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Test
3
11.02.2020

Praxis

Neue Features

Man erkennt an den beiden Menü-Seiten, dass sich etwas verändert hat. Es sind zwei neue graphische Schaltflächen hinzugekommen: Auf der ersten Seite der „Chord Looper“ und auf der zweiten Seite wurde das Feld „Tuning“ ersetzt durch zwei Felder: „Scale Tune“ und „Master Tune“.

Anmerkung:  Die im Folgenden beschriebenen Neuerungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Chord Looper

Die wichtigste Neuerung beim Genos 2.0 ist der Chord Looper, der auch schon beim PSR-SX900 vorhanden ist. Endlich kann man Akkordfolgen für die Verwendung des Arrangers speichern und in Schleife abspielen lassen. 

Die neue Funktion erreicht man auf der ersten Seite des Menü-Fensters. Am besten belegt man einen Assignable Button mit dem Shortcut „Chord Looper“, dann wird das entsprechende Menü im Display sofort angezeigt. Während einer Performance drückt man einfach die Record/Stop-Taste im Chord Looper Fenster. Anschließend drückt man On/Off und die Wiedergabe beginnt. Man kann sich dann beispielsweise voll auf ein Solo der rechten Hand konzentrieren und die linke Hand ist frei für Pitch Bend- und Modulations-Kontrolle über den Joystick. Es ist auch möglich, die Akkordfolge laufen zu lassen und dabei den Style zu ändern. So kann man sich bequem den passenden Style für einen Song aussuchen.

Auch während der Aufnahme mit dem Recorder (MIDI oder Audio) kann der Chord Looper verwendet werden. Yamaha hat dieses neue Feature sehr komfortabel gestaltet, denn man kann bis zu acht verschiedene Akkordfolgen ablegen und auch als Bank sichern. Schließlich kann die aktuelle Chord Looper Bank mit einer Registration verknüpft werden. Legt man sich die verschiedenen Akkordfolgen auf die unterschiedlichen zehn Registerplätze einer Register-Bank, so erhält man die Möglichkeit, komplette Song-Teile wie Intro, Vers und Chorus per Register-Tastendruck umzuschalten. Vielleicht kennt man einen Song ganz gut und hat nur die Bridge-Akkorde vergessen. Gut, wenn man diese Harmoniefolge vorher abgespeichert und auf ein Register gelegt hat, dass man dann abrufen kann. Es gibt viele Anwendungen des Chord Loopers und er ist eine wirkliche Bereicherung des Genos.

Im Test des Yamaha PSR-SX900 habe ich ein Beispiel-Video erstellt, in dem man die Vorgehensweise des Chord Loopers erkennt. Das nachfolgende Video aus dem Yamaha PSR-SX 900 Test zeigt die Chord Looper Funktion ab 9:27 min.

Yamaha PSR-SX900 Sound Demo (no talking)

 

 

 

In diesem Video bin ich auch auf die Yamaha App „Chord Tracker“ für iOS-Geräte eingegangen, die MP3-Songs analysiert und die Akkordfolgen über WLAN direkt in den Chord Looper überträgt.

Auch mit dem Genos ist das jetzt möglich. Durch die offene Struktur der Benutzeroberfläche mit den Touchdisplay und den vielen frei belegbaren Tastern und Reglern ist es Yamaha möglich, dem Instrument mittels Software-Update völlig neue Funktionen zu geben. Während das PSR-SX900 zwei zusätzliche Bedienelemente für den Chord Looper besitzt, war das beim Genos nicht nötig. Die wichtigen Befehle „Record/Stop“ und „On/Off“ kann man sich beim Genos bei Bedarf direkt auf zwei Assignable Buttons legen.

Sample-Speicher

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erhöhung des Sample-Speichers von 1,8 auf jetzt 3 GB. Das ist ein gewaltiger Sprung. Anscheinend hat Yamaha den Flash-Speicher freigegeben, der ursprünglich für Audio-Styles vorgesehen war. Diese kann der Genos aber schon seit einiger Zeit direkt vom USB-Stick oder der internen Festplatte abspielen. Viele Anwender, die mit eigenen oder zugekauften Samples arbeiten, werden über diesen neuen freien Speicher begeistert sein. Auch wenn der Speicher voll belegt war, kann nach dem Update 2.0 auch das neue Superior Pack problemlos installiert werden.

Style Section Reset

Die TAP TEMPO Taste hat jetzt eine zweite Funktion: Stellt man im entsprechenden Menü den Parameter „Style Section Reset“ auf ON, so kann - während der Style läuft – zum Anfang des Styles zurückgesprungen werden, indem man die TAP TEMPO Taste betätigt. Es gibt Songs, die zwar grundsätzlich im 4/4 Takt laufen, aber beispielsweise an einer Stelle einen 3/4-Takt bieten. Hier drückt man nach Ablauf dieses „krummen“ Taktes auf die Taste und der folgende Takt beginnt genau richtig. Auch wenn ein zu begleitender Sänger einmal aus dem Takt kommt, kann man sich durch diese Funktion wieder schnell syncen.

