Test
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06.12.2018

Native Instruments Traktor Kontrol S2 MK3 Test

DJ-Controller

Redesign eines Klassikers: MK3 für Traktor 3

Mit dem Traktor Kontrol S2 MK3 begrüßen wir den jüngsten Familienzuwachs aus Native Instruments DJ-Controller-Serie. Das via USB-gespeiste Zweikanal-DJ-System ist als die kompakte Einsteigerausgabe des Kontrol S4 MK3 zu sehen und wurde im Vergleich zum Vorgänger MK2 um die neuen Mixer-FX erweitert, dazu noch mit vergrößerten Jogwheels ausgestattet, die eine präzise Kontrolle beim Scratchen und Nudging ermöglichen. Das mit 299 Euro inklusive Traktor Pro 3 bepreiste Gerät wurde seitens NI einem kompletten Redesign unterzogen und auch hinsichtlich der Anschlussschnittstellen und Features gibt es Neuerungen zu vermelden. Erfreulich schon mal: Der Preis ist nicht gestiegen. Alles Weitere auf den nächsten Seiten …

Details

Auspacken ist angesagt und dann folgt eine erste visuelle Erkundungstour des Traktor Kontrol S2 MK3: Keine Frage, für mich gibt der Testproband ein noch besseres, optisches Erscheinungsbild ab als sein Vorläufer. 486 x 265 Millimeter misst die Kommandozentrale bei einer Höhe von 59 Millimetern. Das Gewicht beträgt smarte 2360 Gramm. Somit ist der Testkandidat (etwas) breiter, aber weniger tief und flacher, zudem leichter und wirkt insgesamt stromlinienförmiger (zum Vergleich der MK2: 438 x 308 x 67 Millimeter bei 2,6 Kilogramm). NIs Controller richtet seinen Fokus auf den ambitionierten Einsteiger und bringt Neuerungen und Einschnitte gleichermaßen mit. Doch erst noch die Auflistung des Lieferumfangs, der sich wie folgt darstellt:

Traktor Kontrol S2 MK3

USB-Kabel

Traktor-Aufkleber

Faltblatt Sicherheitshinweise

Serial Card Traktor Pro 3

Karte für Samples von Sounds.com  

Anschlussvorrichtungen

Schauen wir also an, wie es um die Schnittstellen zur Außenwelt bestellt ist: Auf der Habenseite notieren wir einen frontalen Miniklinke-Kopfhöreranschluss statt der „alten“ 6,3-Millimeter-Buchse, die Regelmöglichkeiten fürs Headphone sind auf die Bedienoberfläche verlagert worden. Hinten ist eine „iOS-USB-Buchse“ (für Traktor iPad aktuell noch nicht zu gebrauchen, kommt aber) hinzugekommen, ferner tummeln sich am Backpanel der Mikroanschluss nebst Gain sowie die USB-Buchse für den Rechner und die Aufnahme für das optional zu erwerbende Netzteil. Dieses würde sich spätestens dann empfehlen, wenn der S2 mit einem Apple-Device arbeiten soll/kann. Der Einschaltknopf für die Stromversorgung ist erstaunlicherweise leider nicht mehr da. NI setzt nun auf einen gespiegelten Master-Out (Cinch-Paar und dazu Miniklinke), wo es zuvor eine Booth-Option per Kippschalter gab und große 6,3-Millimeter-Klinkenbuchsen. An den Seiten sind Griffmulden auszumachen. Das integrierte Audiointerface arbeitet mit 44,1 oder 48 kHz bei 24 Bit. 

Mischpult

Das zentrale Regelwerk erlaubt das Mixen zweier Traktor-Kanäle (plus Sample-Volume) und stellt dem DJ dafür 45 Millimeter lange Line- und Crossfader sowie eine dreibandige Klangregelung zur Verfügung, deren EQ-Setup in der Software selbst festgelegt werden kann. Traktor Kontrol S2 MK3 unterstützt auch die neuen Mixer-FX, derer vier sich auf die entsprechenden Tasten-Shortcuts mappen lassen. Dabei verfügt jeder Kanal über ein eigenes FX-Steuerelement – prima. Man hat hier nun also mehr Möglichkeiten als beim klassischen „Filter-Pot“. Der S2 musste sich die Filterfunktion sogar noch mit dem Gain-Regler teilen. Gestrichen wurden dafür die separaten FX-Abteilungen in den Decks, ein echter Traktor-Klassiker seit Anbeginn der Controller-Ära und schon beim Urvater Vestax-Controller VCI-100 zu finden. Und natürlich auch bei der Kontrol-S2-Serie, aber nun ist Schluss damit, was manchem eingefleischten Anhänger dieses Layouts mitunter aufstoßen könnte. Hier zeigt sich durchaus eine schärfere Trennung zwischen Pro- und Einsteiger-Produktlinie.

Der Sampler-Regler (zuvor Remix-Regler) kommt nun ohne spezielle Einschaltknöpfe, der Browser-Encoder macht dem Cue-Volume und Cuemix Platz (man muss nicht mehr vorn fummeln, gut so) und wandert dafür in jede Decksektion einmal. Dass die Cuemix-Tasten über den Pegelmetern und nicht wie gewohnt über den Channelfadern sitzen, geht in Ordnung und die Quantisierungstaste (Snap via Shift) sowie „Mic-Engage“ nehmen wir gern mit. Ganz ehrlich: ich würde nicht mit dem alten Mixer-Layout tauschen wollen. 

Decks

Neues ist auch bezüglich der Player-Sektionen zu vermelden. Hier tummeln sich um das große Jogwheel verteilt die Navigationselemente, Tasten für den Flux- und Reverse-Mode und für die schnelle Bearbeitung des Beagtrids. Das obligatorische Dreigestirn aus Shift, Sync und Keylock darf nicht fehlen und endlich wurde beim Redesign die Transportsektion separat ausgeführt. Folglich können die acht Performance Pads pro Deck nun in vollem Umfang für erweiterte Features (Hotcues, Samples) genutzt werden. Die beiden Encoder kümmern sich nach wie vor um das Setzen und Größenanpassen der Autoloops und deren Move-Funktion. Dem manuellen Tempoabgleich dient ein 45-Millimeter-Pitchfader. 

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Audiobeispiele

Pro & Contra

  • intuitiver, guter Workflow
  • Layout, Haptik und Design
  • Traktor Pro 3 Vollversion im Lieferumfang
  • Cue/Loop-Handling
  • solide Audioeigenschaften
  • Betrieb am Computer ohne Netzteil möglich
  • neue Mixer-FX
  • separate Transportsektion

  • keine Deck-FX in den Player-Sektionen
  • noch nicht funktional: iOS-Schnittstelle und MIDI-Mapping/Rekonfiguration
  • nur Miniklinken-Kopfhörerausgang
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