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Test
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15.08.2014

Yamaha P-105 Test

Digitalpiano

Das Yamaha-Piano für unterwegs – und auch für zu Hause?

Das Yamaha P-105 trägt seine Bestimmung bereits in der Modellbezeichnung, steht doch das „P“ für „portable“. Mit einem Preis von 649 Euro ist es nach dem P-35 das zweitgünstigste Yamaha-Modell mit Hammermechanik. Es lässt sich durch seine leichte und kompakte Bauweise bequem transportieren, kann aber auch mit einem optionalen Holzunterbau verschraubt werden. Der Urvater P-80 erfreute sich bereits vor über zehn Jahren großer Beliebtheit und galt lange Zeit als Standard mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Kann das P-105 diese Erwartungen erfüllen?

Details

Gehäuse

Dass es sich beim Yamaha P-105 nicht um ein Premium-Produkt handelt, offenbart schon der erste Eindruck. Das mattschwarze Kunststoffgehäuse mit seiner schnörkellosen Beschriftung ist zwar anständig verarbeitet, wirkt aber nicht besonders hochwertig und ist offensichtlich das Resultat einer radikalen Preiskalkulation. Erfreulich ist allerdings, dass das Instrument sehr schlank und handlich ist, was man beim Transport zu schätzen wissen wird. Mit einem Gewicht von gerade mal 11,7 kg scheint es geradezu prädestiniert für den mobilen Einsatz zu sein. Interessant ist das P-105 also für Musiker, die ein günstiges Instrument für die Bühne suchen oder häufig an unterschiedlichen Orten proben, üben oder unterrichten wollen. Auch im Wohnzimmer nimmt es mit seinen geringen Ausmaßen denkbar wenig Platz ein.

Zum Lieferumfang gehören ein Sustain-Pedal und ein Notenständer. Das ist zwar eine nette Geste des Herstellers, aber auch hier bemerkt man den Sparzwang. Das labbrige Plastik-Pult erweckt nicht besonders viel Vertrauen, sodass man ihm einen schweren gebundenen Notenband nicht unbedingt zumuten möchte. Auch das Sustain-Pedal ist eher ein Provisorium. Den billigen Fußtaster, der leicht wegrutscht und kaum Widerstand hat, wird man schnell durch ein richtiges Sustain-Pedal ersetzten wollen.

Dies erübrigt sich allerdings, wenn man die optionale Einheit mit Soft-, Sostenuto- und Haltepedal dazukauft, die man mit dem ebenfalls separat erhältlichen Holzunterbau kombinieren kann. Für das Gestell werden 114 Euro fällig, für die Pedaleinheit noch mal 67 Euro. Damit ist man dann schon über dem Preis des günstigsten Yamaha Arius-Modells, weshalb man gut abwägen sollte, ob der Unterbau und die Pedaleinheit eine notwendige Anschaffung sind. Beeinflusst werden könnte die Entscheidung auch dadurch, dass das Design der Pedaleinheit ein echtes Desaster ist. Selbst wenn es in der Natur der Sache liegt, dass Pedale mit Füssen getreten werden: Warum Yamaha diese hässlichen grauen Plastik-Stümpfe verbaut, bleibt ein großes Rätsel.

Zu guter Letzt sollte auch erwähnt werden, dass der Unterbau bei unserem Testgerät ziemlich wackelig war. Das spricht nicht unbedingt für die Verarbeitungsqualität der Spanplatten-Konstruktion. Sowohl das Piano als auch der Unterbau und die Pedaleinheit sind übrigens auch in einem matt-weißen Finish erhältlich.

Bedienfeld

Oberhalb der Tastatur haben ein Lautstärke-Fader und 15 schlanke Buttons Platz gefunden. Diese sind silbrig-grau beschriftet und teilweise mit roten oder grünen LEDs versehen. Die schlichten Taster vermitteln nicht gerade die edelste Haptik und wirken sehr zweckmäßig. Sieben Buttons dienen zur Klangauswahl, die 14 verschiedenen Sounds können mittels Doppelklick angewählt werden. Auch das Metronom und der eingebaute Recorder haben dedizierte Bedienelemente. Für einige Funktionen wurde das Gehäuse am oberen Rand der Klaviatur beschriftet, damit man mit bestimmten Tastaturbereichen direkteren Zugriff auf die Auswahl von Taktarten, Tempi oder Begleit-Rhythmen hat. Das ist nicht unbedingt hübsch, aber durchaus praktisch.

Anschlüsse

Das P-105 zeigt sich vergleichsweise anschlussfreudig, ist es doch eines der wenigen Geräte in dieser Preisklasse, die über Stereoausgänge in Form von zwei 6,3-mm-Klinkenbuchsen verfügen. Damit kann man das Instrument an eine größere Beschallungsanlage anschließen, was die Bühnentauglichkeit unterstreicht. Auf der Rückseite finden sich darüber hinaus die Anschlüsse für das 12V-Netzteil, das Sustain-Pedal, die optionale Pedaleinheit sowie die USB-Buchse, mit der man das Piano als MIDI-Keyboard an einen Computer anschließen kann. Mit einer herkömmlichen MIDI-Schnittstelle oder einem Audioeingang kann das P-105 nicht dienen. Praktischerweise vorn links unterhalb der Tastatur sind die beiden Kopfhöreranschlüsse platziert, die ebenfalls als 6,3-mm-Klinken ausgeführt sind.

Lautsprecher

Das eingebaute Lautsprechersystem verfügt über vier Speaker. Zwei Membranen mit 5 cm Durchmesser verbergen sich auf der Oberseite hinter metallenen Lochblenden, zwei weitere Membranen mit 12 cm Durchmesser sind hinter Kunststoffgittern auf der Unterseite angebracht. Mit einer Ausgangsleistung von 2 x 7 Watt kann man den Lautsprechern schon einiges an Klang entlocken, und in Anbetracht des kompakten Gehäuses liefern sie mehr Sound, als man auf den ersten Blick vermutet. Auch wenn man von Membranen dieser Größe keine Wunder erwarten darf, reicht doch die Leistung für den Hausgebrauch locker aus. Für alles Weitere gibt es ja die Stereoausgänge oder die Kopfhöreranschlüsse.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • leicht und transportabel
  • gute Tastatur mit graduierter Gewichtung
  • Stereoausgänge
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

  • mitgeliefertes Sustainpedal ist nur ein Provisorium
  • Plastikgehäuse vermittelt keine edle Haptik
  • Notenpult wirkt instabil

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