Gitarre Hersteller_Zoom
Test
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23.02.2020

Zoom A1 Four und A1X Four Acoustic FX Pedal Test

Multi-Effektpedale für akustische Instrumente

Akustik-Multieffekt-Alleskönner

Mit Zoom A1 Four und A1X Four stellt der japanische Hersteller zwei Multieffekt-Prozessoren vor, die nach dem G1 Four/G1X Four für den E-Gitarristen den Akustikgitarristen im Fokus haben. Die ansonsten baugleichen Geräte sind mit nahezu identischer Technologie ausgestattet, allerdings verfügt der A1X Four über eine Pedalwippe und hat deshalb noch mehr Effektmodule an Bord als sein kleiner Bruder.
Beide Pedale punkten mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und einem universalen Konzept, sodass man beiden "Zoomern" auch ohne Umschweife das Attribut "Alleskönner" verleihen kann. Ob sie auch klanglich überzeugen können und welche Einsatzgebiete sie abdecken, könnt ihr hier erfahren.

Details

Das Zoom A1X Four (A1 Four) trägt einen dunklen robusten Mantel aus Kunststoff mit den Abmessungen 216 x 156 x 42 mm (156 x 130 x 42 mm), der dem gesamten Pedal zu einem Gesamtgewicht von 610 Gr. (340 Gr.) verhilft. Beide Geräte hinterlassen einen ansprechenden optischen Eindruck, auch wenn die ganz große Wow-Reaktion beim Auspacken ausblieb.

Das Konzept in der Übersicht

Dreh- und Angelpunkt ist ein dimmbares 128 x 32 Dot-Matrix-LC-Display. Die Bedienelemente auf der Oberseite - vier gerasterte Parameter-Drehregler, sieben hintergrundbeleuchtete Taster, ferner zwei Umschalter und zwei Fußschalter - fügen sich zu einer übersichtlichen, klar gegliederten Benutzeroberfläche zusammen. Der Zoom A1X Four bietet, wie schon erwähnt, zusätzlich ein Expression/Volume-Pedal.

Unsere Probanden akzeptieren jede Akustikgitarre mit piezokeramischem oder magnetischem Tonabnehmer, aber auch Mikrofone, die via MAA-1 Mikrofonadapter angeschlossen werden und damit Instrumenten ohne Tonabnehmer den Weg zum A1 Four/A1X Four öffnen. Dort warten 50 überschreibbare Presets, auf denen der Benutzer seine eigenen Soundkreationen abspeichern und mit den beiden Fußschaltern sukzessive aufrufen kann. Das anliegende Instrumentensignal durchläuft ab dem Eingang zunächst eine Effektkette, die aus maximal fünf Modulen besteht. Diese können gleichzeitig genutzt, aber auch abgeschaltet oder ersetzt werden. Dabei kann der Benutzer aus einem ansehnlichen Arsenal schöpfen, das mit über 80 Effekten beim A1 Four und über 90 beim A1X Four für Amp- und Speakersimulationen, Modulations- und Raumeffekte und diverses mehr kaum Wünsche offen lässt. Dazu 15 Re-Modeling-Module, die dem Pickup-Signal einer Akustikgitarre die Ursprünglichkeit und den Klangcharakter der jeweils angeschlossenen Gitarre zurückgeben sollen.

9 Presets wurden speziell für akustische Instrumente kreiert. Aber auch solche speziell für Mundharmonika, Violine, Trompete und Saxophon befinden sich im Leistungsumfang. Der A1X Four verfügt über acht Effekte mehr, von Volume bis Pitch und Wah, für die das Expression-Pedal zuständig ist.

Mit dem zuschaltbaren Looper können Phrasen mit einer Länge bis zu 30 Sekunden erzeugt werden, wobei der Abgriff wahlweise vor (pre) oder hinter (post) die Effektkette und den Patch-EQ geschaltet werden kann. Ein intern zuschaltbarer Drumcomputer wertet mit 68 vorprogrammierte Rhythmus-Patterns unsere beiden Probanden weiter auf. Abschließend kann das Summensignal mit dem Master-Lautstärkeregler (Vol) ausgesteuert und mit dem Master-EQ jederzeit schnell und "unbürokratisch" veredelt werden. Ein integrierter Tuner, der die Effektkette überbrücken kann, bildet das Sahnehäubchen.

