Hersteller_Yamaha EK_Einsteiger_Keyboard
Test
3
15.10.2012

Praxis

Voices
Halten wir uns nicht länger mit den Äußerlichkeiten auf – wir wollen ja schließlich Musik machen. Das PSR-E233 bietet 385 Voices, darunter 13 Drum- bzw. SFX-Kits. Vom Flügel über E-Pianos, Orgeln, Gitarren, Bässe, Synths, Streicher und Bläser bis hin zu Instrumenten aus dem Weltmusik-Kosmos ist alles dabei. Die Qualität der Sounds ist für die Preisklasse des PSR-E233 absolut angemessen und schlägt auch die Konkurrenz. Einzig die verzerrten Gitarren enttäuschen auf ganzer Linie, was sich leider auch bei den rockigen Styles bemerkbar macht. Auch gibt es außer einigen festen Kombinationen wie “Piano+Streicher” keine Möglichkeit, Klänge übereinander zu schichten (“Layer”) oder die Tastatur zu teilen und zwei Sounds gleichzeitig zu spielen (“Split”). Ansonsten ist man hier für den günstigen Preis aber gut bedient. Eher fällt beim Spielen die fehlende Ausdrucksmöglichkeit einer Anschlagdynamik negativ auf. Wer wirklich länger Freude am Keyboardspielen haben möchte, dem empfehle ich unbedingt, in ein etwas teureres Modell mit Anschlagdynamik zu investieren. Vor allem wegen dieses Mankos klingt das PSR-E233 letztlich doch immer etwas statisch und wenig lebendig.

Erfreulicherweise verfügt das Keyboard aber über eine in dieser Preisklasse bemerkenswerte Ausstattung mit Effekten, die es von der Konkurrenz abhebt. Es gibt neun verschiedene Halltypen und vier Chorus- bzw. Flanger-Effekte, mit denen man die Klänge aufmöbeln kann. Zusätzlich gibt es einen “Ultra Wide Stereo” genannten und in drei Abstufungen verfügbaren Effekt, der den Stereoeindruck vergrößert, sowie einen Master-Equalizer mit zwei Presets. Zum Vergleich: Der direkte Mitbewerber Casio CTK-2200 besitzt nur einen Halleffekt. Die Effekte sind in ihrer Intensität regelbar. Hall, “Ultra Wide Stereo” und EQ wirken immer auf das gesamte Keyboard, während die Chorus-Effekte nur die Main Voice beeinflussen. Schade, dass sich die Effekteinstellungen nicht mit den Voices abspeichern lassen!

In den folgenden Klangbeispielen sind einige der Voices zu hören. Zum Teil habe ich nach einer Weile einen Effekt hinzugeschaltet, um zu zeigen, was sich damit aus den Klängen noch herausholen lässt. Die wichtigsten Sounds habe ich bei allen Kandidaten dieses Testmarathons mit ähnlichen Phrasen aufgenommen, damit ein direkter Vergleich möglich ist.

Obwohl sie nicht direkt auf der Oberfläche aufgedruckt sind, sollte man unbedingt auch die erweiterte Palette der XGlite-Sounds nach brauchbaren Klängen durchsuchen. Das ist etwas mühsam, da es außer der Liste im Handbuch keinen Anhaltspunkt gibt, welcher Sound sich bei welcher Nummer befindet. Aber hier finden sich etliche stereo gesampelte Sounds, die sogar richtig gut klingen. Stellvertretend ein paar Streicher und ein Synth-Pad:

