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Test
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19.11.2020

Universal Audio UAD Neve Dynamics Collection Test

UAD-Plugins

Mit Update 9.13 spendiert uns UA nochmals reichlich Neve Comps!

Neve, Neve und noch mehr Neve – so muss es beim Brainstorming von Universal Audio zugehen. Das UAD Software Update 9.12 bescherte uns den 1084 EQ-Preamp, während das neue Update 9.13 den Neve 2254 E Limiter-Compressor mitbrachte – die Krönung quasi, neben den unzähligen anderen Neve-Kopien und Legacys!

Etliche Bugfixes und neue Features gingen mit den Updates ebenfalls einher, darunter auch das API Summing für Luna, das Update des Neve 33609, sowie der Unison Avalon VT-737sp Tube Channel Strip, Antares Auto-Tune Realtime Access, Sonnox Oxford SuprEsser DS (Sonnox) und der Diezel VH4 Amplifier.

Details

Geschichte des 2254


Der Neve 2254 trat 1969 zum ersten Mal in Erscheinung und war als „Mono-Block“ Limiter/Compressor für die Neve-Consolen konzipiert, d. h., er wurde für Stereo entsprechend zweimal benötigt.

Er besitzt Transformer gekoppelte Eingangsstufen, die klanglich-entscheidende Dioden-Brücke und ist in Class-A ausgeführt. Als Vintage Unit ist ein “twenty-two fifty-four“ jedenfalls sehr gefragt, eher selten und damit entsprechend teuer.

Der Klang – insbesondere des Kompressors – entschädigt dies aber und wird weitläufig als „buttrig-edel“ beschrieben. UAD bringt das Ganze nun als Vintage-Clone unkompliziert und in verschiedenen Versionen für Mono, Stereo und sogar mit Unlink-Stereo in die DAW!

Teuer, teuer, teuer

Gehandelt wird aber nur im Bundle und zusammen mit den überarbeiteten Versionen der „anderen“, schon seit einer Weile erhältlichen Neve Limter/Compressors 33609 C sowie dem CPU-schonenderen 33609SE.

Alle sind jetzt retinakonform, größer, deutlich besser lesbar und mit ein paar Extras ausgestattet. Das Ganze heißt „UAD Neve Dynamics Collection“ und kostet die wie üblich stolzen 299 Euro. 

Hilfreich sind die größere Optik sowie die virtuellen Ergänzungen von Features, die es bei den echten Boliden nicht gab. Darunter Sidechain-Filter, Dry-Wet-Blend, eine neue „Headroom“-Funktion sowie Stereo-Unlink – da hat man sich durchaus ein wenig was von bx Plugin Alliance abgeschaut.  

Stereo-Liebe

Vom 2254 gibt es außerdem zwei Varianten: einmal in Mono-Optik für Mono und Stereo – und einmal im Dual-Mono-Look für Stereo und Unlink-Stereo.

Der 33609 ist übrigens immer in Dual-Mono mit optionaler Link-Funktion und, wie gesagt, in zwei Varianten mit je unterschiedlicher DSP-Last verfügbar.

AMS Neve bietet den 2254/R Mono Limiter/Compressor inklusive Total Recall und Win95-GUI übrigens aktuell für schlappe 2100 Euro an und den AMS Neve 33609 in Stereo gib es für 3500 Euro – nur mal so zum Vergleich. Die bessere Alternative dürfte indes der RND 5254 für 3700 Euro sein …

Der 2254 war ferner vollständig und diskret in Class-A gebaut und basierte grundsätzlich auf dem 33609. Der 33609 hingegen ist A/B-Class und war in verschiedenen leicht modifizierten Varianten (C, J, JD und N) erhältlich – mal mehr, mal weniger diskret. Beide verfügen über flexible Release-Zeiten bei Comp und Limiter, inklusive Auto-Release. Der Attack beider ist relativ begrenzt einstellbar (Slow, Fast).

Da der 2254 als der langsamere von beiden gilt und damit in manchen Fällen sogar zu langsam ist, gibt es beim UAD Neve sogar die Möglichkeit, den Release-Knopf herauszuziehen und die Release-Zeiten durch Acht zu teilen („/8“) – fancy, aber schon auch ein bisschen umständlich

Pro & Contra

  • Neve 2254 E und 33609 C Emulation für UAD-2

  • sehr buttrig-edle Compression
  • 
Mono/Stereo/Unlink

  • GUI auf Nicht-Retina-Displays recht klein

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