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Test
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09.04.2019

Vergleichstest Gitarren-Plektren Teil 2

21 Gitarren Picks im Test

Plektren im Materialcheck

Plektrum, Pick, Plek, Spielblättchen oder sogar Zupflümmel - alles Bezeichnungen für ein kleines, weithin unterschätztes Werkzeug. Und das hat seinen Grund darin, dass wir Gitarristen manchmal ein seltsames Volk sind! Ein halbes Leben lang zermartern wir uns das Gehirn auf der Suche nach der richtigen Gitarre, dem trefflichsten Pedal und dem cremigsten Amp, und vergessen über all diesen bestimmt berechtigten Überlegungen, dass die Quelle eines guten Sounds doch oft viel naheliegender und erfreulicherweise auch günstiger ist, als wir denken!

Damit meine ich zwar zum einen die Finger und die Art, wie wir den Ton formen, aber natürlich auch das Plektrum oder Pick, wie es vor allem unter Gitarristen gerne genannt wird. Schier unerschöpflich sind mittlerweile die Varianten an Formen, Materialien und Stärken, die uns eine Vielzahl an Sounds und Möglichkeiten bescheren können, von denen wir auch Gebrauch machen sollten. Oder wie ein bekannter Studiokollege von mir zu sagen pflegt:" Bevor ich mir darüber Gedanken mache, den Gitarrenmike-Preamp auszutauschen, probiere ich lieber zuerst einmal ein anderes Plektrum aus!"

Details

Material:

Die Geschichte des Plektrums oder auch Plektrons reicht ziemlich weit zurück, und zwar ironischerweise sogar in eine Zeit, in der es noch gar keine Gitarren im klassischen Sinne gab, nämlich bis zu den alten Griechen. So bestand das antike Plektrum, das noch bis ins 19. Jahrhundert so benutzt wurde, aus einem Federkiel, und das quer durch alle Kulturen. Selbst heute noch greifen beispielsweise Oud- Spieler auf diesen speziellen Sound zurück.

Abgelöst wurde die Feder im westlichen Kulturraum durch das Schildpattmaterial der echten Karettschildkröte, die jedoch aufgrund des Artenschutzes seit 1973 nicht mehr als Materiallieferant dienen darf. Bereits 1922 experimentierte Luigi D'Andrea mit alternativen Materialien und stieß dabei auf Celluloseacetat, ein Material, das bis heute in der Plektrumherstellung verwendet wird.

Später entstanden Nylonplektren, vornehmlich durch Jim Dunlop, und nach den 70ern, als man auf der Suche nach einer legalen Alternative zum Schildpatt war, fiel die Wahl auf Polyacetal, einen sehr festen und widerstandsfähigen Kunststoff, dem sein Hersteller DuPont den Namen Delrin gab. Durch seine matte und leicht pudrig-raue Oberfläche erinnert er haptisch eher an Schildpatt. Ein Grund, warum Jim Dunlop Plektren aus diesem Material unter dem Markennamen "Tortex" anbietet und Ernie Ball auf der gleichen Basis eine "Everlast"-Serie aufgelegt hat.

Mittlerweile sind eine ganze Reihe von Werkstoffen im Umlauf: Celluloseacetat, Nylon, Ultem oder Ultex, kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, Polyacetal, weitere Kunststoffe und natürliche Materialien wie z.B. Holz, Stein, Leder oder Filz.

Form:

Neben dem Material sollte auch die Form des Plektrums gut abgewogen werden, denn hier hängt die Entscheidung ganz stark von Spielgewohnheiten und Soundvorstellungen ab.

Zur Auswahl stehen verschiedene Tropfenformen (Teardrop, z.B. das Fender 351), Dreiecksformen (Triangular) oder asymmetrische Fin-Formen wie z.B. bei einigen Jim Dunlop-Modellen. Ganz abgesehen davon steht auch häufig noch zur Wahl, ob die Plektren am Tip eher stumpf oder spitz zulaufen. Übrigens muss man sie nicht zwangsläufig mit der Spitze zu den Saiten einsetzen. Pat Metheny beispielsweise verwendet ein Heavy Fender Pick (Typ Triangular) und davon die lange Seite, was einen etwas dunkleren, aber auch sehr dicken Sound produziert.