Song Player

Endlich hat Yamaha die eine für viele User wichtige Funktion des Tyros übernommen: Die Next Song Preselection. Spielt man einen Song ab, kann man während der Wiedergabe schon den nächsten Song vorwählen. Dadurch gibt es keine Pause zwischen zwei Songs. Die kleine Markierung „Next“ zeigt im Display diesen vorgewählten Song an.

Es gab ein weiteres Problem beim Abspielen von Songs. Wollte man zurückspringen zum Anfang eines Songs, konnte es bei zu schneller Betätigung der Rückspring-Taste passieren, dass der vorherige Song abgespielt wurde. Das führte im Live-Betrieb zu ungewollten Pannen. Jetzt kann man den Parameter „Song Previous Type“ im Song Setting auf den Wert „Song Top Only“ stellen, und der Player springt immer nur zum Anfang des aktuellen Songs.

Aus dem aktuell gespielten MIDIfile heraus kann man jetzt auch direkt in den MIDI Multi Recorder gewechselt und der Song editiert werden. Das war bisher nicht möglich.

Sonstiges

Effekte bieten nun 30 User-Speicherplätze anstatt drei. Die Einträge der Playlist können jetzt mit einem Fingertipp auf dem Touchdisplay alphabetisch geordnet werden. Das ist sehr praktisch, wenn man spontan einen Song sucht. Die Mixing-Konsole des Genos beherbergt jetzt auch vier neue Fader, mit denen man die Lautstärken der Audio-Multipads einstellen kann.

Das Scale Tune Menü wurde erweitert und erlaubt nun, verschiedene Stimmungen (auch eigene) unterschiedlichen Klängen des Genos zuzuordnen. So kann z. B. der Klang RIGHT1 eine wohltemperierte, und RIGHT2 zur gleichen Zeit eine reine Stimmung erhalten. Der Style Creator wurde graphisch verbessert. Taktarten lassen sich nun frei definieren und ermöglichen auch sehr exotische Rhythmen. Schließlich gibt es noch eine zusätzliche Mono-Type-Option „Crossfade“ für den Portamento-Effekt im Voice Edit Menü. Die Konsequenz dieser Neuerung habe ich allerdings ehrlicherweise noch nicht ganz durchschaut.

Neue Styles und Voices mit dem Superior Pack

Im Angebot sind 50 neue Styles und 68 neue Voices. Einige Sounds sind aus den Expansion Packs SA2-Premium-Voices „Pan Flutes“, „Female Vocals“ und „Trombone“ übernommen, andere stammen auch aus dem PSR-SX900. 

Es sind zwar alle Genres vertreten, insgesamt liegt aber der Schwerpunkt der Voices auf Schlager und volkstümlicher Musik. Hier stehen eine Menge Akkordeons und Blechblasinstrumente zur Verfügung. Die Styles würde ich eher der Kategorie “Entertainer” zuordnen. Hier zunächst eine Auswahl der neuen Styles. Man kann sich von Yamahas Downloadseite eine Playlist herunterladen, welche spezielle Registrierungen aufruft, die die neuen Styles beinhalten und eindeutige Songnamen enthält.

Auch deutschsprachige Evergreens werden bedient. Die Bandbreite der typischen modernen Schlager-Styles habe ich in einem Audio-Beispiel gemischt. 

Die neuen SA2-Voices Pan Flutes und Female Vocals habe ich im folgenden Beispiel mit dem Style “AfricanAnimationBallad” gespielt. Dabei habe ich die Harmoniewechsel vom Chord Looper spielen lassen, um die Artikulations-Taster mit der linken Hand bedienen zu können.

Hier noch zwei volkstümliche Styles:

Insgesamt ist das Pack eine echte Bereicherung für den Genos. Die Styles sind durchweg geschmackvoll programmiert. Ich habe bei den Beispielen meistens die vorgeschlagenen OTS-Klänge mit der rechten Hand dazu gespielt. Die neuen Voices bestehen zum Großteil aus qualitativ hochwertigen volkstümlichen Naturinstrumenten und aus einer Vielzahl synthetischer Bässe. Hier eine kleine Auswahl:

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Chord Looper
  • 3 GB Flash-Sample-Speicher
  • Superior Pack mit 50 neuen Styles und 68 neuen Sounds
  • Handling der Songs bei der Wiedergabe verbessert
  • Playlist kann alphabetisch sortiert werden
  • Style Section Reset
  • Scale Tune erweitert
  • 30 User-Speicher für alle Insert-Effekte

  • Keine

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