Gitarre Hersteller_ZVEX
Test
1
09.06.2019

ZVEX Fuzz Factory Vertical Test

Fuzz-Effektpedal für E-Gitarre

Fuzzzinierend

Das ZVEX Fuzz Factory Vertical verdankt seine Existenz laut Zachary Vex, dem Mastermind hinter der US-Pedal-Manufaktur ZVEX, der Idee eines Mitarbeiters, aber es war wohl auch der langgehegte Wunsch vieler User nach einem Pedal mit Standardabmessungen. Die üblichen ZVEX-Pedale im Querformat nehmen auf dem Board eine Menge Platz in Anspruch und nicht wenige Gitarristen behelfen sich damit, sie am Rand vertikal und mit dem Schalter nach außen zu platzieren, damit sie problemlos bedient werden können, ohne zu viel Platz zu beanspruchen.

Die Technik im neuen Fuzz Factory Vertical sollte deshalb keine Überraschung bieten, denn das Original ist ein Klassiker, der sich zum Beispiel mit seinem Sound in dem Muse-Song „Plug in Baby“ verewigt hat. Ansonsten sollte der Name auch bei unserem Kandidaten Programm sein, denn wenn das Pedal dem Vorbild entspricht, dann haben wir es tatsächlich mit einer wahren Fuzz-Fabrik zu tun. Wir haben nachgeschaut, ob das tatsächlich so ist und ob die vertikale Ausgabe vielleicht sogar noch Neues zu bieten hat.

Details

Der Erfinder und Pedalhersteller Zachary Vex ist bekannt für seine Kreationen, die aus dem Rahmen fallen und sich im Gegensatz zu den Geräten vieler anderer Hersteller meist nicht an altbekannten Klassikern orientieren. Unser heutiges Testpedal ist in der Lage, völlig abgedrehte Fuzz-Sounds zu generieren und gehört, wie bereits erwähnt, zu den Lieblingsspielzeugen von unter anderen Matt Bellamy von Muse. Der Frontmann und Gitarrist der britischen Band hat die Fuzz-Factory-Elektronik sogar in einige seiner Gitarren integrieren lassen, um während des Spielens direkt in seinen Sound eingreifen zu können.

Gefertigt wird die Fuzz Factory seit Mitte der 90er Jahre und ist mittlerweile in vielen unterschiedlichen Varianten erhältlich, wobei sich unser heutiges Testpedal an das Original anlehnt. Auffällig ist auch die grafische Gestaltung der Gehäuse, für die seit vielen Jahren die Künstlerin Laura Bennett verantwortlich ist, und durch die sich die ZVEX-Pedale auch optisch von denen der Mitbewerber unterscheiden.

In Stoff eingewickelt und mit einem Band samt zwei Würfeln zusammengebunden erreicht mich das professionell gefertigte und bunt bemalte Kistchen. Bis auf die farbenfrohe Oberseite ist das Pedal metallic grün lackiert und macht einen überaus robusten Eindruck. Es bringt 252 Gramm auf die Waage und kommt in Standard-Pedalabmessungen von 112 x 67 x 49,5 mm. Vier Gummifüßchen kleben bereits an der Unterseite und verhindern ein Wegrutschen auf glatten Flächen. Möchte man die 9-Volt-Blockbatterie austauschen, müssen vier Schrauben an der Unterseite gelöst werden. Wer die Fuzz Factory lieber mit einem Netzteil betreiben möchte, kann ein Standard 9-Volt-Stromspender an die Stirnseite einstöpseln, das nicht Teil des Lieferumfangs ist.

Angeschaltet wird das True-Bypass-Pedal mit einem satt einrastenden Fußschalter, eine rote LED zeigt den aktiven Zustand an. In diesem seltenen Fall hat der Hersteller ganz vorbildlich auch an die Augen des Gitarristen gedacht und die LED in ihrer Helligkeit so weit gedimmt, dass sie zwar deutlich zu sehen ist, ihn aber nicht erblinden lässt. Sehr gut!

Die Ein- und Ausgangsbuchsen befinden sich rechts und links an den Gehäuseseiten und sind von außen befestigt.

Wie bei den übrigen Versionen der Fuzz Factory hat auch unsere Vertical-Ausgabe fünf Regler, die sich gegenseitig beeinflussen und auf die ich jetzt näher eingehen möchte. Sie alle besitzen griffige Kunststoffknöpfe mit weißen Skalenstrichen, die ein komfortables Ablesen der Stellungen auch im Stehen ermöglichen.

Los geht es mit dem Volume-Poti, das für den Ausgangspegel verantwortlich ist. Es folgt der Gate-Regler, bei dem es sich um eine Rauschunterdrückung handelt, die für den Sound des Pedals ziemlich wichtig ist, da je nach Reglerstellung viele Nebengeräusche auftreten können, die gezähmt werden müssen. Compress fügt dem Sound Attacks hinzu, was bei höheren Gain-Settings zu überdrehten Sounds führen kann, auf die ich im Praxisteil noch näher eingehen werde. Der Drive-Regler ist erwartungsgemäß zuständig für den Zerrgrad, wobei schon in der Minimalstellung so viel Gain generiert wird, wie es bei vielen Fuzz-Pedalen gerade so für die Maximalstellung reicht. Fehlt nur noch das Stab-Poti, das ein intern generiertes Feedback liefert, das, richtig eingesetzt, für völlig neue Soundwelten sorgen kann.

Grundlage der Fuzz Factory ist eine traditionelle Fuzz-Effekt-Schaltung mit New Old Stock Germanium-Transistoren, wie sie auch im Fuzz Face zum Einsatz kommen.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • experimentelle Fuzz-Sounds möglich
  • umfangreiche Regelmöglichkeiten
  • Standard-Pedalformat

  • keins

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X