Stärken:

Selbstverständlich gibt es Plektren in allen erdenklichen Stärken, die meist in Millimeter oder Inch angegeben werden, auch wenn sich Bezeichnungen wie light, medium und heavy parallel dazu durchgesetzt haben. Auch hier heißt es: Ausprobieren und zwischen Komfort und Spielgefühl abwägen, welche Stärke gut klingt, sich aber auch gut anfühlt - zwei Parameter, die gelegentlich leider auch im Widerspruch zueinander stehen. Übrigens fällt die Wahl bei vielen Gitarristen auch nicht selten auf zwei verschiedene Picks, je nachdem, ob es sich um den Einsatz für E- oder Akustikgitarre handelt. Zu Bedenken gilt: Je weicher das Plektrum, desto weniger Spielräume habe ich in meiner Anschlagsdynamik und desto unpräziser wird unter Umständen mein Anschlag, da der Widerstand an den Saiten fehlt. Ist das Plektrum hingegen zu hart, hört man bei Westerngitarren häufig zu stark das Plastik-"Klackern" auf den Saiten und das Spielgefühl wird unter Umständen etwas unkomfortabler. Ich persönlich z.B. verwende nie ganz dünne Plektren, setze aber gerne Stärken zwischen 0,60 und 0,71mm für Steelstring-Strummings ein, wohingegen ich für E-Gitarre härtere und auch kleinere Formen favorisiere, wie z.B. das Jazz III.

Hier seht ihr eine kleine Übersicht über die gängigen Stärken und ihre Bezeichnungen:

  • Extra Light: 0,38 bis 0,50 mm
  • Thin/Light: 0,50 bis 0,70 mm
  • Medium: 0,70 bis 0,90 mm
  • Heavy: 0,90 bis 1,2 mm
  • Extra Heavy: Dicker als 1,2 mm

Versuchsaufbau:

In unserem heutigen Vergleichstest liegen mir 21 verschiedenen Testkandidaten aus verschiedenen Werkstoffen und von verschiedenen Herstellern vor. Alle Soundbeispiele wurden mit einer Les Paul in der Hals-Humbuckerstellung über einen cleanen Marshall JTM 45 aufgenommen.

Ihr hört eine kurze Line, die ich mit mittlerer Anschlagsstärke spiele, und zwar jeweils zuerst mit der Pickspitze und anschließend mit einem leicht in Richtung Handinnenfläche geneigten Winkel, sodass geringfügig mehr Pickseite auf die Saiten trifft. Meine Anschlagsposition liegt mehr oder weniger zwischen dem Hals- und Stegtonabnehmer mit leichter Tendenz in Richtung Hals-PU. Da die Soundunterschiede häufig sehr offensichtlich, jedoch manchmal auch sehr subtil ausfallen können, empfehle ich euch das Abhören über halbwegs hochwertige Kopfhörer, um die Klangnuancen einzufangen.

Bitte beachtet auch, dass Plektren, die sich gleich anhören, sich nicht unbedingt auch gleich anfühlen müssen - das ist ein Parameter, der sehr subjektiv ausfällt und von einem Audiofile natürlich nicht eingefangen werden kann. Aus diesem Grund findet dieser Vergleich auch vollkommen ohne End-Wertung statt.

Zur besseren Vergleichbarkeit der Audiofiles haben wir diese für euch am Ende des Artikels nochmal zusammengefasst!

Den Anfang macht die Dunlop Tortex-Reihe aus Delrin, dem Kunststoff, der dem Schildpatt am nächsten kommen will. Durch die matte Oberflächenbeschaffenheit ist hier kein Anrauen oder "Riffeln" der Oberfläche nötig. Das Tortex-Plektrum liegt uns in fünf verschiedenen Stärken vor:

Eindruck:

Bei 0,5 mm Plektrumstärke erhalten wir einen sehr dünnen Sound, dem das Volumen fast gänzlich fehlt und der den Mittenanteil etwas "quäkig" erscheinen lässt. Auch gewinnt man den Eindruck, den Kunststoff regelrecht im Attack zu hören. Spieltechnisch hat man aufgrund des geringen Anschlagwiderstandes fast den Eindruck, mit einer gewissen Latenz zu spielen, was nicht verwundert, da natürlich durch die Flexibilität eine gewisse Zeit vergeht, in der das Plektrum nachgibt. Meine Wahl wäre dieser Picktypus nicht, auch wenn ich mir durchaus vorstellen könnte, dass diese Stärke für gewisse Passagen und Sounds ihre Berechtigung hat.