Die Benutzeroberfläche

Der Modus-Umschalter
Unsere Probanden bieten drei Betriebsmodi, die mit dem Modus-Wahlschalter nacheinander aufgerufen werden. Dieser befindet sich oben links direkt neben dem Display. Die Funktionen der Fußschalter, Parameter-Regler und Tasten können sich ändern, wenn umgeschaltet wird.
Im Memory-Modus findet man 50 vorprogrammierte Presets, die über die beiden Fußschalter entweder nach oben oder unten durchgesteppt werden. Einen direkten Zugriff beim Programmwechsel erhält man über die beleuchteten Banktaster 1 bis 5. Damit der Überblick nicht verlorengeht, werden Programmnummern und Speichernamen jeweils im Display angezeigt.
Im Stomp-Modus (Wahltaste drücken) erfährt man, aus welchen einzelnen Modulen sich die Effektkette zusammensetzt. Diese werden im Display mit Piktogrammen illustriert und mit Kürzeln beschriftet. Die einzelnen Effektmodule (oder alle) können mit dem Fußschalter an- oder ausgeschaltet werden.
Im Edit-Modus (Wahltaste drücken) können die werkseitig vorgegeben Effekte durch andere ersetzt werden. Mit den Tastern 1 bis 5 wird ein entsprechender ausgewählt und mit den beiden Fußschaltern (up/down) kann dann ein anderer von 90 an die Stelle des alten treten. Damit es schneller geht, können einzelne Effektkategorien (z.B. Dynamics, Drive, Modulation, Reverb, Filter usw.) auch direkt aufrufen werden. Schließlich werden im Edit-Modus die wichtigsten Parameter eines ausgewählten Moduls angezeigt, die sich mit den vier Parameter-Reglern (Lo, Mid, Hi, Vol) auch modifizieren lassen.
Im Display erkennt man nun auch jeweils die modifizierbaren Parameter, die den Effekt bestimmen und sich meistens aus drei Parameter und mehr zusammensetzen. Sämtliche Modifikationen können (optional) automatisch gespeichert werden, sodass die Einstellungen nicht verlorengehen, wenn Presets umgeschaltet werden oder der Modus wechselt.
Mit der kostenfreien Guitar-Lab-Anwendung zur Effektverwaltung für Mac und Windows werden online (www.zoom.co.jp/) verfügbare Effekte hinzugefügt. Andererseits können übersichtlich am Bildschirm auch Patch-Speicher editiert und gesichert werden.

Der Tuner

Der (chromatische) Tuner meldet sich, wenn die beiden Fußschalter gleichzeitig gedrückt werden. Mit "Lo" und "Vol" kann die Referenztonhöhe (435 bis 445 Hz) kalibriert und beim Stimmen das Ausgangssignal gemutet werden. Über die Taste "Settings" werden diverse Drop-Tunings ausgewählt.

Der Looper

Ein Druck auf den Taster „Looper“ aktiviert selbigen, der sowohl im Memory- als auch im Stomp- oder Edit-Modus aktiv werden kann bei einer Aufnahmedauer zwischen 1,5 Sekunden und 30 Sekunden. Selbstverständlich lässt sich auch die Lautstärke der Sequenz einstellen. Die Aufnahme wird mit dem linken Fußschalter gestartet. Der Looper schaltet in den Play- und in den Overdub-Modus, wenn der gleiche Fußschalter nochmal gedrückt wird. So lassen sich auch mehrere Phrasen übereinanderlegen. Gestoppt wird mit dem rechten Fußschalter.

