. Das Lautsprechergitter ist schnell entfernt und gibt den Blick auf die Treiber frei. Was mir gut gefällt, ist die Holzlatte zwischen Hochtonhorn und 12-Zoll-Treiber. Diese verhindert ein Eindrücken des Gitters im harten Bühnenalltag, was vor allem die Membrane des 12-Zoll-Treibers schützt. Einige Schrauben weiter und die Treiber liegen frei. Verbaut sind kostengünstige Ferrit-Treiber aus Fernost-Fertigung. Alles andere wäre bei dem Preis der Box auch ein Wunder. Der 12-Zöller besitzt einen einfachen Presskorb, während der Hochtontreiber überraschend massiv ausfällt. Der Hochtöner sitzt auf einem leichtem Kunststoffhorn, das nicht drehbar ist (FoH/Monitor). Das Gehäuse selbst ist von innen mit nur wenig Dämmmaterial ausgekleidet. 

Das Aktivmodul sitzt in einem separaten Gehäuse. Soweit macht das alles einen guten Eindruck. Etwas mehr Sorgfalt hätte ich mir bei den Montagepunkten gewünscht. Im Inneren wird das Montagegewinde durch einen Stahlwinkel gekontert, was in der Praxis für einen sicheren Flugbetrieb ausreicht. Leider sind nicht alle Schrauben für die Befestigung der Winkel an das Gehäuse ganz durchgeschraubt. Zur Erklärung: Die Winkel selbst werden üblicherweise durch kleine Holzschrauben mit dem Gehäuse verschraubt. Das dient lediglich dazu, dass die Winkel nicht in das Gehäuse fallen, wenn man die Innensechskant Schraube des Montagepunktes herausdreht, um diese gegen eine Ringöse für den Flugbetrieb zu tauschen. In unserer Testbox sind nicht alle Befestigungsschrauben komplett eingedreht, das kann man besser machen.

Aktivmodul

Die Treiber benötigen einen adäquaten Antrieb, diesen stellt das zweikanalige Class-D Endstufenmodul zur Verfügung. Das Aktivmodul sitzt gut abgedichtet in einem eigenen Gehäuse. Der Aufbau ist servicefreundlich. Unten befindet sich die Stromversorgung, in der Mitte das Endstufenmodul und auf einer separaten Platine darüber sitzt die DSP-Einheit der Box.

Ich baue das Modul wieder ein und betrachte die Anschlüsse. Das Modul ist zweikanalig aufgebaut. Jeder Kanal verfügt über ein Mic/Line-Poti, das sowohl Line als auch Mikrofonsignale adäquat verwaltet. Eine Phantomspeisung für Kondensatormikrofone sucht man allerdings vergebens. Entschädigung gibt es in Form einer Miniklinkenbuchse, an der man ein Smartphone für Konservenbeschallung andocken kann. Beide Kanäle lassen sich gleichzeitig verwenden und über eine Link-Out-Buchse im XLR-Format bei Bedarf weiterreichen.

Oberhalb der Eingänge befindet sich ein beleuchtetes Display samt Encoder für die Parametereingabe. Die Möglichkeiten sind für eine derart günstige Box erstaunlich umfangreich. Man kann je nach Anwendung aus vier verschiedenen Voreinstellungen (Musik, Live, Stimme, DJ) wählen und kommt somit schnell zu einem passenden Grundklang.

Der Sound benötigt noch weiteres Fein-Tuning? Kein Problem. Über den integrierten Dreiband-EQ mit Festfrequenzen (Low, Mid, High) sind die einzelnen Bänder mit +/-12 dB regelbar. Somit benötigt man für eine Klanganpassung nicht zwingend ein externes Mischpult. Sollen die DSX 112 mit zusätzlichen Subwoofern zum Einsatz kommen, dann steht ein schaltbarer Low-Cut bereit, um die Box zu den tiefen Frequenzen hin abzutrennen. Zur Verfügung stehen vier unterschiedliche Trennfrequenzen (80, 100, 120, 150 Hz). Respekt! Nicht schlecht für den Preis.

Pro & Contra

  • ordentlicher Output
  • niedriger Preis
  • DSP onboard
  • einfache Bedienung
  • zwei Eingänge
  • Holzgehäuse
  • Aux-Input
  • Mikrofon-Direktanschluss
  • Display
  • moderne Optik

  • Kaltgerätekabel zu kurz

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X