Eindruck:

Der 0,1 mm Stärkenunterschied zum Vorgänger sind hinsichtlich des Anschlagsgefühls wahrnehmbar, allerdings ändert sich der Sound zur 0,5er Version nur sehr subtil. Mir persönlich fehlt für das Melodiespiel immer noch der Bass und mich stören die Mitten, allerdings kommt hier - und das ist dem Tortex geschuldet ­-ein ordentlicher Höhenbereich zum Vorschein. Für Strummings, insbesondere auf einer Westerngitarre, wäre dieses Plektrum jedoch bestimmt eine sinnvolle Wahl und ich persönlich würde für diesen Gebrauch das Tortex 0,6 mm bedenkenlos einsetzen.

Eindruck:

Auch hier ändert sich der Klang nur sehr subtil gegenüber dem Vorgänger. Bassanteil und Volumen werden etwas griffiger, wobei die Mitten und die Höhen ähnlich sind. Habe ich bei der 0,6er Variante noch eine Unterscheidung zwischen Melodiespiel und Strumming getroffen, so würde ich sagen, die Tortex 0,73er Variante vereint einen guten Kompromiss aus beiden Welten und eignet sich hervorragend für Gitarristen, die mit einem Pick verschiedene Spielarten abdecken müssen, auch wenn es mir persönlich einen Hauch zu dünn für die E-Gitarre wäre.

Eindruck:

Erneut steigert sich die Griffigkeit des Sounds und der Klangeindruck wird etwas knackiger. Auch hier finden wir ein Pick, das uns sowohl auf der E- als auch auf der Westerngitarre treue Dienste erweisen kann, auch wenn der Sound für Strummings deutlich härter wirkt als die 0,73mm Stärke.

Eindruck:

Die 1 mm Version liefert uns nun deutlich mehr Bassanteil und auch eine höhere Präzision beim Picken von Lines hinsichtlich des Spielgefühls. Der Sound ist ähnlich wie bei den Vorgängern und etwas spitzer und weniger matt in den Höhen als die Vergleichsmodelle in 1 mm Stärke. Das ist für mich allerdings wertfrei, da solche Soundüberlegungen abhängig von Equipment, Setting und Soundvorlieben sind. Versucht man, weiche Strummings zu spielen, wird man hier zu deutlich den "Klack" des Pickmaterials beim Anschlag auf die Saiten hören, weshalb ich diesen Kandidaten eher auf der E-Gitarre als auf der Westerngitarre sehen würde.

Nun kommen wir zur "Nylon Max Grip"-Reihe. Das Material ist, wie der Name vermuten lässt, Nylon, und das Plektrum ist mit einer geriffelten Greiffläche versehen, da sich Nylon zwar etwas elastischer, aber auch wesentlich rutschiger anfühlt als beispielsweise Tortex. Hier liegen uns drei Stärken zum Test vor:

Eindruck:

Die Dunlop Nylon Max Grip-Serie ist im Sound deutlich weniger spitz in den Höhen als die Vergleichsmodelle der Tortexreihe, was zum Beispiel sinnvoll sein kann, um eine zu scharf klingende Singlecoil-Gitarre etwas abzumildern. Außerhalb von musikalischem Kontext klingen die Nylonplektren für mich persönlich angenehmer und wärmer als die Tortexplektren, auch wenn alle anderen Kriterien ähnlich sind. Für Strummings sind 0,73 mm ideal, für E-Gitarrenmelodiespiel sind sie mir jedoch etwas zu dünn und liefern zu wenig Widerstand.

Eindruck:

Vom Sound her sehr ähnlich dem 0,73 mm Plektrum. Der Ton wird etwas dicker und auch hier finden wir ein Pick, das uns sowohl auf der E- als auch auf der Westerngitarre gute Ergebnisse liefert.

Eindruck:

Bei der 1 mm Stärke ist für mich im Sound kaum noch ein Unterschied zum den anderen Dunlopkandidaten mit 1 mm auszumachen. Haptisch wirkt das Max Grip jedoch etwas flexibler als das Tortex und gibt dem Saitendruck geringfügig mehr nach.

Aus der Standard-Nylon-Reihe von Dunlop haben wir ein 1 mm-Exemplar:

Eindruck:

Das Dunlop 1 mm Nylon nimmt sich recht wenig gegenüber dem Max Grip, allerdings fühlt sich die Grip-Riffelung des Nylons wesentlich weicher und weniger griffig an als die des Max Grip.