Styles
Die Begleitautomatik des PSR-E233 verfügt über 100 Rhythmen. Obwohl das 50 weniger sind als beim Casio CTK-2200, ist das Angebot auch hier weit gefächert. Neben zahlreichen Pop- und Rock-Stilen sind auch die Jazz-, Latin- und Standardtanz-Abteilungen gut vertreten. An zeitgemäßen Dance- und Hip Hop-Styles mangelt es etwas. Dafür bietet das Keyboard aber eine Reihe von “Pianist”-Styles, die eine Klavierbegleitung ohne Schlagzeug oder andere Instrumente erzeugen. Der Splitpunkt, der den Begleitungsbereich vom Rest der Tastatur trennt, ist einstellbar. Alle Styles verfügen über zwei Variationen mit unterschiedlicher Intensität sowie Intro und Ending. Beim Druck des “Main/Auto Fill”-Tasters wird automatisch ein Fill-In eingefügt und zur jeweils anderen Variation gewechselt. Ein Fill-In ohne Wechsel der Variation ist leider nicht möglich – das Casio CTK-2200 kann das. Auf Wunsch stellt das Keyboard per “One Touch Setting”-Funktion automatisch eine passende Main Voice und ein stilechtes Tempo ein.

Die Rhythmen sind geradlinig und geschmackvoll programmiert und verwirren nicht durch zuviel Schnickschnack, sodass sie zu vielen verschiedenen Songs passen. Auch die Zuweisung der Main Voice per “One Touch Setting” liefert in vielen Fällen brauchbare Ergebnisse. Im direkten Vergleich mit dem Casio CTK-2200 fällt auch bei den Styles auf, dass das Yamaha PSR-E233 runder, druckvoller und “Hifi-mäßiger” klingt. Die Rhythmen sind ausgewogener und deshalb universeller einsetzbar. In den nächsten Klangbeispielen sind einige Styles zu hören, zum Teil auch mit der per “One Touch Setting” ausgewählten Main Voice.

Die folgenden Rhythmen habe ich bei allen Testkandidaten mit ähnlichen Patterns aufgenommen, damit ein direkter Vergleich möglich ist:

Songs und Lernfunktion
Das PSR-E233 kommt mit einer Bibliothek von über 100 Songs. Darunter ist neben den allgegenwärtigen Klassikern (Türkischer Marsch, Entertainer, Für Elise, Mondscheinsonate...) auch allerhand Folkloristisches. Man kann die Songs aber nicht bloß abspielen. Mittels der Part-L/R-Taster lassen sich die rechte bzw. die linke Hand ausschalten, sodass man sie selbst auf der Tastatur üben kann. Ein schönes Feature! Zusätzlich bietet das Keyboard eine ausgefuchste, dreistufige Lernfunktion. In mehreren Lektionen (“Listen”, “Timing” und “Waiting”) wird man schrittweise an den Song herangeführt. Auch hier kann man mit den Part-Tastern auswählen, welche Hand man üben möchte. Auf der Minitastatur und den Notenlinien im Display wird angezeigt, welche Noten zu spielen sind. Im “Waiting”-Modus wartet das Keyboard mit der Begleitung auf die richtigen Töne, sodass man als Anfänger ganz in Ruhe die Finger über der Tastatur kreisen lassen kann. Diese Funktion gefällt mir sehr gut, da auch absolute Neulinge damit schnell zu Ergebnissen kommen, die “nach etwas klingen”. Das steigert die Motivation!

Hier bin ich zu hören, wie ich mich im “Waiting”-Modus an der Melodie von “Muss i denn zum Städtele hinaus” versuche. Es ist deutlich zu hören, wie das Keyboard mit der Begleitung auf mich wartet.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • übersichtliche Bedienung
  • bessere Sounds und Rhythmen als die direkte Konkurrenz
  • deutlich bessere Lautsprecher als die direkte Konkurrenz
  • vergleichsweise umfangreiche Effektsektion
  • Tap Tempo
  • mehrstufige Lernfunktion
  • günstiger Preis

  • keine Anschlagdynamik
  • billig wirkender Notenhalter
  • Display ohne Hintergrundbeleuchtung
  • kein Fill-In ohne Wechsel der Variation möglich
  • kein Layer- bzw. Split-Modus
  • kein USB-Anschluss

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