Die Rhythmus-Maschine

Der Drumcomputer wird aktiviert, wenn der Taster „Rhythm“ gedrückt wird. Die Rhythmusabteilung bietet unterschiedliche Stilarten wie Country, Bossa, House, Pop, Samba, Salsa, Motown, Jazz oder Blues und Taktarten (3/4, 4/4 und 5/4), insgesamt 68 Patterns, die allerdings nicht modifizierbar sind. Eine durchnummerierte Liste befindet sich im Manual auf der Zoom-Internetseite.
 Auswahl wird mit dem Parameter-Regler „Lo“ verändert, das Tempo mit dem Parameter-Regler „Hi“ angepasst. Darüber hinaus kann optional auch ein Anzähler (mit Mid) eingebaut werden. Der linke Fußschalter startet dann den Rhythmus, gestoppt wird der Groove mit dem rechten Fußschalter. Einzelne Klangkomponenten können leider nicht aus dem Sound entfernt werden und auch die vorgegebenen Lautstärkeverhältnisse muss man so akzeptieren. Allerdings lässt sich die Summe der Patterns mit dem Vol-Regler an das Summensignal der Gitarre anpassen.

Der MAA-1- Mikrofonadapter

Mit dem Anschluss eines Mikrofons erhalten auch Instrumente ohne Tonabnehmer eine Chance. Das Mikrofonsignal wird über den MAA-1 Adapter (mit XLR-Buchse und zuschaltbarem Phantompower) eingespeist. Damit können Instrumente wie Saxofon, Trompete, Violine, Mundharmonika u.s.w. auch ohne Tonabnehmer verstärkt werden und in vollem Umfang von den internen Effekten profitieren.

Die Effektmodule

Der Zoom A1/A1X Four stellt mit Dynamics, Reverb, Delay, Modulation, Re-Modelling Cabinet, Amp, Drive und Filter insgesamt neun Effektkategorien zur Verfügung. Hinzu kommen beim A1X Four noch zahlreiche Pedaleffekte. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, der findet auf der Zoom-Website nicht nur Patch-Listen für jedes Pedal mit der Belegung der Speicherplätze, sondern auch eine Effektliste zum Herunterladen. Dort sind auch die manchmal etwas kryptischen Abkürzungen entschlüsselt, die sich zum Teil ganz konkret auf klassische Effektprozessoren beziehen.
Hinter der Kategorie Reverb verbergen sich 6 Effekte: Room, Hall, Plate, Early Reflections, ModReverb, DryPlate.
Die Kategorie Delay stellt 5 Effekte bereit: Delay, Analog Delay, Ping-Pong Delay, Ac TpEcho, PercusDelay.
Die Kategorie Dynamics kommt ebenfalls mit 5 Effekten aus: Compressor, RackCompressor, ZNR, Opt. Compressor, Adv. NR.
24 Effekte hat die Kategorie Filter zu bieten: Auto Wah, GT GEQ7, ParaEQx2, Exciter, AG PU Sel, BaDePiezo, Fish EQ, Baggs EQ, Bone EQ, BassA-Wah, BassGEQ, Hm GEQ, Hm AutoWah, Hm Preamp, Hm Bullet, A. Vn GEQ, E. Vn GEQ, Vn A. Wah, VnDePiezo, Tp GEQ, Tp AutoWah, Sax GEQ, Sax AutoWah, SaxAtkFlt.
Eine Sonderstellung nimmt die Anti Feedback-Funktion in der Kategorie Dynamics ein. Diese Funktion erkennt die Frequenz der Rückkopplung automatisch und senkt diese ab.
Mit dem Pickup-Selektor AG PU SEl kann man den verwendeten Pickup wählen, entweder Piezo oder Magnetic.
Hinter der Kategorie Drive verstecken sich 3 Effekte: TS Drive, RC Boost, Vn Distortion.
Außerdem stellt der A1/A1X Four zwei Amp- (FD B-Man, FD DLXR) und zwei Cabinet-Simulationen (FD-B4x10, FD-DX1x12) zur Verfügung, die zu einer Kategorie gehören.
Insgesamt 19 Effekte verbergen sich hinter der Kategorie Modulation: Tremolo, Chorus, Phaser, Vintage Flanger, Pitch Shifter, AG Detuner, AG Chorus, BA Detune, Hm Chorus, Vn Chorus, Tp Chorus, Sax Chorus, Sax Growl, PolyOctUp, PolyOctDw, Dual Pitch, Ensemble, EnvPhaser, RndPhaser.