Kommen wir nun zur Jazz-Reihe, die ihren Namen dem Umstand verdankt, dass viele Jazzspieler diese Form und Stärke präferieren. Das Standard Jazz III wird sehr häufig bei Gitarristen in diversen Genres gesehen und das Eric Johnson Jazz III wurde nach Erics Vorgaben unter der Vorlage eines alten Picks von ihm nachgefertigt und hat im Unterschied zum Jazz III eine matte Textur. Beide Picks sind aus Nylon und haben eine Stärke von 1,38 mm.

Eindruck:

Das Jazz III klingt grundsätzlich leicht spitz in den Höhe, liefert jedoch ordentlich Volumen in allen Frequenzen. Der Widerstand des Plektrums und auch die Form eignen sich hervorragend für das Spielen von Lines und Rhythmusparts, auch wenn Strummings nicht wirklich überzeugend klingen. Für mich ein ideales E-Gitarrenpick in allen Stilrichtungen.

Eindruck:

Ganz subtil klingt die Eric-Johnson-Variante einen Hauch weniger hart als das Standard Jazz III und bietet durch die matte Oberfläche und den unterschiedlichen Aufdruck einen vollkommen anderen haptischen Eindruck.

Hat John Petrucci in den Anfangstagen noch die Standard Jazz III-Ausführung gewählt, so huldigt Dunlop ihm mittlerweile mit einem Signature-Pick, das etwas größer ist als das Jazz III und nicht aus Nylon, sondern aus dem härteren Ultem gefertigt wird. Auch wurde die Stärke von 1,38 mm auf 1,5 mm angehoben.

Eindruck:

Das verwendete Ultex liefert einen härteren Attack als das ähnliche Jazz III und liefert einen ausbalancierteren Mittenanteil. Durch die minimal größere Form als die Jazz III verleiht es unter Umständen ein etwas stabileres Spielgefühl.

Ebenfalls aus Ultem und mit witzigen Grafiken versehen ist das James Hetfield Pick von Jim Dunlop:

Eindruck:

Dank Ultex haben wir hier ein sehr kräftig klingendes Plektrum trotz mittlerer Stärke, das für meinen Geschmack sehr flexibel einsetzbar ist. Dass dieses Pick für Heavy-Riffs gut geeignet ist, lässt der Taufpate bereits vermuten, doch auch Strummings auf der E-Gitarre klingen überzeugend. Die Oberfläche ist leicht mattiert und verleiht dadurch eine angenehme Griffigkeit.

Mit einer matten Oberfläche und leicht abgerundeten Kanten präsentiert sich das Dunlop "Gator Grip":

Eindruck:

2 mm sind natürlich ein Wort und wie die Stärke klingt auch das Pick: fett! Durch die abgerundeten Pickränder wirken die 2 mm im Spielgefühl sogar sehr angenehm und der Sound kann sehr weich klingen. Für mich ein super Pick für Jazzer mit dicken, geschliffenen Saiten, aber auch für andere Stilrichtungen einen Versuch wert. Durch die Mattierung der Oberfläche besitzt das Pick eine angenehme Griffigkeit.

Ibanez setzt bei der Materialwahl seiner Picks ebenfalls auf Polyacetal. Das Steve-Vai-Pick kommt mit 1 mm Stärke und einer leicht geriffelten Greiffläche. Das Grip Wizard BPA16MS Medium besitzt eine Stärke von 0,8 mm und hat eine stark angeraute Greiffläche, die das Abrutschen auch bei schwitzigen Fingern fast unmöglich macht.

Eindruck:

Klanglich etwas härter und höhenreicher als die 1 mm Tortex- und Nylonplektren von Jim Dunlop, auch wenn sich das Material von der Steifigkeit ähnlich wie Tortex anfühlt. Außer auf der Greiffläche ist das Vaipick sehr glatt.

Eindruck:

Die etwas breiter zulaufende Spitze verleiht dem Pick etwas mehr Klangfülle als die Vergleichsmodelle in ähnlicher Stärke, auch wenn es sich deutlich dünner anhört als die 1 mm Kollegen. Insgesamt würde ich das Pick als guten Allrounder bezeichnen. Der Grip der sandpapierartigen Fläche ist exzellent.

Ein Werkstoff, der in diesem Test noch gar nicht vorkam, ist kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, der wesentlich härter und "unnachgiebiger" ist als Nylon oder auch Delrin:

Eindruck:

Das Pick Boy klingt durch den Kohlefaser-Nylon-Verbindung wesentlich dicker als es eigentlich ist und für mich auch nur eine Nuance dünner als das 2 mm Dunlop-Pick. Durch die stark ausgeprägte Spitze liefert es jedoch auch stärkere Höhenanteile.v

Gibson-Plektren werden in einer netten Aluschatulle ausgeliefert. Die Mediumvariante besitzt 0,8 mm Stärke und die klassische 351 Tropfenform.

