Gitarre Hersteller_Two_Notes
Test
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05.06.2019

Two Notes Torpedo C.A.B. M Test

Speaker Simulator

Cabs im Pedal

Beim Two Notes Torpedo C.A.B. M des französischen Herstellers handelt es sich um einen digitalen Speaker-Simulator im Pedalformat, der mit Impulsantworten arbeitet und so konzipiert ist, dass man ihn zwischen Amp und Lautsprecherbox schalten kann, um sich das mitunter lästige Mikrofonieren zu sparen. An Bord sind bereits 32 virtuelle Cabs, dazu kommen acht Mikrofon- und Raumsimulationen.

Alternativ dazu kann das Gerät auch im Pedalboard mit Preamps oder Overdrive-Pedalen verwendet werden, um das Signal beispielsweise direkt und ohne lauten Amp an das Mischpult zu schicken. Vorteil von beiden Varianten ist ein sauberes und immer gleichbleibendes Gitarrensignal für den Tontechniker, das Ganze ohne Übersprechung von anderen Instrumenten. Klingt vielversprechend, und der Preis von runden 300 Euro ist ebenfalls überschaubar. Dass sie ihr Handwerk beherrschen, haben die Spezialisten von Two Notes bereits mit diversen hochkarätigen Entwicklungen bewiesen. Mal sehen und hören, was das kleine Kästchen alles kann.

Details

Gehäuse/Optik

Der Torpedo C.A.B. M kommt im soliden, weiß lackierten Stahlblechgehäuse mit den Maßen 100 x 121 x 63 mm (B x T x H) und bringt 450 Gramm auf die Waage. Auf der Oberseite gibt es ein kleines Display (OLED) und darüber zwei Regler mit Drucktastern (Preset/Parameter, Volume/Value). Das Pedal steht rutschfest auf vier Gummifüßen, die man leicht entfernen kann, um die Unterseite für die Befestigung im Board mit Klettband zu bekleben. Alternativ dazu können auch Mounting-Plates an den Gehäuseschrauben befestigt werden.

Alle Anschlüsse sind an den Seiten positioniert, rechts der Amp-Input (vom Lautsprecherausgang des Amps) und der Speaker-Output (zur Lautsprecherbox), beide mit 6,3 mm Klinkenanschluss. Wichtig zu wissen, dass der Torpedo C.A.B. M keine Load-Funktion hat. Wenn man einen Röhrenamp benutzt, sollte immer eine Lautsprecherbox oder separate Loadbox an den Speaker-Out angeschlossen sein. Der Amp-Input kann auch als Eingang für Line-Signale genutzt werden, zum Beispiel, wenn das Gerät im Pedalboard hinter einem Preamp oder Zerrpedal platziert ist.

Zur Pegelanpassung gibt es einen Schiebeschalter mit drei Stufen: -24 dB, 0 dB, +12 dB. Außerdem findet man an der rechten Seite noch den Anschluss für das mitgelieferte Netzteil (12V DC, 200 mA) und eine USB-Buchse. Mit ihrer Hilfe kann man den Torpedo C.A.B. M mit einem Computer verbinden und die Einstellungen bequem mit der Torpedo Remote-Software vornehmen. An der linken Seite stehen DI-Out (XLR) und Line-Out (6,3 mm Klinke) parat, außerdem gibt es einen Line-In und einen Kopfhöreranschluss, beide im Miniklinkenformat. Das Pedal ist zum Eliminieren von eventuellen Brummschleifen mit einem Ground-Lift-Schalter ausgestattet.

Bedienung am Gerät

Wie bereits erwähnt, kann der Torpedo C.A.B. M zwischen Amp und Box oder hinter einen Preamp oder die Zerrpedale im Pedalboard angeschlossen werden. Mit Perform- und Menu-Mode gibt es zwei unterschiedliche Settings. Im Perform-Mode wählt man mit dem linken Regler die Presets an und mit dem rechten die Lautstärke. Der Torpedo C.A.B. M verfügt über 99 Speicherplätze für vorgefertigte Einstellungen (Presets). Im Menu-Mode kann tiefer in die Materie eingetaucht werden. Aktiviert wird er, indem man auf den linken Regler drückt und anschließend mit beiden Potis die Sounds des angewählten Presets verändert. Das linke wählt die einzelnen Parameter an, das rechte verändert sie. Es gibt im Menü sechs verschiedene Sektionen:

  • Mode - Auswahl zwischen Simulation, Arcade (vereinfachter Modus mit weniger Parametern) und IR Loader
  • Power Amp - Simulation von verschiedenen Endstufen inkl. Röhrentyp und EQ
  • Miking - Auswahl vom Cabinet und zwei Mikrofonen, die in Lautstärke, Position (Axis, Distance) und Phase eingestellt werden können
  • EQ - 5-Band-Grafik-Equalizer
  • Reverb - 8 verschiedene Raumsimulationen
  • Level - Gesamtlautstärke

Die Bedienung am Gerät ist nicht sehr aufwendig, und auch ohne Computer sind die Speaker Simulations-Sounds recht bequem einzustellen. Allerdings bietet die Torpedo Remote-App eine bessere Übersicht und lässt ein entspanntes Editieren zu.

Bedienung mit der Torpedo Remote App

Man hat sich bei der grafischen Gestaltung der App viel Mühe gegeben, um das Klangerlebnis aus Cab, Mikrofon und Raum auch optisch entsprechend darzustellen - das Auge hört bekanntlich mit ... Dementsprechend sieht man in der rechten Hälfte den Raum mit Gitarrenbox, die wichtigen Elemente zum Einstellen findet man auf der linken Seite in einem stilisierten Effektrack. Dort erhält man die Übersicht über die vorher genannten Sektionen und kann bequem mit der Maus editieren. Firmware-Updates werden auch über die Torpedo-Remote-App installiert, was ebenfalls komplett problemlos funktioniert. Ist das Gerät verbunden und die App geöffnet, erhält man direkt eine Nachricht, wenn ein neues Firmware-Update verfügbar ist. Voraussetzung ist natürlich, dass der Computer mit dem Internet verbunden ist.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • solides und kompaktes Gehäuse
  • authentische Cab- und Mikrofonsounds
  • großes Angebot an Cabs und Mikrofonmodellen
  • realistische Einstellmöglichkeiten
  • intuitive Bedienung mit der Remote App
  • guter Reverb
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • keins

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