15 Re-Modeling-Einheiten sollen der Akustikgitarre die Ursprünglichkeit zurückgeben, die durch den Gebrauch diverser Tonabnehmersysteme verlorengehen, denn leider deckt sich der Tonabnehmerklang einer Akustikgitarre nie völlig mit ihrem Natursound, auch wenn es Schnittmengen gibt. Der natürliche Eigensound des Resonanzkörpers soll damit quasi wiederhergestellt werden.
In der Auswahl finden sich: D-28, D-18, 000-18, 00-21, J-45, Hummingbird, SJ-200, LG-2, 314ce, LL66, und Adamas Ovation. Darüber hinaus befinden sich auch Exoten z.B. eine Nylon-Gitarre, eine 12-String, eine Resonator-Gitarre und ein Kontrabass im Leistungsumfang.
Folgende Effekte können beim A1X Four zusätzliche mit dem Expression-Pedal geformt bzw. ein- und ausgeblendet werden: Chrome Wah, PDL Pitch, PDL Delay, PDL Reverb, PDL Roto, Tp P.Wah, OutputVP. Natürlich befindet sich mit PDL Vol auch ein ganz normales Volume-Pedal im Leistungsumfang.

Die Tastenbelegung

Mit der Taste Settings rechts neben dem Display erhält man Zugang zu den Ordnern Chain, Patch, Save, Setup und PWR/LCD.
Mit Chain wird die Reihenfolge der Effektmodule im Signalfluss geändert.
Mit Patch wird dem Preset ein neuer Speichername verpasst.
Mit Save können die aktuellen Einstellungen gespeichert oder die Positionen der Presets vertauscht werden.
Mit Setup lässt sich das Master-Tempo (von 40 bis 250 BPM) einstellen, das als Referenz für alle Effekte, Rhythmen und den Looper genutzt wird.
Darüber hinaus wird hier die Auto-Save-Funktion konfiguriert. Veränderungen werden dann automatisch gespeichert, wenn Auto-Save aktiviert wurde. Wenn man die Preselect-Funktion aktiviert, kann man schon vorab einen neuen Speicherplatz per Fuß auswählen, während man weiterhin mit dem aktuellen spielt. Erst, wenn man die Fußtasten gleichzeitig drückt, wird das neue Preset wirksam – brauchbar, wenn man auf der Bühne steht.
Mit dem Tool PWR/LCD wird der benutzte Batterietyp eingestellt, damit die verbleibende Kapazität exakt dargestellt werden kann. Außerdem lassen sich Kontrast und Beleuchtungsstärke (Backlight) des Displays anpassen. Das Gerät kann nun auch in den ECO-Modus versetzt werden.

Die Rückseite

Die Anschlüsse findet man an der Rückseite. Am Input wird ein Klinkenkabel oder der MAA-1 angeschlossen, externe Audioquellen erhalten Zugang über die AUX-IN Buchse für Miniklinken. Der Mix wird über den Output zum Interface/Mixer oder Amp geschickt, wobei hier auch ein Kopfhörer angeschlossen werden kann. Zum Editieren mit der Guitar-Lab-Software wird der A1 Four/A1X Four über den rückseitigen USB-Port mit einem Computer verbunden, ein USB-Kabel gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.

Die Netzteilbuchse wartet auf ein 9V-Netzteil, allerdings liegt keines bei, auch nicht das von Zoom angebotene AD-16. Der A1/A1X Four bezieht seine Energie bei Bedarf nämlich auch aus vier AA-Batterien oder alternativ über den USB-Port.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • umfangreiche Ausstattung
  • alle gängigen Effekte an Bord
  • Drum-Machine & Looper
  • große Klangvielfalt
  • durchdachtes Konzept

  • mäßige Klangqualität
  • Fußschalter und Pedal sehr klein, etwas fummelig zu bedienen

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