Eindruck:

Das Gibson Medium geht stark in die Soundrichtung des Dunlop Max Grip, obwohl es einen Hauch dünner ist. Auch dieses Pick ist ein guter Allrounder für alle Formen des Rhythmusgitarrenspiels, sei es Akustik- oder E-Gitarre. Für Sololines hingegen würde ich mir etwas mehr Widerstand wünschen. Das Plektrum ist vollkommen glatt, d.h., Kollegen mit starkem Handschweiß könnten hier Probleme bekommen.

Ebenfalls in 0,81mm und in 351 Tropfenform zeigt sich der Preisschlager von Harley Benton:

Eindruck:

Das Harley Benton Medium geht stark in die Richtung des Gibson Medium, fühlt sich jedoch einen Hauch härter und weniger elastisch an und eignet sich damit für mich etwas mehr für solistische Passagen. Auch hier haben wir es mit einem soliden Allrounder zu tun, der jedoch keine "Rutschsicherung" besitzt.

Herdim-Pektren sind regelrechte Klassiker. Hier haben wir eine Dreiecksform, die an jeder Spitze eine andere Stärke aufweist. Aus diesem Grund hört ihr im Soundbeispiel von soft bis heavy alle drei Spitzen hintereinander:

Eindruck:

Aufgrund des verwendeten Materials und der dünn zulaufenden Spitze wirkt das Herdim klanglich sehr dünn - daran ändern auch die drei unterschiedlichen Stärken leider nicht viel. Aus diesen Gründen wäre dieses Plektrum für mich keine Wahl, wenn es um E-Gitarrenspiel geht. Bei Westernstrummings liefert das Pick jedoch überzeugende Ergebnisse.

Auf die klassische Teardrop-351-Form treffen wir bei diesem Fender Medium-Pick. Auch wenn keine Stärkenangabe vorliegt, ist sie vergleichbar mit dem Gibson Medium mit 0,8 mm.

Eindruck:

Das Fender Medium klingt für mich weitestgehend identisch zum Gibson Medium, auch wenn die weiße Perlmuttimitation natürlich ein optischer Leckerbissen ist.

Fazit

Mir persönlich fällt es sehr schwer, ein Gesamtfazit aus allen untersuchten Plektren zu ziehen, da sowohl Equipment als auch stilistische Vorlieben und nicht zuletzt auch persönliche Handhaltung und Spielweisen bzw. Anschlagsstärke den Ton ebenso formen und eventuelle Klangeigenschaften von Plektren entweder verstärken oder kompensieren können.

Eindeutig ist allerdings, dass Plektren, die an den Extremen der Skala liegen, natürlich auch extreme Sounds produzieren, die bestimmt keine universellen Ergebnisse liefern können. Daher liegt für mich die Wahrheit zwischen dem 0,73 mm bis 1,5 mm Bereich verborgen, wenn es darum geht, flexible Standards abzurufen. Freunde von schnellen Pickingläufen oder Jazzliebhaber werden womöglich eher zu härteren Picks greifen, Freunde von offenen Akkordstrummings sich eher im Medium-Bereich aufhalten.

Daher mein Ratschlag für alle Suchenden und Unschlüssigen: Beginnt mit einer mittleren Stärke in der Standard Teardropform, d.h. Medium bzw. 0,8 mm und arbeitet euch langsam in beide Richtungen hinsichtlich der Stärken vor. Habt ihr eure Stärke gefunden, variiert das Material: Nylon fühlt sich weicher an als Tortex, und Ultex oder Kohlefaser haben eine noch höhere Steifigkeit. Wenn euch die Form nicht zusagt, könnt ihr die Dreiecksform als größere Variante und die "Jazz III"-Größe als kleinere Variante wählen. Behaltet euch auch vor, für verschieden Einsatzbereiche verschiedene Lieblingspicks auf der Pfanne zu haben - z. B. Akustikgitarre versus E-Gitarre, Jazzgitarre mit 0.13er Saiten versus Flitzefingergitarre mit 0.09er Saiten. Wichtig ist vor allem: Trefft eure Wahl, mit der ihr euch wohlfühlt und gut klingt, denn hier gibt es keine allgemeingültige Aussage zu treffen!

Alle 21 Audiofiles in der Zusammenfassung:

Veröffentlicht am 09.04.2019

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